Zwischenspiel (Cream)

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Inhaltsverzeichnis

Teil 1

Guten Abend.
Mein Name ist Jack Straw.
Unter der Leitung von Lieutnant Cream war ich damals 2.Officer und damit Leitungsoffizier im CEO. Damals...

Ich lebe in einer kleinen Enklave des Imperiums nahe der Stadt Bhuz, seit etwas mehr als drei Monaten. Mir kommt es so vor, als würde ich schon Jahre in diesem stinkenden Mief wohnen.
Nach aussen klang der Job cool.
Neue Soldaten ausbilden, in einer Art Bootcamp, sie auf die bevorstehenden Konflikte vorbereiten. Ich als erfahrener Offizier wäre da sicher ein prima Vorbild haben sie gesagt.
Tatsache ist, daß diese Gegend so sicher ist wie die Mitte eines Schlachtfelds.
Das ist für mich im Grunde nichts neues, aber der Gegner ist hier oft nicht sichtbar, oder an klaren Fronten auszumachen.
Ich habe wieder angefangen zu trinken und die Gegend hier zieht einen genauso runter wie sie selbst ist.
Strassenschlachten sind hier nichts ungewöhnliches, auch mit Schiessereien.
Ein paar von den Leuten da haben Kanonen, welche eigentlich nur für militärische Zwecke zu haben sind und nicht in den zivilen Umlauf geraten dürften.
Scheinbar finden sie aber doch vereinzelt hier und da ihren Weg.

Genug von mir, ich sitze in der Bar Mary's Theater, einem grossen Schuppen mit gut Musik, ein paar heissen Tanzbabes denen ich regelmässig ein paar Credits zuschieben kann, damit sie mir alles geben was sie haben und ordentlichen Drinks, nix gewaschenes.
Der Scotch hier ist wirklich klasse und verfehlt seine Wirkung nicht.
Dunst wabert im Raum, meine Wenigkeit und der Rest der Anwesenden halten nicht viel von No Smoking auch wenn das hier überall an den Wänden leuchtet.
Aber das ist auch so eine Eigenart dieser Gegend.
Sie ist ein Dschungel.
"Hi" kommt es von der Seite "Ich bin Sandy" reckt sich mir eine Hand entgegen.
Wie einfallsreich, Sandy, denke ich mir.
"Kommst du oft hierher ?" Ihre Stimme hat irgendwie einen aufdringlichen Ton, gepaart mit etwas, mit dem man eigentlich nicht zusammen sein möchte.
"Sicher" antworte ich knapp.
"Und wie findest dus hier so?" bohrt sie weiter.
"Die Drinks sind gut" erwieder ich, hebe mein Glas schästzend, gut 1/3, und leere es in einem Zug.
"Bis dann" ruft sie mir noch nach.
Irgendwie läuft es mir kalt den Rücken runter, war ja klar, so eine hatte ich heute noch nicht.
Du kannst dich hier auf mehrere Sorten Mensch verlassen, die dir regelmässig über den Weg laufen, doch dazu später mehr.
Ich scanne den Raum nach potentiellen Abenteuern, die sich heute noch anbahnen könnten, doch heute scheint nichts dabei zu sein.
Entäuscht drehe ich mich um und möchte die Bar verlassen als mir im Augenwinkel ein Zeichen auffällt.
Normalerweise hätte mich das nicht weiter gestört, aber ich hatte es schon einmal gesehen.
Wie aus der Pistole geschossen spurte ich zur nächsten Tür, was in diesem Fall die Tür zur Küche ist Dort kommt mir der Kellner entgegen, dem ich sein Tablett aus der Hand donner und mich mit voller Wucht gegen und mit ihm durch die Tür werfe.
Noch auf dem Boden rutschend gibt es einen lauten Knall, eine Druckwelle aus dem Raum nebenan, die Tür berstet und die Wucht der Detonation schleudert uns weitere 3 Meter gegen die gegenüberliegenden Küchenutensilien.
Dann wird es dunkel.

Ihr fragt euch wie ich von einer so komfortablen Stellung in so eine Lage geraten konnte ?
Die Frage ist gut, ich habe bis jetzt noch keine klare Antwort dafür.
Nur Anhaltspunkte.
Ich sehe dahinter eine Verschwörung, von meinem Lieutnant weiß ich praktisch gar nichts, auch das beunruhigt mich sehr, aber um den braucht man sich eigentlich nie Sorgen mache.
Solange ich es schaffe meinen eigenen Arsch zu retten kann man sich darauf verlassen, dass man ihm über den Weg läuft. So war das eigentlich schon immer.

