Und die Hölle brach los.... (22.10.2003 - Silverion)
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Perigain hatte noch das hämische Grinsen des Verräters Xopherus vor Augen, als um ihn herum das Chaos ausbrach. Von allen Seiten wurde das Gebäude mit schweren Waffen unter Feuer genommen. Granaten, Raketen und Plasmastrahlen schlugen überall um Perigain herum ein. Von einem auf den anderen Moment stand er inmitten eines brennenden Infernos. Explosionen und Autokanonenfeuer vor dem Gebäude liessen darauf schliessen, dass die imperialen Elitetruppen den Angriff erwiderten.
Dunkle Schatten, die sich wie Türme durch die Ruinen bewegten, zeugten von der Ankunft schwerer Kampfdroiden, die in Kürze hier eintreffen würden. Die Dunkelheit der Nacht wurde immer wieder durchbrochen durch die stroboskop-artigen Blitze der Lasguns und Disruptoren der imperialen Truppen. Plötzlich erschütterte eine heftige Explosion das Gebäude. Der Oberst wurde zu Boden geworfen. Steine und Schutt regneten von der Decke. Perigain zog seine Lasgun und rappelte sich wieder auf.
„Ich bin zu alt für diesen Scheiss“ murmelte er, während er ein paar dunkle Gestallten unter Feuer nahm, die sich mit Jetpacks durch die Fenster der alten Bibliothek katapultiert hatten. Mit ein paar gezielten Schüssen auf die Tanks verwandelte er die dunklen Schatten in gleissende Feuerbälle. Er sah sich um. Überall war Rauch, Perigain konnte fast nichts erkennen. Selaris war nirgends zu sehen. Um ihn herum wurde überall erbittert gekämpft. Ihm war sofort klar, dass sie die alte Biblothek nicht halten konnten. Er rannte zur Treppe, bahnte sich den Weg durch Trümmer und Rauch bis zum Eingang. Dort hielten die imperialen Truppen den Angriffen stand, doch es sah nicht gut aus. Immer wieder stürmten dunkle Gestallten, den Namen des Verräters und seines Meisters schreiend, durch den Nebel auf sie zu. Die meisten endeten in einem kleinen dampfenden Häufchen, andere hatten weniger Glück, und wurden nur in einzelne Teile zerschnitten, die noch einige Zeit lebten. Noch hielten sich die Truppen, doch die Verluste waren gross. Um ihn herum lagen verletzte Männer, die sich schreiend in ihrem Blute wanden, und andere, deren glasige Augen dem Jenseits entgegen blickten.
„Bericht!“ brüllte der Oberst in den Nebel. Mayor Bergen, der Leiter der Einsatztruppen, kam auf ihn zu und salutierte. „Oberst, wir zählen um die hundert Klone und noch zweimal so viele bewaffnete Fanatiker. Was mir aber mehr Sorgen macht, ist das da...“. Er zeigte auf eine dunkle Masse von schweren Kampfdroiden, die von allen Seiten auf das zentrale Gebäude zu marschierten. Mit lautem Krachen brachen die gigantischen Maschinen durch den Stein der vergessenen Stadt.
„Wir müssen hier weg. Alle Mann zu den Maschinen!!“ brüllte der Oberst. Bergen nickte und gab die Befehle zum Rückzug. Perigain und er rannten über den Platz zu den Stealthdroiden, von denen einige schon stark beschädigt waren. Die überlebenden imperialen Soldaten folgten ihnen und zwangen die Angreifer mit Dauerfeuer in Ihre Deckungen zurück. So schnell sie konnten, erklommen Bergen und Perigain einen der noch intakten Negatoren und starteten die Motoren.
„Wo sind die verdammten Nos-Verrain? Haben uns im Stich gelassen!“ fragte der Oberst.
„Nun, ich denke, diejenigen, die den Angriff überlebt haben, werden sich in Sicherheit gebracht haben. Die Nos-Verrain sind keine Krieger, sie verstehen sich nicht auf das Schlagen von Schlachten, sondern eher auf die Arbeit hinter den Kulissen, mit viel subtileren Mitteln.“ antwortete Bergen, während er den Droiden auf Hochtouren durch eine kleine Gasse neben der alten Bibliothek lenkte. Perigain hatte wie oft im provisorischen Copilotensitz Platz genommen.
„Habt ihr schon Bericht erstattet?“ erkundigte sich Perigain, während die Anzeigen des Spärenradars überwachte.
