Freier Himmel - Intro (13.10.2004 - Kenji)

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Imperium, Provinz Glengary
Innerer Skasim Belagerungsring
10. Oktober 975 Imperialer Zeitrechnung
14:27 Standardzeit

„Das ist die schwachsinnigste, hirnrissigste, bescheuerste Mission, auf die ich je geschickt wurde.“ „Jetzt mach mal halblang, Joran,“ fielt ihm eine anderen Stimme im Äther ins Wort, eine Dritte gesellte sich dazu: „Befehl von oben.“ „Die da oben können mich mal kreuzweise,“ beharrte er stur: „Die sollen ihren Ärsche mal nach hier unten bewegen und ihren fetten Arsch ins feindliche PVG halten. Ich sag euch, das ist Wahnsinn.“

„RUHE JETZT!“ knurrte Colonel Damien Larkin über die allgemeine Regimentsfrequenz. „Joran, Sie fluchen wie ein Claner. Das ist inakzeptabel. Befehl ist Befehl. Wir erledigen ihn.“ Ein kurzer Blick auf die taktische Anzeige des Cockpits. Alle Einheiten waren entlang einer Linie links und rechts von seinem Dragoon aufgestellt, vor dem Ziel verborgen durch eine langgezogene Hügelkette vor ihnen. Das Ziel war eine Skasim Hauptbasis im Belagerungsgürtel um die imperiale Hauptstadt. Und dazu noch eine der PVG Hauptbasen der Aliens, ein Eckpfeiler des Würgegriffs um das Herz des Imperiums. Leise knirschten Damiens Zähne. Joran hatte recht, ein offener Sturmangriff in den Lauf eines PVGs war wahnsinnig, aber er hoffte, dass das Oberkommando etwas dabei gedacht hatte. „Und wenn nicht...“ murmelte er leise: „Mein Leben für das Imperium.“

„Scout Eins an Striker Eins. Alles Ruhig, Banditen Standard Patrouille, gute Jagd.“ Damien nickt bestätigend, obwohl er im Cockpit allein war, streckte die Hände zu den Hauptkontrollen aus: „An alle Einheiten.... ANGRIFF!“ Wie ein Mann setzten sich alle 80 Dragoons in Bewegung, stapften etwas schwerfällig den Hügel hinauf, Geröll und lose Steine kullerte den leichten Abhang hinunter, dann erreichten die Droiden den Hügelkamm... und sahen es. Der Skasim Warhead lag in einem langgezogenen Tal vor den Angreifern, förmlich in den Boden gerammt. Das grob eiförmige Objekt, so groß wie eine sehr gut ausbaute Basis in den Clanländern, zur Hälfte in der Erde vergraben, wirkte selbst im strahlenden Sonnenlicht kalt, unnatürlich und finster. Die obere Hälfte war bedeckt mit verschiedenen einfahrbaren Modulen. Damien konnte unter anderem die charakteristische PVG Kuppel und die Mündungsluken des Raketensilos erkennen. Er beschleunigte seinen Dragoon bis auf Spitzengeschwindigkeit. Mit ihm preschte der Rest des Kontingents mit weiten raumgreifenden Schritten ins Tal, eine zangenförmige Angriffsformation einnehmend. Staub wirbelte auf, Steine knirschten unter den schnellen, eleganten Schritten der Goons, ein tiefes Donnergrollen begleitete den Sturmangriff. „Feindliches PVG wird scharf gemacht,“ kam eine ruhige Meldung von Joran. „Ich seh`s.“ Die schützende Kuppel öffnete sich und gab den Blick auf das klobige Photovoltgeschütz frei, das geradewegs auf die angreifenden Dragoons umschwenkte. „Weiter vorrücken,“ befahl er mit gepresster Stimme. Das PVG richtete sich mit tödliche Präzision auf die Spitze des Angriffs aus, justierte sorgfältig nach. So fühlt es sich also an, dem Tod ins Auge zu blicken. Dann leuchteten die Energieleitungen matt bläulich schimmernd auf, erstrahlend, dann heller, als die Vorbrennkammer mit Energie und Uran versorgt wurde. Im Lauf des Geschützes begannen die Magnetspulen gelblich zu leuchten, als sie sich fokussierend ausrichteten, um die Photostatikwolke aus der Hauptbrennkammer auf das imperiale Kontingent zu schleudern.

„Ich wusste es!“ kam es genau in dem Moment über den Funk, als Damien den charakteristischen PVG Blitz in der Mündung sah. Eine kleine Ewigkeit starrte er aus der Pilotenkanzel auf das Geschütz, erwartete die Photostatikwolke, die ihn und seinen Leute auslöschen würde. Plötzlich explodierte der Blitz förmlich in der Mündung, zerriss die obersten Magnetspulen. Damiens Herz stockte, als er sah, wie sich die Explosion systematisch durch den Lauf des PVGs fraßt. Ein Magnetspulenpaar nach dem andere zerplatzte und segelte funkenstiebend davon. Fasziniert beobachtete der Colonel wie die Explosionskette die Hauptbrennkammer erreichte. Schlagartig war es einen kurzen Augenblick absolut ruhig... .... das gesamte Modul platzte in einer gleissenden weißblauen explosion und zerriss dabei die reste des geschützes. Damien kniff die Augen zusammen, wandte den Blick hastig ab, geblendet, trotz der polarisierten Cockpitscheiben. Lautes Donnern hallte durch die Kanzel, schallend wie in einer Glocke. Er fühlte wie der Dragoon taumelte, die Schockwelle der Detonation zerrte an der Maschine.

Eilig zwang er seinen Droiden wieder in eine stabile Lage, überblickte mit tränenden Augen die Kontrollen. Alles in grünen Bereich. Dann schautet er hastig zum Warhead auf. Dort, wo noch vor einer halben Minute ihr sicherer Tod wartete, prangte jetzt ein großes, ausgefranstes, gelbglühendes Loch im glatten grauschwarzen Rumpf der Skasim Hauptbasis. Schwarzer Rauch stieg auf, rotglühende Trümmerstücke regneten nieder und prasselten in einer grotesken Imitation von Regen auf die Panzerung seines Droiden. „Wow, das nenn ich einen Rohrkrepierer.“ Dann brandete Jubel über das Kommsystem auf. „Vorwärts!“ befahl Damien entschlossen: „Es ist Zahltag.“

Die Dragoons donnerten auf die angeschlagene Alienbasis zum, wie ein Adler auf die Beute. Dann eröffneten die schwere Plasmawerfer das Feuer auf die Angreifer, während sich die Hangartore öffneten und die übriggebliebene Garnison sich den Menschen stellte. Damien zielte auf einen der Drohnenabwehrtürme, löste erst den einen, dann den anderen Disruptor aus. Die beiden grünen Disruptorstrahlen leuchten über seinem Cockpit hinweg und schlugen fast gleichzeitig in den Sockel und die Abschussvorrichtung ein. Der Turm erzitterte kurz und brach in mehreren kleinen gedämpften Detonationen nach hinten weg. Das war der einfache, seine größeren Brüder werden härter. Gleichzeitig schlug eine massiver Plasmaschlag hart in den Goon rechts von ihm ein, riss den linken Arm ab und hinterlies ein klaffendes schwarzes Loch in der Schulter und im Torso. Der getroffene Dragoon strauchelte schwer, stützte nach vorne auf den Steinboden, schlitterte noch mehrere Meter, begleitet von einem protestierenden Geräusch gequälten Metalls, und blieb brennend liegen.

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