Schatten in Bewegung (30/11/03)

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Es war mitten in der Nacht. Der Nachrichtenoffizier der Imperialen Garde saß schon die ganze Nacht vor seinen Bildschirmen. Der Äther glühte, nachdem die Invasion der Aliens begonnen hatte. Die Codeknackerroutinen liefen auf Hochtouren, die Logs der Analyseprogramme ratterten unentwegt über den Monitor. Die blinkenden Warnanzeigen hatten eine fast hypnotische Wirkung. Die leise Musik aus dem Lautsprecher lullte ihn ein. Seine Augen wurden schwer. Immer Schwerer. Das schöne, leuchtende Rot, so schön wie die Haare der der süßen Offizierin, die ihn gegen Morgen ablösen würde. So süß...so..ach, das wunderbare Rot ihrer Haare...

Abrupt wurde der Offizier wieder wach. Rot? Blinkendes Rot? Alarm? Scheiße....

Hektisch fummelte Helger an den Lautstärkereglern für die Musik, während er gleichzeitig versuchte, die Anzeigen auf seinem Monitor zu deuten. Mist, verdammter. Seit einigen Minuten lief ein Gespräch über einen verschlüsselten Kanal. Die Scanner hatten einen bekannten Code entdeckt und die Analyseprogramme signalisierten oberste Priorität. Sein selbstgebasteltes Lokatorprogramm hatte etwas gefunden. Es war der Kommandokanal der Schattenhand. Es war ein absoluter Glückstreffer. Ein absolut einmaliges Ereignis, ein ... eine Katastrophe, er hatte ganze 4 Minuten verschlafen. Voller Aufregung griff er nach dem Kopfhörer, verschüttete seinen Kaffee über die Tastatur und verteilte die Schachtel mit Knabbereien über den Boden. Jetzt hatte er ihn.

Eine dunkle Stimme war zu hören: „...gesagt habe. Wir alle dienen einem höheren Ziel. Und diese lächerlichen Sesselfurzer der imperialen Karnevalsgarde sind ja nun wirklich nicht ernsthaft ein Problem, oder? Und ich bin ja nicht aus der Welt. Ich komme immer mal, wenn es die Zeit erlaubt, wieder. Solange wird der Laden von Euch und Belial geschmissen. Mein Vertreter hat durchaus seine Qualitäten, obwohl er mit Sicherheit noch ein paar mehr durchgeknallte Sicherungen als ich, hehe. Und das will schon was heissen...“

Eine zweite Stimme antwortete. Es war eine weibliche Stimme. „Aber muss es denn wirklich ein Barrit sein? Einer von diesen stinkenden Maulwürfen? Der kann doch nicht mal einen Kom-Pad bedienen, geschweige denn komplexe Kommandostrukturen leiten. Ausserdem ist er so ... so ... freundlich. Widerlich!“

Die erste Stimme antwortete. „Täusche Dich nicht, Belial X ist fähiger, als Du denkst. Der Mann hat schon Kontis verschwinden lassen, als Du noch in die Windel geschissen hast. Und er ist ein echter Könner auf dem Gebiet der Verschlagenheit. Lass Dich nicht von seiner weichen, freundlichen Art Täuschen. Der Kerl ist ein Schlächter, und sein Weg ist von Leichen gesäumt. Ich möchte ihn nicht als Feind haben. Obwohl ich ihm natürlich alle Knochen brechen werde, wenn er den Laden hier nicht vernünftig steuert. Aber wie auch immer, ich kann mich ja auf Euch verlassen, meine Schäfchen. Und Du, Suse, hab ein Auge auf unser Projekt. Arbeite eng mit BX zusammen, er kann uns wirklich helfen. Ausserdem, wie Du weist, muss ich mich dringend um andere Themen kümmern. Des Meisters Ruf kann man nicht ignorieren. Sonst ist Essig mit der Rente...“

Suse antwortete: „Wie lange wirst Du weg sein, Xophi? Kommst Du jemals wieder?“

Ohhhhh Scheisse, das war der Schattenlord höchstpersönlich. Dem Nachrichtenoffizier lief ein Schauer über den Rücken. Ich hab mich gerade in ein persönliches Gespräch zwischen dem Boss der Schattenhand und seiner Heerführerin eingehackt. Dreck, verdammter, ich bin ein Genie...Dann wurde ihm ganz blass um die Nase. Was, wenn die das mitbekommen? Dann bin ich toter als Tod, dann bin ich Vergangeheit...

Xopherus erwiderte: „Ich kann es Dir nicht sagen. Ich werde erstmal von der Bildfläche verschwinden. Es gibt einiges zu regeln, das Imperium kann nicht in einem Monat aus den Angeln gehoben werden. Wir haben mächtige Gegner. Die Unsterblichen sind nicht so dumm, wie wir es gerne hätten. Wir brauchen Verbündete. Und der Meister hat auch seine Pläne. Es wird die Zeit kommen, wenn wir den Vorhang lüften, und das schwule Ballett der imperialen Transen mal so richtig Tanzen lassen. Ihren letzten Tanz, wenn alles nach Plan läuft, hehehe ... So, jetzt wird's Zeit für mich zu gehen. Suse, mein schwarzer Engel, hau den Jungs die Knute zwischen die Ohren, wenn sie nicht spuren. Und arrangier Dich mit BX, er hat genau Vorstellungen von den nächsten Schritten. Also, mir gefällt der Mann, ob wohl er ein ziemlich fieser Typ ist. Oder vielleicht gerade deswegen?“

Suse antwortete: „OK, Xophi, ich werde das Ding schon schaukeln. Wenn es stimmt, was Du sagst, kann uns dieser BX event. Tatsächlich nach vorne bringen ... aber schau immer mal wieder rein. Wir werden Dich vermissen...“

Damit endete das Gespräch. Fassungslos saß Helger vor seinem Bildschirm. Der Führer der Schattenhand hatte sich gerade verabschiedet ... und ein Nachfolger namens Belial X war auf den Plan getreten. Dass musste er unbedingt weiterleiten...

[by Silverion, 2003]

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