„Ja, der Imperator wurde über alle Vorkommnisse informiert. Er wird umgehend die Clans und die hohen Häuser in Kenntnis setzen. Xopherus wird für diesen Verrat büssen!“. Bergen, ein junger aber kompetenter Offizier mit dem Glanz des Idealisten in den Augen, konzentrierte sich darauf, einen Weg durch die angreifenden Kampfdroiden zu finden, die vor Ihnen wie Titanen aufragten.
„Wo ist Selaris? Hat er es geschafft?“ Perigain machte sich Sorgen um den Mann, obwohl er sich permanent mit ihm in den Haaren hatte. Irgendwie, tief innen, empfand er eine gewisse Sympathie für den sturen Hund.
„Darüber habe ich keine Informationen, aber ich denke, der alte Spion wird sich schon irgendwie in Sicherheit gebracht haben“, sagte der junge Gardist.
Es dauerte einige Stunden, bis sie die Verfolger abgehängt hatten und auf einer auf keiner Karte verzeichneten Route auf einem Umweg über die nördlichen Clanlands zurück zur Hauptstadt marschierten. Sie waren allein, die wenigen überlebenden Piloten hatten aus Sicherheitsgründen einen anderen Weg gewählt.
Perigain war in tiefes Grübeln verfallen. Irgendwie konnte er sich noch keinen Reim auf die ganze Sache machen. Gut, Xopherus war dem Wahn verfallen, und hatte den alten Kult Sundukars wieder aufleben lassen. Aber irgendwas anderes war da noch. Er konnte es nicht greifen, aber das Gefühl, dass die Zusammenhänge komplexer waren, liess ihn nicht los.
Das unerwartete Blinken einer der Anzeigen auf den Navigationsbildschirmen schreckte ihn aus seinen Gedanken.
„Verdammt, wir haben sie doch nicht abhängen können“. Bergen fluchte und schaltete den Autopiloten des Droiden wieder auf manuell.
„Wie kann das sein? Hat unsere Stealthautomatik was ab bekommen? Diese Higtech-Kisten von heute können doch einfach nichts mehr vertragen. Alles Schrott... “. Perigain übernahm die Steuerung der Waffensysteme, obwohl ihnen klar war, dass diese Ihnen kaum weiterhelfen würden.
„Kann sein, wie auch immer, wir sind auf jeden Fall gleich in Reichweite von 10 verdammten Asporen. Die machen Kleinholz aus uns...“
Die ersten Plasmakugeln schlugen in die Panzerung des leichten Droiden ein und rissen ihn in die Luft. Die zweite Salve schmolz das linke Bein sowie den Motorblock ihres Droiden. Der Droide schwankte, und kippte langsam nach links. Die nächste Salve würde ihr Ende bedeuten. Perigains Bein war gebrochen und Bergen lag regungslos neben ihm, während Blut aus seinem Mund tropfte.
Durch die zersprungene Kanzel sah er die riesigen Kampfdroiden auf sie zukommen. Perigain konnte geradezu fühlen, wie einer der Piloten auf den Auslöser drückte. Verdammt miese Art zu sterben, dachte er, doch er konnte sich nicht bewegen.
Doch dann geschah etwas völlig unerwartetes. Dunkle Schatten sprangen plötzlich von der Hinterseite der Droiden herunter und verschwanden in den Bodenwellen. In nächsten Augenblick erschütterten massive Detonationen den Boden. Die Asporen hatten sich innerhalb von Sekunden in gewaltige Fackeln verwandelt, bis auf das Skelett war von den schweren Kampfmaschinen nichts mehr übrig. Die Explosionen waren absolut gleichzeitig erfolgt, perfektes Timing. Von einem Moment auf den anderen waren ihre Verfolger kein Problem mehr. Perigain versuchte einen Blick auf die Gestalten zu erhaschen, die dieses Gemetzel angerichtet hatten, doch er konnte seinen Kopf nicht heben.
Er hörte leichte Schritte, doch er konnte niemanden erkennen. Ihm wurde schwindelig. Er hatte einiges an Blut verloren. Bergen röchelte. Dann kam eine Gestalt in sein Blickfeld. Sie trug einen dunklen, schweren Mantel, ähnlich dem der Raumpiloten oder der Nos-Verrain. Ein seltsamen Zeichen war am Kragen der Person angebracht. Perigain hatte dieses Zeichen noch nie gesehen. Das Gesicht war durch eine Maske verhüllt. Die Gestalt beugte sich über den Oberst und flüsterte:
„Habt keine Angst. Wir sind Freunde. Wir werden Euch helfen!“
„Wer seid ihr?“ fragte der Oberst mit letzter Kraft.
„Ihr werdet uns noch kennen lernen, später, wenn die Zeit dazu reif ist“
Dann versankt der Oberst in eine tiefe Dunkelheit...