"Jack. Jack" höre ich eine Stimme.
Als ich meine Augen öffne und mir meinen dröhnenden Kopf abfühle und auch sonst abchecke ob noch alles dran ist was dran sein soll sehe ich Mary selbst.
Sie war wohl in der Küche gewesen, welche einem Trümmerfeld gleicht.
Meine Ohren wummern, als hätte ich sie einer wochenlangen Beat Belastung ausgesetzt.
"Was ist passiert?"
Diese arme alte Frau schaut mich mit verängstigtem Blick an und hält dabei meine rechte Hand fest in ihren, als wolle sie nicht alleine sein.
"Hast du was zu schiessen da ?" frage ich direkt und werfe noch einen überlegenen Blick ein um ihr etwas mehr Ruhe zu geben.
"Ich habe unter der Theke eine Pumpgun und ein Paket Munition, die ist noch von dem guten Tom übrig" antwortet sie brav, dann gibt es einen ziemlich lauten Rums.
"Die Pumpgun haben wir wohl nicht mehr" versuche ich den Ernst der Lage zu überspielen
"Hier vorne ist noch eine von Toms alten Pistolen mit einem Paket Munition", sie wühlt direkt hinter sich in einer Schublade und reicht mir eine schrullige AK42, in Fachkreisen auch Fliegenfänger genannt, weil man damit wirklich wenig Durchschlagskraft hat. Diese Waffe sollte den aus den Ufern geratenen Strassenkampf entmilitarisieren, aber welcher Bruder gibt schon freiwillig seine Superspritze ab und nimmt dafür ein Jojo ?
Tom hats anscheinend getan.
"Ein Paket Munition?" frage ich verständnislos.
"Tom hat immer gesagt, ein Paket ist mehr als genug. Wir töten keine Menschen." Wieder ein dicker Wums, dann noch einer.
"Die da tuns aber" entgegne ich."Mary, ich möchte, dass sie sich verstecken. Es wird nicht lange dauern, bis sie hierher kommen." Mit diesen Worten näher ich mich der Tür um an ihr zu horchen.
"Gibt es hier einen Hinterausgang" flüster ich Mary zu. Erst jetzt bemerke ich, dass es den Kellner nicht so gut erwischt hat wie mich.
Sein regungsloser Körper hängt über dem Arbeitstisch, die Explosion hat die Messer des darüberliegenden Messerblocks vernichtend eingesetzt. Auch Mary folgt meinem Blick und erstarrt wie eine Salzsäule.
Ihre Lippen fangen an zu beben, als ich hinter mir Schritte höre.
Ich winke ihr zu, sie soll in Deckung gehen, sehe mich selbst nach Schutz um, doch irritiert bemerke ich, dass Mary gerade außer Stande ist selbständig Entscheidungen zu treffen, die Tür öffnet sich und mir bleibt nichts anderes übrig, als mich direkt hinter sie zu stellen.
Jemand tritt ein, Marys Gesicht nimmt panikartige Züge an, ihr ganzer Körper bebt.
Die Tür schliesst sich, sofort, nachdem ich die Person geortet habe wende ich einen meiner früheren Griffe an und breche ihm das Genick, noch ehe er mich überhaupt bemerkt hat.
Mary zuckt zusammen, aber ich lege einen Finger an die Lippen.
"ShhhhhhhhhhhH"
Draussen raunt eine Stimme "Scheisse die Bullen. Ted beeil dich."
Ted würde sich um nichts mehr bemühen.
Ich entwaffnetihn und ziehe ihn in eine Ecke des Raumes.
"Ted, kommst du ?"
"Ted wird nicht kommen" antworte ich fest durch die Tür
"Was zum Teu.."
In diesem Moment geht alles sehr schnell.
Ich hatte mich an einer günstigen Stelle in der Küche postiert und unser guter Ted war so freundlich mir die Pumpgun zu überlassen, die wir vermisst hatten. Die Tür öffnet sich und noch bevor ich sehen kann wer da rein kommt feuer ich mehrere Salven auf die Tür. Ein kurzes Stöhnen und die nachfolgende Stille verraten mir, dass die Party jetzt vorbei ist.
Draussen ertönen Sirenen.
"Es ist vorbei" ich nehme Mary in den Arm und helfe ihr aus der Küche.
Die arme weiß noch gar nicht, was ihr da passiert war, ihre ganze Existenz, auf einen Schlag, puff, weg. Man mag ihr wünschen, dass sie gut versichert ist, allerdings ist das in dieser Gegend mehr als unüblich.
Aber wer weiss wo dran der gute alte Tom noch gedacht hat, vielleicht hat er ja auch an eine Versicherung gedacht. Die Bar ist verwüstet, hier stand praktisch nichts mehr.
Viel Blut, viele regungslose Körper, viel Plastik, ob nun Stuhl, Tisch, Theke oder was auch immer, man kann das wirklich nicht mehr so genau sagen. Mary wimmert als ein Polizist die Tür hereinkommt, ja, die gibts hier auch.
"Sir, würden Sie bitte stehenbleiben" weist er uns an, es ist so wie immer.
Wenn sie dann kommen haben sie keinen Plan oder wollen keinen haben.
Das kann man hier nie so genau sagen.
"Sicher" antworte ich ruhig, löse den Griff um die Pistole und halte sie hoch, lege sie ab und entledige mich auch der umgegurteten Pumpgung.
"Sie braucht medizinische Versorgung" deute ich auf Mary. "Dringend"
Mittlerweile sind 2 weitere Polizisten eingetroffen und nehmen Mary in Gewahrsam.
"Was ist hier passiert?" will der erste von mir wissen.
"Was ich mit Sicherheit sagen kann, ist, dass es eine Aktion der Meta war, aber mehr weiss ich leider auch nicht."
"Und was lässt sie zu diesem Schluss kommen, wenn sie nichts darüber wissen ?" hakt er nach.
"Ein Erlebnis, welches dazu geführt hat, dass ich jetzt mit ihnen reden kann" erwieder ich genervt.
"Erläutern sie das, was meinen sie damit?"
Was will der Heini eigentlich, das liest er sowieso in meiner Akte, aber wenn ich ihm das jetzt vorwerfe nimmt er mich erstmal mit in Gewahrsam.
"Ich wohne hier und kenne die Umgangsformen. Ich habe das Zeichen der Meta gesehen und reagiert, deswegen bin ich neben der Inhaberin auch der einzige, der hier lebend rausgeht."
"Und sie haben nicht doch etwas damit zu tun?" fragt er nochmals.
Ich wusste es, ich kann jetzt nicht nach Hause gehen und mir das Halbfinale im Sprulball reinziehen, er will mich haben.
"Hören sie Herr Polizist, ich bin Ex 2. Commander Jack Straw und ich habe nichts schlimmes verbrochen, entweder sie glauben mir das jetzt und lassen mich gehen, wenn sie keine weiteren Fragen mehr haben, oder sie nehmen mich vorübergehend in Gewahrsam und führen ihre Ermittlungen, aber dann hören sie von meinem Anwalt."
Das musste jetzt einfach raus aber ich spielte ihm natürlich voll in die Karten.
"Jack Straw" schmunzelt er, "Ich nehme sie nicht fest, ..., noch nicht"
Jetzt habe ich wirklich ne Scheiß Wut!
"Bleiben Sie in Bereitschaft, wenn wir noch weitere Fragen haben werden wir sie ins Präsidium einladen."
Haß. Soll ich jetzt den Kopf dafür hinhalten ?
"Selbstverständlich" antworte ich wie ein tief brodelnder Vulkan.
Ich verlasse die Bar durch die Haustür.
In Bereitschaft bedeutet rund um die Uhr.
Es gibt da sehr fiese Möglichkeiten diverse Gesetze in ein perfides Spiel aus Intrigen zu stricken um damit die Meinung der Massen zu manipulieren.
Es ist viel einfacher schnell jemanden für etwas verantwortlich zu machen und zu verurteilen. In Regionen wo dies funktioniert führt dies zu einer Ausstrahlung der kompetenten und handelnden Polizei.
Hier führt es eigentlich zu nichts.
Die tatsächlichen Täter fühlen sich praktisch verarscht und schwören für jeden weiteren Anschlag oder Krieg eine größere Dimension, die Massen wissen nicht wirklich, was sie überhaupt von irgendwas halten sollen, die Polizei ist das gleiche wie alle Institutionen.
Ein Schmiergeldapparat.
Die Personen in den entsprechenden Positionen haben ihre Positionen nicht nur wegen ihrer anerkannten Leistungen und ihrer Karriere. Dort wo wirklich etwas getan werden müsste schauen sie weg oder kontrollieren halbherzig medienwirksam inszenierte Stellen in denen sie hin und wieder kleinere Erfolge feiern um dem Volk das Gefühl zu geben, dass es ja voran geht mit dem Leben hier, aber in Wahrheit sind sie ein effektives Mittel dafür es hier so zu lassen wie es ist.
Ich wohne in einem Block, der wirklich noch recht schön ist, habe ein kleines Appartment und wohne für den Schnitt der Bevölkerung wirklich luxuriös. Wenn ich das so machen würde wie ich es könnte wäre das hier unvorstellbar, und da dies genauso unsicher wäre, wenn ich mal nicht zu hause bin, habe ich davon abgesehen.
Gehe ich aber einen Strassenblock weiter zeigt die Stadt ihr anderes Gesicht.
Zerschossene, teilweise eingefallene Häuserfronten. Schutt und Müll auf der Strasse und der Sicherheitsgrad liegt hier so niedrig, dass man mindestens eine schusssichere Weste tragen sollte, die sich auch nicht jeder wie ich hier leisten kann.
Ich schlage die Haustür hinter mir zu und werfe die Schlüssel auf den kleinen Tisch rechts neben der Tür. Wie gesagt, meine Wohnung ist nichts tolles, wenn man nicht gerade hier wohnen würde. Ich stelle den Anrufbeantworter an, gehe in die Küchenzeile und fange an mir Flakes zuzubereiten.
Die kann man eigentlich überall essen wo man ist, wenn man ordentliche Milch hat.
Eine Schale, ein paar Flakes,
*Jack, ...., Jack* ich horche auf.
*Jack wenn du zu Hause bist, heb bitte ab* War ich nicht, es läuft ja der Anrufbeantworter ab
*Hier ist Clara, ich muss dich dringend treffen, hinterlass mir ne Message, Osman steckt in Schwierigkeiten.*
Osman in Schwierigkeiten ? Eigentlich unmöglich.
* Er soll zum Tode verurteilt werden.*
Mit dem Piepen als Ende der Nachricht klatscht die Tüte Milch auf den Fussboden.
*Nachricht wiederholen ?* fragt mich die freundliche AB-Stimme.
Wieso sollte man Osman zum Tode verurteilen.
Ich weiss zwar gerade auch nicht was aus ihm geworden ist, doch als diplomatischer Berater einer so dekorierten Basis hätte er eigentlich leichtes Spiel haben sollen in seiner Karriereleiter einige weitere Punkte gut zu machen.
*Nachrichten gelöscht* quittiert der Anrufbeantworter nach Ablaufen der letzten Nachricht. *Schalte wieder in Empfangsmodus.*
Nachdem ich die Küchenzeile wieder in Ordnung gebracht habe gehe ich in Richtung Dusche. Der Appetit ist mir gehörig vergangen.
Unter der Dusche geht mir das alles nochmal durch den Kopf.
Was hat Clara damit zu tun ?
Unwahrscheinlich, dass sie wirklich Kontakt zu Osman gesucht hat, innerhalb der Basis waren sie zwei meiner engsten Berater aber grundsätzlich verschiedener Meinungen bis hin zu offenem Streit inklusive Handgreiflichkeiten.
Aber vielleicht hat das ja alles nur ihr Verhältnis zueinander überspielt, ich weiss es nicht.
Clara war damals Geheimdienstchefin und somit oft mit Osman in Konflikte über die Herangehensweise involviert.
Aber was soll ich nun tun? Ich weiss ja nichtmal wo ich Clara finden kann.
Nach der Dusche lasse ich mich vor dem Fernsehen nieder.
Kanal 258 - Nightlife Express ist mein bevorzugter Nachtkanal, ich schlafe ein vorm Fernsehen.


