Ruhe vor dem Sturm (06.12.2007 - Serenity)

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Serenity

Clanlands – Dae Ardh – Donnerstag

„Stellt sofort eine Konferenz mit allen Wächtern her.“ Die Untergebenen Cyems eilten durch die Basis, verfehlten sich nur ganz knapp und stellten die Verbindungen her.
Als auf dem riesigen Bildschirm alle 8 Commander zu sehen und nach und nach mit dem salutieren fertig waren, räusperte sich Cyem und deutete hinter sich, auf eine Aufstellung der dokumentierten Verluste beider Seiten.
„Wie ihr seht, sind wir deutlich weniger geschwächt, als das Imperium. Ich denke, es wird Zeit, unser wirkliches Ziel in Angriff zu nehmen.“
Leises Murmeln und Husten erfüllte den Raum. Cyem lies sich dadurch aber nicht aufhalten.
„Ihr werdet euch unverzüglich in meine Nähe begeben. Faeg wurde damit beauftragt, eure Basen zu überprüfen und wieder so gut es geht einsatzfähig zu machen. Wir werden am Sonntag eine Großoffensive gegen das Imperium anstreben. Ihr habt die genauen Daten verschlüsselt erhalten.“
Serenity erhob das Wort, auch wenn zuerst etwas zurückhaltend.
„Mein Lord, wir werden eure Befehle ausführen ohne zu zögern, allerdings erlaubt mir einige Fragen.“ Unsicher blickten die Angestellten zu Cyem und erwarteten jederzeit, dass er explodierte. Doch er blieb ruhig.
„Sicher doch, bei einer so wichtigen Angelegenheit sollte niemand im Unklaren gelassen werden. Was wünscht ihr zu wissen, Serenity?“ „Erebos wurde vernichtend geschlagen, Khorn ist beschädigt und wir haben seit mehr als einer Woche ohne Schlaf eure Aufträge ausgeführt. Versteht mich nicht falsch, mein Lord, ich kann dies noch weiter so aufrechterhalten und die Wächter ebenso, doch wünschten wir, wir hätten eine Ruhepause, damit wir zu 200% dem Imperium entgegen treten können.“ Er salutierte und sein Blick glitt zu Boden. Man könnte diese Bitte als Schwäche auslegen und genau dieser Punkt machte Serenity Sorgen. Er war kein Schwächling, er hatte keinen Schwachpunkt. Er war der Führer der Wächter, man vertraute ihm. Aber er wusste genau, würde er den Wächtern nicht zu einer kurzen Pause verhelfen, würden sie dem Imperium nicht viel entgegensetzen können, auch nicht mit perfekt ausgestatteten Basen und neuem Personal. Cyem blinzelte kurz, sehr selten sah man dies. Er drehte sich zu den Aufstellungen und dachte nach. Er rechnete alles genauestens durch, überflog die Verluste der treuen Schattenhände und beschäftigte sich hauptsächlich mit den Verlusten der Wächter und Serenitys. Nach schier unendlichen Minuten drehte er sich wieder den 8 Personen entgegen.
„Ihr werdet eure Pause bekommen, allerdings erwarte ich, dass ihr euch in dieser Zeit in meiner Basis aufhaltet. Wir benötigen keine unnötigen Verluste.“
Die Wächter staunten. Sie durften in die heiligen Hallen, in die Festung ihres Herrschers. Nach kurzem Salutieren blickten alle wieder gespannt auf Cyem. Doch dieser schwieg. Mit einem kaum hörbaren klacken öffnete sich die Tür hinter ihm, Faeg schwebte herein und richtete ihr Wort an Serenity.
„Nun denn, eröffne mir die übrigen Fragen, oder schweig und bringe mir die Wächter.“ Serenity blickte zu Faeg, räusperte sich und stellte die restlichen Fragen.
„Lasst es mich bitte erörtern. Meine Fragen gelten dem wie und wann. Ich könnte alle Wächter, so wie mich selbst, in wenigen Minuten an den gewünschten Ort bringen, allerdings denke ich, ein gebündelter Sprung benötigt zu viel Energie. Wäre es genehm, wenn die Wächter nach und nach zu euch springen und ich den Abschluss darstelle? Und werden alle Wächter am sonntäglichen Gefecht teilnehmen oder werden Erebos und Khorn bis zu diesem Zeitpunkt nicht wieder aufgerüstet sein? Kommandiert ihr meine Truppe, oder befehlige ich die Wächter zum Sieg gegen das Imperium?“
Faeg sah ihn nachdenklich an, doch das konnte kaum einer sehen, ausser Cyem. Natürlich wusste sie, dass der Kampf am Sonntag der Wichtigste war. Sie wusste, wenn sie dort versagten, würde das Imperium siegen und nicht einmal die Alientechnologien könnten dann noch helfen. Warum also sollte nicht sie selbst alles überwachen und befehligen.
„So denn, die Fragen sind berechtigter Natur und ich werde sie euch beantworten, allerdings können Planänderungen auftreten, so wie man es in jedem Kampf sieht. Ein Kampf kann nicht geplant werden, nicht der genaue Verlauf. Es ist jedoch vorgesehen, dass meine Wenigkeit die Wächter, sowie euch kommandieren wird. Ich werde euch in den Kampf führen, und ich werde euch zum Sieg führen. Sollten wir uns trennen müssen, seid ihr es, Serenity, der uns zum Sieg führen wird. Cyem selbst wird zwar auch am Kampf beteiligt sein, allerdings wird er sich mit dem wahren Feind auseinandersetzen, so dass wir ihm den Rücken freihalten werden. Zu den restlichen Fragen kann ich nur sagen, wir werden alle kämpfen. Ehre der Schattenhand, auf zum Sieg!“ Ohne abzuwarten drehte sie sich zu Cyem. „Ich werde nun alles in die Wege leiten, Cyem.“ Nach diesen Worten verlies sie den Raum.
„Ihr werdet belohnt werden, sobald das Imperium unterjocht wurde. Nun macht euch bereit.“ Cyems letzte Worte hallten in den Köpfen der Wächter wieder und Serenity begann mit den Vorbereitungen der Sprünge.


