Judgement Night II (22.12.2003 - Caine)

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... bumm, ...bumm, ...bumm ....

einundzwanzig, zweiundzwanzig, dreiundzwanzig...

Chade spürte deutlich, wie seine Glieder schmerzten. Der frostige Wind der Einöde streifte seinen zähen Körper. Seine Augen vernahmen langsam immer deutlicher die Farbe der Landschaft, die für diese Gegend charackteristisch war, grau. Ein Blick auf seinen Gegner ließ ihn wissen, dass sich sein Zustand als ebenso erbärmlich zusammenfassen ließ. Chade hatte nur einen Trumpf aufzubieten in dieser Situation, seinen ungebrochenen Willen. Der Gegner war im wesentlichen gesamtkonzeptionell einfach zu erfassen. Ein Ronin, ein gesetzesloser Söldner der alten Samurai Garden. Sein Kampfstil war ehrfurchtgebietend effizient. Chades Waffen, die eines Assasinen, waren hier so gut wie unwirksam. Sein Arsenal war nicht für einen direkten Zweikampf ausgelegt, er liebte es im verborgenen zu töten. Ein Messer in die Rippen, ein tötlicher Umtrunk oder ein Unfall mit dem Droiden in bergigen Terrain. Das war seine Handschrift. Ohne Zweifel gelang es Caine, ihm sehr zuzusetzen, aber Chade konnte auf jahrelange Kampferfahrung und dämonische Durchsetzung vertrauen. Über lange Sicht würde dieser Kampf also ergebnislos enden...

Chade war zwar von Anfang an klar, dass es nicht Caines Absinnen war, einen Kampf aufs zweite Blut zu führen, aber nichts desto trotz überkam ihn ein gewisses Verlangen, Caines Grenzen auszuloten. Das Ergebnis überraschte ihn sehr. Caine war deutlich besser, als er angenommen hatte. Hinter seinen Worten verbarg sich ein wacher, scharfer, blitzartig reagierender Verstand. Zeit, den Taten Worte folgen zu lassen...

... interessant, Caine einen Pakt mit mir... sehr interessant...

Nun denn außergewöhnliche Zeiten, erfordern außergewöhnliche Taten. Chade fasste den Entschluss nach kurzem Abwägen und suchte seine ehrwürdigen Kampfgefährten, die dunklen Fürsten der Memento Mori und Zerstörer, auf.

Bookarou, Bloody Brain, Bundeskueppi, Cherry, Dark Wyatt, Conquerer, „Mister U“, „Die nette Anja“, „Hündchen“, FnLask, Feigling und Shakagra warteten auf die besondere Nachricht, die Chade angekündigt hatte. Wände, aus schwarzem Marmor, durchsetzt von fluoreszierenden Algen umgaben einen Tisch, dessen Farbe darauf schließen ließ, das das Material in ursprünglicher Form elementare Stützen von Lebewesen gebildet haben muss. Die Abkehr von elektronischer Ausstattung in den heiligen Stätten dieses Ortes hatte von jeher einen besonderen Grund. Dieser Saal war eine Stätte dämonischer Verehrung, dunklen Riten und unheilvoller Präsenz. Hier wurde das dunkle Zeitalter beschworen und hier würden es, wenn es denn je enden sollte, enden. Chade schleppte sich unter schwerem Hinken in den Saal und nickte zur Begrüßung in den Raum. Es bedurfte keiner Worte mehr unter diesen Leuten, um deutlich zu machen, dass sich Chade in einem unerklärlich angeschlagenem Zustand befand. „Caine will einen Pakt mit uns...“ Die Mienen in der Runde änderten sich unmerklich und froren ein. „Wir haben uns in einem Zweikampf gemessen, der weder ihm noch mir zum Sieg über den andern verhalf.“ Kritische Blicke trafen auf Chade. „Hinter seinen Taten steht der Geist eines weisen Warlords und in seinen Worten ruht die Kraft eines bedachten Wesens.“
„An Euch nun trage ich folgende Frage: Werden wir diesen Weg zusammen mit den alten Samurai gehen?“ Die Stimme von Chade hallte in mehreren Wellen nach. Bookarou erhob sich und legte die Hand zur Zustimmung auf den Bannkreis der Altehrwürdigen. Bloody Brain folgte seinem Beispiel und nacheinander vollzog jeder dunkle Fürst dieses Ritual. „Mister U“ erhob seine Stimme und jedesmal, wenn dies passierte verwob sich der Bannkreis mit der Luft, die den Raum füllte. „Ich werde mit Dir ausziehen Chade und sichten, was zu sichten ist, bevor einer unserer Schritte die Hallen von Belial und Xopherus erreicht.“ Der Ritus verbot es einem Fürsten den Raum zu verlassen, bevor nicht jeder andere die Zustimmung dazu gab, als Zeichen dafür, dass die Worte, die gefallen waren, ein jedes Ohr durchdrungen und im inneren Auge des Geistes das Bild gestaltet, das alle anderen auch vor Augen haben.

Die Fürsten traten vor die Garde ihrer Jünger und verkündeten, dass die dunklen Wolken, die zu schicken sie gedachten, ihrer Wege sicher sein mögen. „Es brennt, es lodert, es weht,es stürmt..., zieht aus Kinder und vollbringt das Werk, das zu vollbringen ihr von uns auserkoren wurdet.“

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