Teil 2

"Und wenn Sie sich heute noch für die Bonuspackung entscheiden erhalten Sie gratis ein Willkommensgeschenk im Wert von 800 Credits zusätzlich, rufen Sie gleich an"
....
Boah, brummt mir der Schädel, die Glotze läuft noch immer.
Es ist bereits morgens, doch ist es noch sehr früh.
Eine patriotische Musik ertönt
" Werden auch sie heute noch Vertreter der imperialen Kampfverbände und entscheiden Sie sich für eine Karriere in der Sie die Hauptrolle spielen. Kommen Sie zur Armee..."
Armee.
Die ist auch nicht mehr das, was sie mal war.
Ich stecke mir eine Zigarette an und schalte den Fernseher aus, danach mache ich mir wieder eine Schüssel Flakes und nen starken Kaffee, der mir jeden Morgen in den Tag verhilft. Ohne Kaffee wäre mein Leben bestimmt ziemlich verkackt, aber ich bin mir ja nichtmal sicher ob es das nicht auch mit Kaffee schon ist.
Das Telefon klingelt." Jack bist du da ?"
Clara, ich eile zügig zu meinem fernsprecher und hebe ab.
"Clara?"
"Gut das du da bist, wir müssen uns treffen."
"Wo bist du denn ?"
"Das kann ich dir zur Zeit nicht sagen, aber wir treffen uns im Plaza."
"Wann ?"
"Wenn du da bist!" Aufgelegt.
Typisch Clara, aber diese Art hatte sie immer dann, wenn DInge genau so laufen mussten, wie sie es geplant hat und das versprach eigentlich immer nichts gutes.
Ich bin mir da manchmal sehr unsicher gewesen und Clara war auch genau der Typ, der sich ständig über ihren Kompetenzbereich hinwegsetzte und ihr Ding durchzog.
Wahrscheinlich hatte ich damals Sorge, sie wolle mir meine Stellung streitig machen, dabei hat sie doch immer im Sinne ihrer Aufgabe gehandelt. Sie war für den Job wie geschaffen.
Im Plaza angekommen mache ich mich gar nicht erst groß auf die Suche nach ihr.
Clara wird mich finden, so wie sie es immer tat, also ging ich erstmal direkt zu Starbucks und bestelle mir einen Espresso und eine der nobleren Zigarren. Wenn es einem schlecht geht muss man sich mit etwas Schönem erfreuen, so halte ich das.
Sie duftet fantastisch und schmeckt auch genauso, ich bemerke eine Präsenz hinter mir, wie aus dem nichts.
"Hast du mich vermisst?" surrt Clara hinter mir
"Ich habe dich nicht kommen sehen." antworte ich knapp. Das stimmt zwar, aber wenn man es Clara nicht sagt fühlt sie sich wohl irgendwie unsicher und würde das sofort in Erfahrung bringen und dann müsste man evtl. noch weitere Detailfragen klären.
Eine solch knappe Antwort machte sicher, dass man gänzlich überascht war, ohne irgendwelche Details.
"Du hast dir viel Mühe gegeben."
"Ist das nicht immer der Fall?" *Seufz* Genau das meinte ich.
"Was ist mit Osman?"
"Nicht hier" antwortet Clara knapp. "Wir müssen weiter."
Mein Communicator vibriert in meiner Seitentasche.
Ich zahle die Rechnung und gehe dran.
"Jack, bist du das?"
"Sicher bin ich das, das ist mein Communicator."
"Gut." Stille "Was hast du jetzt wieder gemacht?"
Es ist Harley, mein örtlicher Berater in allen Lebenslagen. Er ist gleichzeitig mein Anwalt, Versicherer und Scout, eine Form wie man hier Geld verdienen kann, wenn man sich auskennt.
"Nichts" antworte ich nichtssagend.
"Die Polizeit hat sich bei mir gemeldet und man zieht in Erwägung dich vorläufig verhaften zu lassen wegen der Geschichte in Marys Theater."
"Aber ich habe damit nichts zu tun" polter ich wütend heraus.
Clara zieht mich am Armgelenk aus Starbucks wieder in den Plaza und führt mich quasi durch die Massen während ich mit Harley ein Gespräch führe.
Mary ist anscheinend nach der ganzen Geschichte in eine art Trance verfallen und hat danach die Besinnung verloren. Aktuell ringt sie mit dem Tod.
"Aber da muss ich sie doch besuchen!" Ich bin jetzt richtig in Wallung.
"Das ist keine gute Idee. Wenn sie dich dafür verantwortlich machen wirst du praktisch vor Ort festgenommen, es ist besser wenn du abtauchst."
Ich bin irritiert.
"Abtauchen?" Clara drückt mit einer Hand den Communicator weg und blickt mich ernst an.
"Wir haben keine Zeit."
Scheisse, was ist das für ein Film?
"Harley, ich melde mich bei dir, ich habe jetzt gerade keine Zeit."
"Wo bist du denn?" Clara schüttelt den Kopf und führt mich weiter.
"Das kann ich dir gerade nicht sagen."
"Ist wahrscheinlich auch besser so. Ich melde mich wieder bei dir."
"Nein, ich melde mich bei dir."
"Oder so." Aufgelegt.
Können sich die Menschen nicht einmal ordentlich begrüssen oder verabschieden?
Wir sind mittlerweile draussen auf dem Parkplatz während ich wieder im Hier und Jetzt bin.
Clara dreht sich immer wieder besorgt um.
"Ist etwas anders?" frage ich langsam.
"Wir sind in Gefahr." antwortet sie, während sie einen Punkt auf der anderen Seite des Parkplatzes fixiert."Steig ein."
"Wow! Was für ne Karre!"
Ein McDonnelDouglas FX5000, einer der heißesten Sportgleiter, die es zur Zeit zu haben gibt, optional mit einer wahnsinnigen Anzahl Features, ..., gegen Aufpreis versteht sich.
Scheint so als hätte Clara ihre Abfindung für ein neues Baby genutzt.
Die Turbinen fangen an zu rauschen, dann ein Knall am Cockpit, dann ein zweiter und ein Funke.
"An Panzerglas hast du anscheinend gedacht." Mein Humor ist in manchen Situationen wirklich umwerfend!
"Es ist nicht nur Panzerglas"
"Nein, das hast du nicht getan!" Ich grinse.
Clara hat einen ziemlichen Technikfimmel und hat sich schon damals ausgiebig mit der Technik genauso beschäftigt wie mit ihrem Aufgabenbereich.
Sie hatte damals einen revolutionären Generator geschaffen, der die Kraft der Einschläge gegen sich selbst nutzen würde. Sie hat mir einmal erklärt wie das DIng funktionieren würde, aber ich habe natürlich kein Wort verstanden. Da das Herstellungsverfahren sehr aufwendig war und sie vor dem imperialen Rat der Forscher nicht zu Gehör kam blieb es bei diesem einen Prototypen, der aufgrund seiner Bedeutung für Clara bald irgendwie in der Versenkung abtauchte. Sie scheint ihn weiterentwickelt zu haben.
Mit rauschenden Düsen hebt der FX ab und schiesst über die Stadt hinweg.
"Und wohin gehts jetzt?"
Clara programmiert die Konsole, dreht sich um und schaut mich an.
"Es tut mir leid, dass wir uns so ungewöhnlich treffen mussten und ich dich nicht einmal anständig begrüssen konnte." Sie nimmt mich herzlich in den Arm.
"Bei dir ist eigentlich nie etwas ungewöhnlich wenn man dich kennt."
Sie lächelt mich an:"Du weisst wie man einer Frau wie mir imponiert" summt sie.
"Wie war das jetzt mit Osman."
"Ich habe euch vermisst und habe meine alten B eziehungen spielen lassen. Mich hat es irgendwie nicht losgelassen, wieso Lieutnant Cream damals das Handtuch geworfen hat.
Im Grunde lief doch alles toll.
Ich habe ihm nicht geglaubt als er sagte, er sei Müde von den Pflichten eines Basenkommandanten, also habe ich etwas tiefer gewühlt. Ich habe nicht viel in Erfahrung bringen können, nur so viel.
Er ist seit seiner Ankunft in New Bombay praktisch wie vom Erdboden verschluckt.
Unsere alten Daten wurden alle unter höchste Sicherheitsstufe gestellt und nicht nur Cream ist verschwunden.
Richtig aktiv wurde ich erst als, mich vor 2 Wochen der Bruder von Dario kontaktiert hat und mir von dessem Ableben erzählt hat."
"Dario tot?" Ich schaue besorgt. Dario war Osmans rechte Hand.
"Es geht hierbei aber nicht um einzelne Personen.
Es scheint als sind wir alle gefährlich geworden, wieso auch immer."
"Du meinst das ganze ist noch größer?"
"Ich vermute es." murmelt siie und spitzt die Lippen. "Irgendetwas sagt mir, dass hier etwas gar nicht gut läuft. Jedenfalls nicht für uns."
Das bringt mich wieder zu Harley.
"Mein PA hat mich eben gesprochen und gestern ist etwas seltsames geschehen. Aber das war nur eine Bandenauseinandersetzung, ich habe das Zeichen deutlich gesehen."
"Wenn du das meinst. Was war das für eine Auseinandersetzung?"
Ich erzähle ihr knapp was sich gestern zugetragen hat.
"Ich habe so eine Situation hier jetzt schon 3x erlebt und die Kämpfe sind hart. Wenn so etwas passiert signalisieren die einzelnen Mitglieder ihre Bereitschaft. Und wenn man oft auf der Strasse ist sieht man viele Signale."
"Es wurde Zeit das du da rauskommst."
"Ich muss gestehen, ich bin im Moment nicht sonderlich unglücklich. Wohin gehts denn jetzt?"
"Wir suchen uns erstmal eine kleine Rückzugsmöglichkeit und dann gehts nach New Bombay."
"Du willst Osman da rausholen ?"
"Er hat nur noch 3 Tage zu leben und wenn ich ihn da raussprengen muss, das ist mir egal." Ihre Stimme klingt fest.. Zu fest.
"Wir müssen da kühlen Kopf bewahren." Sie sind sich also immer noch sehr nah.
"Noch bewahre ich kühlen Kopf" erwiedert sie trotzig.

Später am Abend machen wir halt auf einem kleinen Lufttrawler, einer jenen kleinen Orte, die von den Frachtfliegern zur regelmässigen Pause angesteuert werden.
Hier gibt es alles, was eine frühere Version auf Erden, die Raststätte, zu bieten hatte und noch mehr. Nachdem das geostatische Problem des Schwebens in freier Luft gelöst war konnten Luftgleiter weitere Entfernungen zurücklegen und praktisch in der Luft einen Zwischenstop einlegen. Manche Trawler verfügen über ein- und ausfahrbare Startbahnen für größere Objekte, aber das kann man auf diesem hier nicht erwarten.
Eine Tankstation, ein Motel mit kleinem Garagenbunker und einem Pub.
Schon fühle ich mich wie zu Hause.
Das Loch hier ist wirklich heruntergekommen, aber in diesem Teil der Welt muss man mit solchen Wertungen wirklich vorsichig sein.
"Ein Scotch und einen kurzen Dan." bestelle ich beim Wirt.
"Immer noch der alte." neckt Clara. "Du sollst doch nicht trinken, du weisst doch was dann passiert."
"Bitte Clara, ich bin mein eigener Herr."
"Du musst es wissen."
"Du hast nicht zufällig etwas mehr vor oder ?"
"Nicht wirklich. Aber wenn wir Fragen haben werden diese dort beantwortet."
"Und wie sollen wir weiter vorgehen?"
"Ich muss mich mit einem alten Freund treffen, vielleicht kann ich danach mehr sagen."
"Das heisst du setzt mich einfach da aus?" ich wirke gekränkt, hat sie kein Vertrauen?
"Du weisst doch wie das ist. Geschäft ist Geschäft und das ist mein Geschäft."
"Gut, dann darf ich mir also überlegen was ich tolles mit meiner Zeit in New Bombay anfange."
"Sieh dir ein paar Sehenswürdigkeiten an" neckt sie weiter.
"Mach dich nicht über mich lustig."
"Das würde mir im Traum nicht einfallen."
"Du tust es schon wieder!" beantworte ich dies nun vorwurfsvoller.
"Ist ja gut. Wir sollten uns jetzt ausruhen und morgen weiterziehen. Wir müssen unbedingt in Erfahrung bringen was da vorgefallen ist."
"Da hast du Recht."