Phylax

Der Krieg beutelte die Clanlands und die Erde bebte. Schwere Solaronkontingente brachten alles in ihrer näheren Umgebung zum Zittern.

"Sir, ihre Kontingente sind gleich bereit."
"Sehr gut. Lasst uns diesen kleinen Schatten zerreißen."

Phylax war guter Dinge. Er hatte zwar heute eines seiner Solaronkontingente eingebüßt, aber auch Khorn hatte Verluste hinnehmen müssen - wenn auch weit weniger. Einerlei.

"Warten wir noch den Pseudoangriff ab, der da auf uns zukommt, Sir?"
"Nein. Das Blockkonti kann sich darum kümmern, während die Solaron ihrer Bestimmung zureiten. Lass sie noch ein wenig kreisen und dann knapp aneinander gereiht auslaufen."
"Sehr wohl, Sir."

Der Commander Vespasians sah sich um. Etwas beunruhigte ihn. Doch es war weder die Schattenhand selbst, noch war es eine andere Bedrohung. Es war zu ruhig.
Phylax wollte den Gedanken weiterführen, doch just in diesem Moment platzte die Tür auf und einer seiner Untergebenen stürzte vollkommen außer Atem herrein.

"SIR!" ,

prustete er hervor.

"Sir...sie ist WEG!"

Phylax guckte den jungen Burschen verwundert an. Doch bevor er fragte riss er bereits wissend die Augen auf.

"Sag nicht, dass du die..."
"Doch Sir. Q20. Sie sammeln sich."
"Das ist aber nicht so knusprig..."

Die Schattenhand war weitergezogen. Die Chance, sie vor den Toren Vespasians wieder zu besiegen und zu demütigen war wieder verschoben. Doch für wie lange?
War dies das letzte Mal, dass er die Gelegenheit hatte, eine Schattenhand zum Gegner zu haben? Oder würden sie ihn noch ein letztes Mal beehren? Er wusste es nicht, und doch hatte er Angst vor der möglichen Antwort. Sie würden den Kampf mit ihm nicht mehr aufnehmen, was gleichbedeutend mit der Tatsache war, dass er sein Versprechen nicht mehr einlösen konnte, dass er der Kaiserin gegenüber abgegeben hatte.

"Bring mir den Quadrant 20 auf den Schirm" ,

befehligte er seinen Untergebenen.

Kurz darauf, erblickte er etwas, was er sich zwar unter Umständen vorgestellt, aber sicher nicht erwartet hatte. Die Sprungbasen der Schattenhand sammelten sich um die Hauptbasis von Cyem selbst, wahrscheinlich, damit er ihre Wunden lecken konnte, die bei einigen ja tiefer waren, als sie es sich erwartet hatten.

"Nun denn, wir müssen ohnehin auslagern." ,

sagte Phylax, kratzte sich im Schritte und marschierte, von seinem Untergebenem und dem Laufburschen aus seinem Geheimdienst gefolgt, in sein Missionszentrum.

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