Teil 3

"Wir sollten in jedemfall versuchen die Truppe zu erreichen. Ich habe leider keine Ahnung von auch nur einem. Seit sie mich in dieses Loch gesteckt haben, habe ich den kompletten Bezug zu meiner ursprünglichen Welt verloren."
Ich schüttel den Kopf.
"Eben noch ein hocdekorierter Offizier und im nächsten Moment lebst du in der Gosse, das Leben kann grausam sein."
Clara blickt mich besorgt an.
"Ich mein,..., WAS haben sie sich dabei gedacht, mir diesen Job anzudrehen ?"
Ich zucke die Achseln.
"Allerdings,...., wenn man das ganze jetzt so betrachtet wie du es schilderst macht das durchaus Sinn."
"Du warst der Kopf. Cream wäre niemals ohne dich zurecht gekommen."
"Ohne dich aber auch nicht."
"Das meine ich nicht." Sie schaut mich verschwörerisch an.
"Du warst der Organisator, der jederzeit alle Fäden im Griff hatte. Sieht so aus, als wolle man unbedingt verhindern, dass du sie weiter ziehst."
"Was kann denn so bedeutend sein, dass es mich betrifft ?
Ich war doch nur der CEO(Chief Executive Officer) eines Stützpunktes des Reiches Era.
Cream hat mir nie mehr gesagt, als ich wissen musste."
"Vielleicht ist das der Ansatz." Fällt sie mir ins Wort.
"Wie meinst du das ?"
"Ich weiss es noch nicht genau, aber vielleicht wusste Cream etwas oder hat etwas gehabt, was er selbst vor uns versteckt hat."
Hmmmmmmm
Ich hoffe Clara liegt diesmal wirklich falsch.
Wenn das stimmt ist es wirklich ein Grund besorgt zu sein, denn das hieße, das man verfolgt wird, ohne genau zu wissen wofür.
"Etwas stört mich noch daran" erwieder ich.
Sie grinst."Dich stört doch immer etwas"
Sie scheint sich immer diebisch zu freuen, wenn sie mir so Sticheleien zujubelt.
"Sowas hätte Cream nie getan!"
"Du vergisst wie Cream war.
Es stimmt! Ich habe mir den Flächenschildgenerator unter den Nagel gerissen und weiter daran gearbeitet.
Das Imperium wollte Cream nicht zuhören, als er die Idee hatte das kostbare Selenium mit einfachem Eisen zu kreuzen. Wir waren damals etwas auf dem Holzweg. Weitere Legierungen ermöglichten wahnsinnige Panzerungsleistungen und Cream war es egal, wie viel das kostete. Bis zu dem Zeitpunkt als die Imperianer anfingen unseren Stützpunkt zu infiltrieren."
"Ich hätte das bemerken müssen."
"Ich bitte dich! Ich war Geheimdienstchefin. Es war mein Fehler !"
Wir blicken uns beide ernst an.
"Sieht so aus als hätte man nur mit uns gespielt" murmelt Clara.
Ich blicke auf die Parkrampe.
"Wie hast du das Ding da reingekriegt?"
Ich staune doch etwas verdutzt.
Das größte Problem am Flächenschildgenerator waren zwei Dinge.
Zuerst war er unglaublich aufwendig umzusetzen, da die Panzerung exakt auf den jeweiligen Generator zugeschnitten sein musste und beide sind so gut wie Wein.
Das bedeutet, dass es lange dauerte bis man überhaupt den ersten Prototypen fertigstellen konnte.
Im schlimmsten Fall hat der Generator eine solche Kraft aufgeboten, dass er die Panzerung des inneren Droiden zusammenquetschte und dadurch immer mehr Kraft erhielt, was endete, wenn der Droide soweit zusammengequetscht wurde, dass der Generator selbst schaden genommen hatte.
Zweitens war das Ding ungeheuer groß.
Gut.
Neben sonem Solaron ist es dann doch wieder nur ein Feature, aber wir versuchten die Panzerung auf jeden Droiden anpassungsfähig zu bekommen.
Das war zumindest der Wunsch.
Da es die absolute Verteidigungsbasis für alle Aktion sein sollte wurde es direkt unter der Pilotenkapsel installiert um möglichst keinen großen Varianzen ausgesetzt zu sein.
Sie lacht triumphierend und ihre Augen leuchten diebisch auf.
"Ich habe mich die ganze Zeit mit dem Apparat beschäftigt.
Ich glaube ich habe das Teil im Griff und konnte es sogar abspecken!
Vom größten Teil der Abfindung habe ich mir das Chassis entwickeln lassen.
Ich kenn da ein paar Leute" War klar ..." nen guter Freund hat mir das gemacht."
"Scheint zu funktionieren"
"Toll was!" wieder dieses Funkeln. "Ich hab mit ner Panzerfaust draufgeschossen"
"Du hast was?" Ich bin erschrocken. Die Karre ist schon normal ein oder zwei Vermögen wert.
"Du wohnst in Bhuz, ich hol mir nen tolles Auto, ich weiss gar nicht was du hast" Jetzt spielt sie wieder mit mir.
"Sei nicht so gemein"
"Weichei."
"Nein ehrlich... ich find das unmöglich, wenn du" Sie unterbricht mich indem sie die Hand hebt. Ihr Finger streckt sich aus und deutet in die Bar. Ihr Gesicht schaut erschrocken.
Auf dem Fernseher laufen die Nachrichten.
"Hey, da war ich gestern!" bemerke ich sofort
"Das ist, ..., war Marys Theater."
"erwünschen wir uns weiterhin Hinweise auf die beiden mutmaßlichen Hauptverdächtigen Jack Straw und Clara Valentine."
Nacheinander werden unsere Bilder mit Namen eingeblendet.
"Die Verdächtigen sind wahrscheinlich bewaffnet und gefährlich! Weiter mit dem Sport..."
Was für ein Film ist das eigentlich ?
Ich schaue verdutzt durch die Bar.
Alle blicken in unsere Richtung. Der Kellner schaut und blickt belustigt.
"Macht euch da mal keine Sorge. Hier sind eigentlich alle schwer bewaffnet und gefährlich."
"Moment mal" poltert Clara "Ich war gar nicht dabei!"
"Ob du das warst oder nicht ist hier egal" wiederholt sich der Kellner.
Zwei Männer stehen auf und verlassen die Bar.
Ich muster sie gezielt.
"Ich fühl mich gerade nicht wohl"
Mein Communicator vibriert, ich stecke mir den Hörer ins Ohr und deute Clara sich wieder zu setzen.
Sie blickt irritiert, setzt sich dann aber trotzdem. "Bist du irre? Die Bullen sind gleich hier"
Ich schüttel den Kopf und deute mit den Fingern auf den Lippen Ruhe an.
Sie schweigt und schmollt.
"Jack Straw"
"Hi Jack, ich bins Harley."
"Harley" polter ich "Was passiert da bei euch?"
"Ich kann das auch nicht so genau sagen, aber hier ist ne riesen Scheisse am laufen.
Mary ist tot."
"Tot?"
"Die Polizei war hier und hat nach Informationen über dich gefragt. Wer ist diese Clara?"
"Das ist eine lange Geschichte."
"Gut. Da ich ja dein PA(Persönlicher Assistent) bin habe ich mich gleich in dazwischengeschaltet. Ich denke es ist erstmal besser für dich unterzutauchen und dich ruhig zu verhalten." Ich denke an Osman "Ich werde den Fall weiter verfolgen und versuchen dich da rauszuhauen. Ich weiss, das du nichts damit zu tun hast."
Ich überlege kurz.
"Harley.
Ich will das du dich da raushälst.
Ich habe bei dem ganzen ein ungutes Gefühl und ich will nicht, dass du deinen Kopf riskierst.
Es kann für dich lebenswichtig sein, dass du dich da raushälst."
Stille.
"Gut."
"Ich setze mich mit dir in Verbindung, aber nicht mehr umgekehrt."
"Alles klar Jack. Halt die Ohren steif."
Aufgelegt.
"Jetzt haben wir ein wirkliches Problem!" Blicke ich Clara an.
"Wir sitzen hier seit 10 Minuten rum und du erzählst mir, dass wir ein Problem haben?"
Sie schmollt immer noch. Ich grinse sie gewinnend an.
"Hier wird fast jeder gesucht.
Die gleiche Situation ist mir mehrfach passiert, am Anfang wollte ich sogar den Gesetzeshüter raushängen lassen und mich als Kopfgeldjäger verdingen, aber ich habe mir das doch schnell anders überlegt.
Wenn man dort wohnt braucht man so wenig Feinde wie möglich.
Sie wissen wo du wohnst und was du machst.
Und sie wissen, dass du auf dich allein gestellt bist."
"Hmmmmm" Sie schaut skeptisch.
Später im Motel haben wir uns tatsächlich die Suite besorgt. Allerdings war sie genauso viel Wert wie ein normales Zimmer in den zivilisierteren Regionen.
Es war ein ordentliches aufgeräumtes Appartment mit Extras, die ich Monate nicht mehr genossen hatte, selbst wenn es bei mir schon ganz schön war.
Ich bin ein Mann, fürs Aufräumen sind die Frauen da.
Wenn Clara das wüsste. Ich grinse.
In solchen Momenten ist Clara aber auch Frau und besetzt 4 Stunden das Badezimmer, dabei war ich derjenige, der hier die Dusche brauchte.
Ich hab nichtmal ordentliche neue Kleidung da, aber unten im PSA (Public-Shopping-Area) finde ich einen netten Look. Sieht ein bischen actionlastig das ganze, aber praktikabel für kommendes, sprich, ich habe einen neues Gurtsystem um meine neue Federated Arms X-21, einer leichten Halbautomatik. Einen neuen Com-Account habe ich beantragt, damit ich eine neue ON(Online-Number, die zukünftige Telefonnummer, mit der man Personen an jedem Ort der Welt erreichen kann.) und noch weitere kleine Equipments, die mir sicherlich weiterhelfen können.
Das schöne an der Region um New Bombay ist der Schwarzmarkt.
Hier gibt es fast alles, was man so bekommen kann, außer militärischen Artikeln, falls sie nicht schon unglaublich antiquiert sind Während meines Einkaufes erzählt der wie ein Pirat aussehende Verkäufer.
"Ich sehe Leute, die laufen die ganze Zeit mit dicken Jagdgewehren rum
Sie haben sie über ihre gepanzerten Schultern gelegt.
Dumm!" Er schüttelt den Kopf" Das ist wie ein Neon Holosignal das sagt: *Hey, ich bin hier, knall mich ab* Ich mein, die Jungs haben keine Ahnung wie man sowas durchzieht.
Da braucht man was handliches, was man verstecken kann."
Er überreicht mir die Kevlar Weste
"Ob sie dich behindert?
Du kannst immer noch nicht vor der Kugel weglaufen, aber jetzt hast du eine Chance sie zu stoppen."
Den Rest meines Guthabens überweise ich auf Cred Sticks.
Meine Konten sind noch nicht gesperrt.
"Das würd mich aber auch nicht aufhalten" er schaut dabei ein bischen wahnsinnig.
"Wenn da was drauf ist krieg ich das da auch runter"
Jetzt ist er mir unheimlich!
"Keine Sorge. Geschäft ist Geschäft."
Später wieder oben in der Suite ist Clara endlich fertig.
Sie schaut überascht und sagt kurz und spitz mit hoher piepsiger Stimme:"Shoppen?"
"Ich war schon." sage ich geschlaucht. "Kannst ja selbst gehen."
Sie schaut beleidigt. Frauen! ...
"Alleine hab ich keine Lust."
"Die haben aber wirklich gute Sachen hier und günstig."
"Eigentlich habe ich ja schon was ich brauche, aber ich schau trotzdem."
"Du solltest dir Cred Sticks besorgen, ich glaube das Geld ist auf den Konten nicht mehr sicher."
"Ich habe immer nur Cred Sticks angenommen!" Sie schnaubt jetzt wirklich beleidigt.
Das habe ich allerdings vergessen, das hat sie wirklich immer getan, auch wenn mir das nie bewusst war.
"Ich würde mein Geld niemals anderen Menschen anvertrauen. Bis später." Sie verlässt den Raum.
Morgen wird ein anstrengender Tag.
Ich leg mich ins Bett.


Teil 4

New Bombay - Zentrum - Electron Centre

Sie hat mich tatsächlich einfach so rausgeschmissen und ist weitergeflogen.
Das Center ist riesig. Es besitzt Pyramidenform und spiegelt.
Umgeben ist es von Hauptstrassen zu allen Seiten und weitläufigen Parks. Monokultur.
Clara war den ganzen Flug beleidigt.
Was hatte ich eigentlich falsch gemacht ?
Ich trete in das Center ein und befinde mich in der gigantischen Haupthalle, die durch kleinere Shops aufgeteilt wird.
Rolltreppen führen hier und da rauf und runter und schwungvoll gearbeitete Wege ermöglichen auch die oberen Stockwerke zu erreichen.
Zentrale Fahrstühle, ein blank polierter Boden und Security fallen mir auch sofort ins Auge.
Toll.
Was mach ich jetzt ?
Ich komme an einem PAP(Public Access Point) vorbei und bleibe stehen.
"Mal schauen was es heute neues in New Bombay gibt."
"Guten Morgen. Sie befinden sich in New Bombay, Electronic Centre, World Plaza.
Die Sonne scheint, es ist ein milder Morgen, 17°C
Regenwahrscheinlichkeit 0%
Luftfeuchtigkeit: 30%
Smogwarnungen: 60%"
Ich klicke auf Menü.
News.
Vorne auf prangt Osmans Konterfei
"Attentäter kurz vor der Hinrichtung"
?!?
Der in die Attentatsaffäre auf den Imperator persönlich für schuldig befundene Osman Kal'Ahari wird am ... auf dem Elektrischen Stuhl hingerichtet.
Die Anklage legte eine unheimlich harte Faktenlage gegen den mutmaßlichen Terroristen frei, welche die Verteidiger in keinster Weise entkräften konnten. Die einzige öffentliche Aufnahme zeigt einen gebrochenen Mann, der für seine Taten büsst."
Eine Videomessage mit Osmans Aufnahme.
Er schaut abgehetzt, rastlos und müde.
"Ich kann für meine Verteidigung nichts mehr tun."
"Diese Aussage wird aus Fachkreisen als Beweis der irritierten Lebensmeinung der Anhänger dieser Terroristen bezeichnet. Es sei typisch, dass Attentäter und Terroristen, die einmal gefasst wurden niemals etwas preis geben und sich letztendlich ihrem Schicksal ergeben und einen heldenhaften Tod sterben, der sie letztendlich in den Himmel führt.
Fragt sich wer hier verrückt ist."
Ich trete einmal kräftig in das Terminal, so stinksauer bin ich jetzt.
Es funktioniert nicht mehr, mehr kann ich gerade nicht tun.
Jetzt brauche ich erstmal eine Bank.
Was solln der Scheiss.
Das klingt ja noch bekloppter als bei mir.
Osman ein Terrorist, son quatsch.
"Kommen Sie oft hierher?"
Neben mir sitzt eine ältere kleine Dame.
"Bitte?"
"Kommen Sie oft hierher?" wiederholt sie mit etwas schwacher Stimme.
"Nein, ich bin das erste mal hier."
"Dies ist ein schöner Ort."
Ich schaue mich um.
"Das ist er" füge ich hinzu.
"Man kann sich hier zurücklegen und all seine Sorgen für einen Moment vergessen."
"Ich habe so viele Sorgen." lache ich "Die kann ich jetzt gerade nicht vergessen."
"Glauben Sie mir." sagt sie mutterlich und legt ihre Hände um meine Linke.
"Heutzutage ist die Welt voll Sorge und oft ohne rechten Ausweg.
Wichtig ist, das man die Tür findet.
Einen Ausgang gibt es immer."
"Glauben Sie der Mann ist ein Terrorist?" will ich wissen.
"Dieser arme Mann" sagt sie weise."Er ist vermutlich nur ein armer Tropf, der den Kopf hinhalten soll. Wer weiss, was er wirklich getan hat. Darüber haben wir nichts erfahren."
"Da haben Sie recht."
"Sie kennen diesen Mann, habe ich recht?"
Ich atme tief durch.
"Oh ja, ich kenne ihn."
Etwas Stille.
"Manche Menschen sterben genau dann, wenn sie sterben sollten.
Manche Menschen sterben viel zu früh und manche Menschen viel zu spät.
Manchmal sterben Menschen aber auch noch nicht, weil sie es noch nicht sollen."
"Und was schlagen Sie vor" frage ich frei heraus.
Diese Frau ist verblüffend, als schaut sie mir direkt in mein Herz.
"Beten."
"Beten?"
"Gottes Wege sind einmalig. Er wird wissen was zu tun ist."
Hmmmmmm. Jetzt bin ich entäuscht.
Ich weiss nicht was ich machen soll, auch wenn ich nicht Gott bin.
"Danke Omi" seufze ich und setze mich wieder in Bewegung."Sie haben mir viel weitergeholfen."
Das stimmt zwar nicht, aber sie war ja wirklich freundlich.
In einem hat sie Recht. Manche Menschen sollen noch nicht sterben.
Etwas klatscht mir rechts auf die Schulter, dann erscheint Links eine Person neben mir.
"Hi Jack, auch schon da?"
Flat Toni. Ich bleibe stehen.
"Hi Flat." Ich bin überascht.
"Hast ja ganz schön lange gebraucht" latscht er mich an. "Ich renn hier schon überall rum und suche euch. Wo seid ihr?"
"Ich weiss eigentlich von nix, aber Clara is hier irgendwo.
Wie kommst du hierher?" will ich wissen.
"Na, Osman, die Info lässt mich doch hierherkommen.
Mir war klar, dass ich euch hier auch treffen werde."
Flat Toni war damals der Chefingenieur der Z.K.I..
Information bedeutet Toni alles. Er hat seinen Körper tunen lassen um "bessere Performanz" oder "mehr Speed" zu bekommen.
Mir ist die ganze Geschichte eher suspekt, daher will ich das gar nicht so genau wissen.
Flat Toni war aber immer eine Basis in Sachen Informationsbeschaffung.
Es gibt kein System, was er nicht knacken kann.
Zumindest glaubt er das und deswegen ist er so gut.
Er ist aggressiv und schnell, übrigens auch außerhalb der Netzwelt.
Er ist ein Spezialist für Sondereinsätze und 1-Mann-Aktionen.
Das macht ihn zu einer unglaublich effektiven Waffe.
Glaubst du sie werden alle kommen ?"
"Wenn sie die Nachricht erreicht ja. Ich hatte zu vielen Kontakt, aber zu den meisten ist er abgebrochen."
"Das ist gar nicht gut."
"Du hast es ja auch ordentlich bei dir krachen lassen" grinst er mich an.
"Ich glaub du hast es geschafft der am meisten frequentierte Unschuldige im Bhuzer Fernsehen zu werden.
Du musst mindestens 5 oder 6 Schießereien mitgemacht haben und wurdest immer interviewt" er grinst sich Einen. Arsch!
"Es war nur 4x"
"Das sagst du jetzt."
Ich unterhalte mich mit Toni und weiss, das ich mittlerweile auf dem neuesten Stand bin.
Osman wird hingerichtet auf dem Elektrischen Stuhl.
Wir sind uns einig, dass wir das auf jedenfall verhindern müssen.
"Ich werde gesucht, ich habe nicht viel Wahl" erkläre ich mich.
"Clara auch" füge ich noch hinzu.
"Wir sind Krieger, oder ?" grinst Flat Toni breit.
"Danke, dass du mit dabei bist."
"Hey" tut er den Gönnerhaften "denkst du ich reise um den halben Erdball und setze mich in eine Hängematte um euch im Fernseher zuzuschauen, wenn sie die Live-Übertragung per Heli-Jet bringen ?" sagt er sarkastisch, .., und dann "da will ich doch dabei sein!"
"Du hast manchmal einen seltsamen Humor" murmel ich und denke über das eben Gesagte nach.
Wenn sie uns im Heli-Jet haben entkommen wir nicht, egal wohin wir dann ziehen.
"Mach dir da mal keine Sorge" klopft er mir auf die Schulter "Wir holen Osman da raus."
Ich weiss nicht ob ich mich besser fühlen soll, aber Flat Toni ist eigentlich immer ein Verlust, wenn er nicht da ist.
Er scheint halt nur nicht so.
Mein Communicator vibriert
"Jack" Es ist Clara
"Ja"
"Frühstückst du schön?"
"Ich habe nicht gefrühstückt" empöre ich mich.
"Warum nicht?"
Frauen...
"Wo bist du."
"Etwa 500 Meter vom Haupteingang entfernt."
"Du hast nur 500 Meter geschafft?" Sie klingt etwas fassungslos.
"Es ist nicht so wie du denkst." erkläre ich mich und dann noch "Flat Toni ist hier."
"Das ist eine gute Nachricht. Ich bin in 20 Minuten da. Wo treffen wir uns ?"
Ich schaue den Wegweiser an und entscheide mich für ...
"Collins Bar"
"Kannst du auch mal was ohne den Namen Bar wählen ?"
"Mir gefallen Bars" erwieder ich trotzig. "Da gibts auf jedenfall Scotch, dann ist der Tag schon gerettet."
"Jack wir haben nichtmal 12!" ermahnt sie mich.
"Wer ist hier der CEO"
Hackordnung muss manchmal sein.
"Gut mein CEO ich bin dann in etwa einer halben Stunde in Collins Bar"
Aufgelegt.
"Wer war das ?"
"Clara."
"Und jetzt?"
Ich deute auf den prächtig glänzenden Palast in der Mitte.
"Collins Bar"
Toni schaut wirklich glücklich aus.
Wie zwei Cowboys, die jetzt richtig einen draufmachen nähern wir uns der Location.
Sie geht über mehrere Ebenen und ist in sogenannte "Emotion Areas" eingeteilt, die einem in ihrem Bereich ein bestimmtes "Feeling" vermitteln sollen.
Mir würde ja Scotch reichen, aber sowas ist auch mal nicht schlecht.
Wir setzen uns in eine Gruft die unheimlich tropft und unterschwellige Hornmusik ertönt virtuell im Raum.
Wenn so ein Geräusch direkt neben dir loszieht rauscht dir das die Ohren durch und wandert dann durch den Raum.
Die moderne Musiktechnik hat wirklich wahnsinnige Effekte drauf.
Nach einer halben Stunde trifft Clara ein.
Komisch.
Kein Versteckspiel?
"Habt ihr euch auch kräftigt amüsiert?" fragt sie anklagend.
"Ich bitte dich Clara, ich hab mir sowas schon lang nicht mehr geleistet."
Sie blickt mich fragend an "Hier?"
"Warum nicht hier?" erwieder ich und blicke mich um.
"Nunja, ..., es ist etwas, ..., exclusiv."
Komisch, ich dachte ihr gefällt das.
"Wir können auch woanders hingehen." Versuche ich die Situation zu retten.
"Nee, so wichtig ist das auch nicht." Verloren.
Sie setzt sich.
"Ich habe einen alten Freund getroffen und.."
"Haben deine Freunde eigentlich auch Namen?" möchte Toni mal wieder wissen.
"Du weisst, das ich darüber nicht sprechen darf."
"Mein Gott, das tut sie immer" beschwert sich Toni "IMMER macht sie das. Dieses ständige" er fuchtelt wild mit den Armen in der Luft "als wären wir irgendwelche Asis die rumlaufen und nix besseres zu tun haben, als das rumzuposaunen."
Toni hatte das noch nie verstanden, ich dafür umso mehr.
"Krieg dich mal wieder ein" unterbricht jetzt Clara.
"Osman wird morgen in den Südtrakt des New Bombay City Jail verlegt.
Übermorgen soll er in eine freie Zelle des High Security New Bombay Jail verlegt werden, da die Maßnahme im City Jail nur eine vorübergehende Ausweichmöglichkeit darstellt.
Wir haben drei Möglichkeiten.
A. Wenn er ins City Jail verlegt wird.
B. Im City Jail und
C. Wenn er aus dem City Jail verlegt wird."
"Hey hört mal" empört sich Toni. "Ihr könnt da nicht einfach so reinlatschen und den mitnehmen. Wir sind hier in New Bombay. Das ist die Hauptstadt. Die werden da alles abgesichert haben was geht und so eine Kolonne überfallen halte ich für keine gute Idee."
"Kommt drauf an wie viele es sind." erwieder ich.
"Ich halte es für das beste ihn direkt bei der Verlegung ins City Jail abzufangen" legt sich Clara fest.
"Das klingt logisch. Ist die beste Möglichkeit schnell ausm Staub zu kommen." meine ich.
"Da brauchen wir ne Menge Feuerwerk" staunt Toni.
"Das wäre doch dann dein Job, oder irre ich mich?"
"Hey, wir sprechen hier von nichtmal einem Tag." stottert Toni fast.
"Ich muss auch wieder weiter, die Geschichte mit den City Jail weiterforschen." verabschiedet sich Clara plötzlich und verschwindet.
"Hey warte mal, wir waren noch nicht fertig"
Doofe Kuh!
Toni scheint ein bischen beunruhigt.
"Was ist los" will ich wissen.
"Ich weiss nicht ob das klappt" sagt er.
"Dann versuchs einfach" treibe ich ihn an.
"Gut gut."
Er kramt aus seinem Rucksack ein Deck heraus, ein kleiner würfelförmiger Kasten mit ein paar LED Lampen. Er steckt ein paar Kabel in das Deck und in den öffentlichen Telefonanschluss.
"Ich muss mir das nicht anschauen oder?" Mich ekelts da ein bischen vor, ich weiss nicht wieso.
"Wenn du meinst."
Das Deck durchläuft mehrere Stati, was schön an den Lampen abzulesen ist.
rot, rot, gelb, grün, blau, blau
Er steckt weitere Kabel in das Deck und klingt das andere Ende in seinem Nacken in die Hardware ein.
Sein Körper zuckt kurz und entspannt sich dann.
Seine Augen glotzen leer.
"Ich kann den doch hier nicht einfach sitzen lassen", ermahne ich mich.
Doch, Ich kann.
Ich gehe runter in die Metro.
Seit es die MetroWaggonCompany gibt ist praktisch jede Metro auf die Bedürfnisse ihrer Gäste vorbereitet.
Jederzeit steht ein MetroWaggon zur Verfügung, der einen durch das Netz zu einem beliebigen Punkt bringt, drum muss auch ich nicht warten, bis ich mein Ziel wählen kann.
New Bombay City Jail.


Teil 5

New Bombay City Jail ist ein Block mitten in New Bombay.
Einzig ein Schutzwall behindert die Sicht auf der horizontalen.
Neben Häusern wie La Fayette und Mc Allisters wirkt dieser Ort jedoch klein wenn auch bedrohlich.
Vom Dach der La Fayette hat man den besten Ausblick auf den Trakt.
Ich klappe die Zetatech Hi-Profile Adjustmen Funktion meiner Hightechbrille an.
Zwei Linsen schieben sich über meine Augen und versorgen mich mit ausgelesenen Informationen.
4 Sicherheitsringe mit jeweils 8 größeren Elementen, dunkel und groß.
Vollständig vergittert und verglast. Mehrere Hochsicherheitszäune und viele Wachposten.
Jedes Tor doppelt gesichert mit 10 Wachposten belegt.
Wenn man davon ausgeht, dass man nicht weiss, wo er liegen wird ist Plan B ein Scheißplan.
Mein Communicator vibriert.
"Jack Straw"
"Ich bins Toni"
"Schon fertig?"
"Nein, ich bin immer noch drin. Und wo bist du?"
"Auf dem La Fayette beim City Jail."
"Hast du eine angeschlossene Visiereinrichtung?"
"Ich schaue mich gerade um, woher hast du eigentlich meine neue Nummer?"
Indem Moment verschwimmt mein Blick, die Dinge rasen an mir vorbei.
Zahlreiche Auswahlen und Auswertungen erscheinen und verschwinden noch ehe ich sie lesen kann. Mir wird schlecht und ich deaktiviere das Interface.
"Lass ma" ruft Toni.
"Sach bloß du warst das."
"Ja, lass ma"
"Toni, mach sowas nie wieder mit mir, ich schwör dir, das kriegst du zurück."
"Mach einfach die Augen zu."
Ich schalte das Interface wieder ein und schliesse die Augen.
Der Spinner. Lebt in seiner Welt und überascht mich auf sone Art.
Er hat mich angezapft, hätte ich jetzt auch so neuronale Interfaces wie er, wäre mir wahrscheinlich schlimmeres passiert, so war es eine rein visuelle Geschichte und das hat mir ehrlich schon wieder gereicht.
"Fertig."
""Und was denkst du?"
"Ich lass mir was einfallen."
Aufgelegt.
Können die Menschen nicht mal vernünftig mit mir telefonieren ?
Ich war es bisher nicht gewohnt Gespräche so abrupt zu beenden.
Ich hoffe Clara findet mehr raus, was auch immer sie treibt.
Da fällt mir ein Wagen auf, der das Gelände verlässt.
Er sieht so gar nicht nach Polizei aus, eher nach Prominenz.
Ich mache eine Video aufnahme, vielleicht kann Toni was damit anfangen.
Danach schlender ich noch etwas durch die La Fayette und beschliesse mir einen zweiten Satz Kleider zuzulegen. Diesmal was Geschäftsmäßiges. Außerdem besorge ich mir einen Personal Bag Handler. Eine Wahnsinnserfindung. Man legt Dinge hinein, welche dann im Stauraum sortiert abgelegt werden. Ein etwas sperriges Teil, aber wat mut, dat mut. Danach gehe ich zu Chrysler Bell Labs und klingel Toni an.
"Was gibts?"
"Toni, sag mal wie viel Geld habe ich gerade ?"
Tonis Stimme klingt ehrgeizig.
"Ich denke eine Menge!" protzt er.
"Was ist eine Menge?"
"Sagen wir eins null null null null null null ach komm noch ne null"
"Ist schon gut, das wird mir reichen, danke"
"Gern geschehen.Wofür?"
"Ma sehn"
"Ich bin schon gespannt."
In einem sog. Schlafsarg, der nicht mehr als ein kleines Abteil ist kleide ich mich vorher noch um und stelle meine PBH ab. Das schöne an so Schlafsärgen ist, dass etwas mehr als in so Schließfächer reinpasst, sie aber genauso funktionieren.
"Herzlich Willkommen Mister Straw" empfängt mich der virtuelle Verkäufer, der meinen ID Chip ausliest." Sie haben sich richtig entschlossen als sie Chrysler Bell Labs wählten, hier werden Wünsche wahr."
Ich laufe ein bischen durch die Ausstellungshalle. Das Ding da dudelt mich eh noch ne Zeit lang voll und die Gefährte kann man sich auch so anschauen.
"Sie sind also Leitender Angestellter bei Finance Arab Inc und dürfen im Rahmen der Firmentätigkeit ein Fahrzeug im Wert von 25. Mio Cred Points erwerben."
Toni...
"Im Rahmen unserer Luxuspakete ab einem Gesamtwert von 10.Mio erhalten sie eine Extra Gold Chrysler Bell Labs Cred Card mit einem renditefähigem Barwert von 50% des zusätzlichen Betrags."
Na das kann ja heiter werden.
Ich klingel nochmal bei Toni durch.
"Ja?"
"Wie ist es mit Geheimmodellen?"
"Du meinst militärisch. Erledigt."
"Sie haben Zugang zu einem Teil unserer Spezialmodelle, welche ich ihnen hier gerne vorstellen möchte" Fährt der Verkäufer fort. Er zuckt ein bischen.
"Das hier suchst du" erklärt Toni noch in der Leitung
"Sie interessieren sich für den Chrysler Bell Labs Tactical FAC, einer Stealthgestützten Multifunktionsmaschine, auf dem Land, im Wasser oder in der Luft. Kleiner Raumgleiter mit Kompabilität zum Hyperspace-System.
Basisausstattung: 9Mio Credits und Zugang zu Sicherheitsstufe 3"
3, das ist schon ganz schön gut.
"Und wieviel kostet der Spaß mit allem drum und dran ?"
"In Vollausstattung mit den Funktionen" ...." kostet diese Version 48,950,650 Cred Points und Zugang zu Sicherheitsstufe 2"
"Geschenkt" hör ich Toni.
"Danke für ihren Einkauf. Die Transaktion ist beendet."
Toni ist in seinem Gebiet ein Gott.
Oben öffnet sich ein Rund aus dem ein Fahrstuhl herunterkommt.
Mein neues Gefährt.
Wow.
"Ich klinke mich wieder aus. Viel Spass noch" Aufgelegt.
Kleine Wut übermannt mich, doch dann ist es, wie wenn du einem jungen Absolventen der A-Lizenz seinen ersten Flieger übergibst.
Probesitzen, Steuerhebel einfühlen, alle Knöpfe einmal drücken.
Toll.
Ich registriere mich per DNA-Analyse und norme das Gefährt quasi auf mich.
Das ermöglicht mir auch Fernsteuerung per Com-Port, das ist ne tolle Sache.
Erstmal fliege ich raus aus der Stadt und drehe ne Runde, ein bischen nachdenken.


Teil 6

Später checke ich im Hilton ein und reserviere eine Suite. Toni und Clara hinterlasse ich eine Nachricht.
"Eine Privatbar. Hach ist das schön."
Ich nehme mir ein Glas und schütte mir Scotch ein.
Setze mich nieder und betrachte den Fernseher.
Es klopft an der Tür
"Ja ?"
Ein Page tritt ein und fragt:"Haben Sie sonst noch einen Wunsch Konsul?"
Tonis Pseudoidentitäten sind manchmal ein bischen orientalisch.
"Danke, ich bin bedient." Ich werfe ihm 3 Cred Sticks zu
"Besten Dank und noch ein langes Leben" wünscht er mir mit leuchtenden Augen und verschwindet.
Ich lasse mich berieseln bis Clara eintrifft.
Sie legt mehrere Taschen auf dem Wohnzimmertisch ab und breitet sie aus.
"Hast du was herausgefunden ?"
"Einiges..." ist ihre nichtssagende Aussage während ihr Blick über die Utensilien wandern.
"Könntest du das etwas ausformulieren?" bitte ich sarkastisch
"Später! Hier" deutet sie auf eine kleine Box "habe ich die Aufzeichnungen über das Verfahren"
"Das ist nicht sonderlich viel" erwieder ich nach Durchsicht der Daten.
"Ich weiss, aber ich komme nicht gut voran."
Erst jetzt bemerke ich die Schramme über ihrem linken Auge.
"Ist dir was zugestoßen ?" will ich wissen.
"Sagen wir einfach: Der Job war schon immer gefährlich" tut sie die Sache ab.
Ich übergehe dies.
"Hier steht Osman wäre offenbar bei Verhandlungsrunden mit der Atlantaner Brigade übergelaufen und habe ein Attentat auf den Imperator verübt. Wieso fehlen die ganzen Verhöre?"
"Weil sie fehlen sollen!"
Ich staune erneut.
"Es ist wahr, dass hier eine riesige Vertuschung stattfindet.
Ich weiss noch nichts genaues, aber wir haben im Moment erstmal anderer Prioritäten.
Wir müssen Osman befreien." Sie reicht mir ein weiteres Pocket Interface "Hier habe ich die Daten über das City Jail."
Die Tür knallt mit einem Wums auf.
Toni tritt ein und posiert.
"Typisch Männer" sagt Clara verächtlich.
"Nicht alle Männer sind so" erwieder ich.
Toni schlägt die Tür zu und stolziert wie ein Hahn auf uns zu.
Er scheint einen guten Tag gehabt zu haben.
Wir setzen uns hin und schmieden unseren Plan A.
Die Zeit ist knapp, er wird nur von morgen bis übermorgen für etwa 26 Stunden in dem Gefängnis verweilen und noch besser wäre es, er würde es niemals erreichen.


Nächster Tag - New Bombay - Franchise Marketing Consulting Dome

Clara und ich liegen auf einer Plattform oberhalb des Gebäudes.
Von hier aus hat man etwa 2/3 der Wegstrecke der beiden Gefängnisse im Überblick.
Der Verkehr ist stark, also wird der Convoy mit den Gefangenen etwas länger unterwegs sein.
Flat Toni hat sich an einem Ort abseits in die Matrix eingeklingt und meint uns so besser unterstützen zu können.
Wer weiss, ... , vielleicht sitzt ja immer noch in der Suite.
Wichtig ist nur, dass man sich auf ihn verlassen kann und das war bisher immer so.
Wir haben per Com eine Konferenzschaltung aufgebaut und können uns miteinander verständigen.
"Sie fahren los" bemerkt Clara.
Ich stelle meine Visiereinrichtung scharf.
Gepanzerte Fahrzeuge verlassen das Gefängnis.
Clara erhebt sich und meint nur kurz "Wir sehen uns später"
"Warte mal Clara" entgegne ich, doch sie ist schon über die Kante der Plattform gelaufen und in den Abgrund gesprungen.
Ich sehe ihr nach.
Graziös fliegt ihr Körper den Tower hinab. Sie macht Figuren wie beim Ballett, spannt ihren Körper dann voll durch und nimmt eine segelnde Stellung ein.
Die Hyperjacket wird sehr spät aktiviert und zwei Flügel fahren aus dem Rucksack-Modul heraus.
Es sieht so aus, als würde sie nun knapp über dem Verkehr hinwegziehen.
"Toll, wie du dich da so versteckst" bemerke ich süffisant.
"Die können mich eh nicht sehen."
"Da hat sie recht." bemerkt Toni "Sie ist zu schnell um aufzufallen."
Irgendwo auf halber Strecke setzt sie auf und stellt das Jacket einfach an den Strassenrand.
"Wie gut, dass das nicht meine Rechnung ist."
"Toni zahlt das"
"Sag mal Toni, woher nimmst du eigentlich die ganze Kohle?" will ich wissen.
"Frag lieber nicht." bemerkt er kurz. "Dein neues Fahrzeug hat Richter Abraham Smith höchstpersönlich bezahlt, oder er muss es in Kürze versuchen."
"Du hast was ?" ich bin schockiert.
"Hey, das war das mindeste, was er uns schuldet."
"Wir sind keine Kriminellen!" stelle ich das mal klar.
"Aber gegen uns wird unfair gekämpft, also dürfen wir das auch."
Mittlerweile fällt mir auf, dass ich Clara verloren habe.
"Clara, wo bist du?" frage ich nach.
"Ich bin noch da."
"Ich weiss wo sie ist." sagt Toni "und ich weiss auch wo du bist."
"Na das is ja schön das ihr beide so bescheid wisst" frotzel ich.
Mittlerweile hat der Convoy das Gefängnis vollständig verlassen.
"Es sind 20 Fahrzeuge."
"20?" fragt Clara. "Ich kann sie noch nicht sehen, aber sollten es nicht nur 10 sein?"
"In welchem ist er dann?" will Toni wissen.
"Es wäre doch jetzt deine Aufgabe das herauszufinden, oder ?" ist meine Antwort.
"Gut. Ich hacke mich ins Gefängnis ein und kontrolliere die Papiere."
"Ein bischen schneller bitte."
"Sie kommen an mir vorbei" meldet Clara.
"DA bist du ?" staune ich.
Ihr Fahrzeug ist direkt hinter dem letzten Panzerwagen.
"Wieso hat mir niemand gesagt, dass wir sowas brauchen können ?"
Manchmal behalten sie einfach zu viel für sich.
"Du hast doch alles was du brauchst.
Das schaffst du schon."
"Ich finde das nicht lustig."
Ich stehe auf und verlasse die Plattform.
Ich könnte auch so stylisch da runterfliegen, aber ein gewöhnlicher Lift ist mir doch lieber und Zeit habe ich noch genug. Ich hatte auch son geiles Jet-Pack, aber ich wuste schon vorher, dass ich es nicht nutzen würde.
Der Komplex ist ein Bürogebäude mit Erholungs und Wohnbereichen.
Hier trifft man viele Menschen, alles ist sehr weitläufig.
Was das angeht wäre der Sprung wieder die bequemere Art gewesen, aber ich bin ja nicht lebensmüde.
Am Eingang sehe ich wieder die Limo von gestern.
"Toni, wer ist das?" frage ich nach.
"Ich checke das."
"Wir kommen kaum voran" klingt Clara genervt.
"Ruhig. Wir kriegen schon unsere Chance."
"Der Wagen ist auf einen Senator Tom Booninger zugelassen.
Kennst du ihn?"
"Und ob ich ihn kenne!" platze ich heraus.
"Er ist Innenminister im Staate Daan und war vor langer Zeit mein Zimmernachbar in meiner Offiziers-Ausbildung."
"Das habe ich hier auch.
Du warst im Imperialen Fort für Sonderermittlung?" er klingt erstaunt.
"Ich war schon an vielen Orten" erwieder ich weise.
"Jack ist ein alter Mann musst du wissen" schaltet sich Clara dazwischen.
Dumme Kuh.
Ich schweige lieber.
"Toni, wo ist er nun."Clara klingt ungeduldig.
"Sieht ganz so auf, als wäre das nicht verzeichnet" antwortet er.
"WAS?"
"Hier gibt es keine Aufzeichnungen mehr zu den Transporten, scheint High-Security zu sein."
"Was anderes wäre für uns auch unwürdig." erkläre ich düster.
"Ich durchsuche bereits das Garbage Verzeichnis, ich melde mich, wenn ich näheres rausfinde."
"Plan A ist ein Scheißplan" beschwert sich Clara.
"Ruhig Clara" beruhige ich.
"Ich bin ruhig, aber wir haben schon die Hälfte der Strecke zurückgelegt."
"Ich weiss"
Unten und draussen angekommen sieht die Welt wieder ganz anders aus.
Ein schlimmes Gewirr von Menschenmassen und Fahrzeugkolonnen reihen sich hier auf 3 Ebenen auf. Mehrere Metro Services sind ebenso implementiert. Ein PCB(Public City Bus) hält direkt vor mir an der Strasse und eine Masse von knapp 200 Menschen strömt ins Innere, was aber keinem groß auffällt, da in etwa genauso viele den Bus wieder verlassen.
"Gib das Her." beschwert sich ein Junge unweit von mir entfernt.
"Das ist jetzt nicht mehr deins"erwiedert ein zweiter größerer und stößt ihn zu Boden.
"Es ist meins!" er wirft sich dem Groben an die Füsse.
Dieser hebt nur das Bein und tritt ihn nieder.
"Hab dich nicht so, du kannst es eh nicht mehr gebrauchen."
Son Mist.
Sowas kann ich jetzt absolut nicht gebrauchen, außerdem sind es noch Kinder.
Ich halte eine Passantin auf ihrem Weg auf, schaue sie ernst an und weise in die Richtung, wo der Große den Kleinen gerade richtig anfängt zu vermöbeln.
"Sowas können Sie doch nicht zulassen" erwähne ich nur.
Sie schaut in die Richtung und kriegt ganz grosse Augen, greift in ihre Tasche und nimmt einen Prügel heraus.
Ich bin erschrocken !
Ich schaue mir noch kurz an, wie die Frau diese Geschichte "regelt", was für beide mit ein paar Blessuren und einer Portion Schimpf und Schande verbunden ist und kehre wieder in meine Welt zurück.
"Ist noch irgendwer da ?" Toni klingt aufgeregt.
"Ja" "Ja"
"Wir müssen das ganze abblasen!"(Toni)
"Abblasen?"(Ich)
"Osman kriegen wir da nicht raus. Allein in seinem Container sind 10 Sicherheitsleute der Sicherheitsstufe *2"(Toni)
"IST?"(Internationale Sicherheitstruppe)(Ich)
"Das ist die Elite"(Clara)"Mir egal!"
"Halt Clara, wirklich" Toni klingt besorgt.
"Abbrechen" beschliesse ich.
"Scheiße Jack, wir müssen ihn hier kriegen."
"Wir müssen Plan B ausführen.
Wir haben etwas mehr als 26 Stunden Zeit."
"Plan A, Plan B, Plan C, jeder Plan ist ein Scheißplan angesichts der Lage hier"
"Da hat sie recht"
Danke Toni.
"Wir haben keine Wahl."(Ich)
"Da reinzukommen ist wirklich nicht so einfach" meint Clara
"Du findest einen Weg" bin ich mir sicher.
"Scheiße sone Kacke." Clara flucht. Die Arme tut mir Leid.


Teil 7

--- 2:42 --- S.S.A. Tech Forschungszentrum New Delphi ---
Wir haben nochmal unsere Kontakte spielen lassen.
Flat Toni hat sich um die Materie gekümmert, Clara um den Weg, und ich habe Puzzles sortiert, wie das immer meine Aufgabe war.
Was mich diesmal richtig ankotzt, ist, dass die zwei Spaßvögel mir nicht genug erzählen.
Ich bin halt nicht mehr ihr CEO, damit muss ich mich noch abfinden, aber wenn sie Pläne schmieden sollen sie nicht entscheiden, was ich wissen und auch nicht wissen muss.
Was machen wir bei Secure Stealth Army ?
"Vertrau mir doch?" bemerkt Clara.
Toni hängt wie immer im Netz.
Das Eingangstor öffnet sich, das Knarren der Motorik hallt über die Umgebung, so dass es einem die Haare aufstellt.
"Sesam öffne dich" bemerkt Toni.
Wir schlüpfen hindurch.
Direkt hinter dem Tor suchen wir die schützende Deckung des Strassenrands und nähern uns dem Komplex.
Eine Videokamera, direkt vor meinen Augen, scant summend die Umgebung ab.
"Und du bist sicher, dass sie das nicht bemerken ?"
"Da wo nix los ist schauen sie eini Endlosband der letzten Stunde" antwortet Toni. "Und damit nix auffällt behalte ich die richtigen Kameras auch im Auge, damit es nicht auffällt, wenn sie an Plätzen sind, wo sie nicht sein sollten."
"Sag mal musst du immer so viel fragen?" beschwert sich Clara und nähert sich mittlerweile schon dem Parkplatz, gut 20 Meter entfernt von mir.
"Ich fühle mich halt unwohl, wenn ich versteckt in ein Gebäude eindringe und von Kameras beobachtet werde."
"Ist doch egal wie das funktioniert, Hauptsache es funktioniert!"
Wie weise ...
Ich beeile mich trotzdem etwas mehr.
An einem Seiteneingang angekommen schauen wir uns um.
Der Schlüsselcode der Tür blinkt und piept, schaltet auf grün und die Tür knackt einmal.
Clara öffnet sie und schlüpft durch.
"Und denkt dran mir was mitzubringen" meint Toni. "und macht nicht zu lange.
Das Ganze ist nicht wenig anstrengend und wir haben keine Zeit zu verlieren."
Das musste er mir nicht sagen.
Toni führt uns durch ein Gewirr von Gängen.
"Vorsicht!" erschallt sein Ruf.
Adrenalin pumpt durch meine Adern und der Puls rast plötzlich.
Toni lacht und meint nur:"War nur Spaß"
Ich werde ihn umbringen.
"Verdammt lass den Scheiss" beschwert sich auch Clara.
"Ich wollte nur mal schauen, wie ihr so reagiert" er scheint innerlich zu strahlen für diese Schelmerei. "Hier ist weit und breit keiner, außer uns dreien."
"Du bist doch gar nicht da."
"Ich bin hier oben"
Die Kamera nickt uns förmlich zu.
"Macht euch keine Sorgen."
Er führt uns weiter in einen kleinen Raum mit Schränken.
"Wozu brauch er uns eigentlich um das Material zu beschaffen, wenn er sowieso alles kann?" frage ich Clara, die direkt in einem Schrank mit der Aufschrift "Remote" rumfummelt.
"Manches kann man eben nicht per Net" antwortet mir und schmeisst mir einen Gurt zu, dann noch einen zweiten.
"Soso, dann sind wir also die Packesel!" erwieder ich sarkastisch.
"Haben wir Zeit für sowas?" Sie blickt mich fragend an.
"Weiter." forciert Toni.
Nach weiteren 15 Minuten und einer Vielzahl von Treppen und Gängen erreichen wir einen Hangar.
Hier steht eine Reihe Roboter, welche dem Negator ähneln. Nur viel Kleiner.
Sie besitzen Düsen auf dem Rücken und sind in etwa 2.50 Meter gross.
"Was ist das?" will ich wissen.
"Das ist der SSA Stealth-Armour-Robot-Assault-Hyper Suit, kurz SARAH.
Eine massive Robotereinheit, welche über Neuronale Transimmter aus dem Gehrin mit einer K.I. verknüpft sind."
"Du weisst doch, dass ich.."
"Du musst nur einen Helm tragen." unterbricht sie mich.
"Gib mir die Gurte, ich muss sie einstellen."
Ich werfe ihr die Gurte zu.
Keine 2 Minuten später verschwanden 3 Prototypen der SSA auf spurlose Weise.

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