Ein Leben für den Herrn, ein Leben für die Kaiserin... (crashtestdummie)

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Inhaltsverzeichnis

Teil 1

Das Leben in den Clanlands gestaltet sich nicht leicht für jene, die ungläubig sind. Die Abtrünnigen werden sie genannt. Feiglinge nennt sie die Schattenhand und Träumer nennt sie das Imperium. Es sind jene, die glauben, dass dieser Konflikt sich nur auf einer geringen Ebene abspielt, oder dass es Hoffnung für jene gäbe, die daneben stehen und nicht im Feuer des Eifers des Imperiums oder der Heiligen Inquisition oder der düsteren Schattenhand vergehen. Nein...diese Hoffnung gibt es nicht.

Doch es gibt wenige, die zwischen den Welten stehen. Manche, vielleicht noch unschlüssig, kämpfen für die Schattenhand, nutzen jedoch ihre Informationen und Verbindungen für das Imperium. Manch andere, machen genau das gleiche, nur für die jeweils andere Fraktion. Die Entscheidung, ob man Schattenhand ist, oder ob man ein Anhänger des Imperiums ist, war noch selten von der Überzeugung oder vom Glauben abhängig, sondern nur vom größeren Nutzen für den Einzelnen.

Doch es gab noch einen...meinen Herrn. Er ist ein Krieger und großer Heerführer. Er brachte oftmals Verderben über die, die seinen Namen oder den Namen seiner Freunde verrieten. Und ich diene nur ihm. In seinem Namen lege ich hier Kundschaft ab, über jenes, was sich zutrug.

Und um der Erklärung Willen; mein Herr und Meister steht zwischen den Fronten. Trotz der Erklärung, dem Imperator - und nur dem Imperator - treu zu dienen, hat er einen anderen Herren. Oder besser gesagt eine andere Herrin.
Er dient nur der Kaiserin. Ihr Befehl ist der einzige, den er entgegen nimmt.

Vor nicht all zu langer Zeit, schickte er mich aus. Finden sollte ich die, die den Namen seiner Herrin verrieten, jedoch nicht mehr. Kümmern würde er sich selbst um sie.

Ich habe eine Aufgabe für dich.
Mein Meister. Meine Sinne und mein Willen gehören euch. Befehlt mir.
Suche den Kopf der Schattenhand. Doch Cyem interessiert mich nicht...ich weiß, dass er sich in Mural Dyrnn aufhält oder zumindest in der näheren Umgebung der Hauptstadt. Ich will, dass du SIE findest.
So wird es sein, Meister. Was soll ich mit ihr machen, wenn ich sie gefunden habe?
Sie und die ihren dürfen dich nicht entdecken. Ich will nur, dass du ihren Standort zweifelsfrei herrausfindest. Dann bringst du die Informationen zur Kaiserin. Sie wird dich erwarten.
So wird es sein, Meister.

Es war ein langer Weg. Ich suchte in den entlegendsten Winkeln der Clanlands, ich suchte die Imperiale Hauptstadt ab, ich suchte sogar rings um die verbotenen Ebenen und die Eiswüste. Doch ich wurde nicht fündig. Wie sollte ich auch? Selbst unsere Kaiserin suchte schon Monate - seit dem Tod von Xopherus - nach ihr.
Vergeblich.
Für einen kurzen Moment, als sie als Sprungbasis unterwegs war, waren wir sicher, dass wir unsere Schuld eingelöst hätten. Sie tauchte einen Tag lang im Quadrant 15 auf, am Tag darauf war sie unter dem Namen Amelia im Quadrant 7, wo ihre Basis geschleift wurde. Dann verschwand sie wieder.

Und mit dem Verschwinden, wurde ich losgeschickt. Erfolglos, wie es den Anschein hatte. Doch nicht auf Dauer erfolglos. Die Sensoren an jedem Tag spielten verrückt. Ich führte das auf eine Störung aufgrund der heftigen Strahlen im dem verstrahlten Gebiet - oder wie die Ebene der früheren Aegeis genannt wurde - zurück. Dank dem Haus Dragov war das Mittelmeer ja nur mehr eine Ansammlung der feinen Häuser und einiger kleiner Seen. Mein Negator erklomm soeben die letzten Ausläufer des ehemaligen Mittelmeeres, weitab von jeder Art der Zivilisation, also er plötzlich Feindkontakt anzeigte. Ich ging in den Stealth-Modus und wartete. Doch konnte ich meinen Augen nicht trauen, als ich sah, was auf dem Holoschirm in der Kanzel des Droiden angezeigt wurde. Faeg Cuivie, Amelia, die Führerin der Schattenhand in einem schwarzen Dragoon, gefolgt von 79 anderen. Ich öffnete einen Kommkanal und gab meinem Meister Meldung. Kurz nach Beendigung der Übertragung, schlugen jedoch Disruptorschüsse neben meinem Negator ein. Ich war entdeckt. Der langsamere Negator hatte gegen ein Dragoonkontingent nicht den Hauch einer Chance, noch dazu würde ich - wegen meiner doch ein wenig deutlich angebrachten - Banner, auf der Stelle getötet.
Ich stellte den Stealthdroiden auf Autopilot und sprang gleichzeitig ab. Schnell kletterte ich über Hänge und Steine und versteckte mich. Durch meine Thermoweste war ich zwar von den Scans der Droiden geschützt, allerdings war ich hier gegenüber allem anderen schutzlos. Ich kämpfte mich, nachdem ich mitansah, wie die schwarzen Dragoon den Negator kopflos zerschossen und diesen zur Explosion brachten, bis in die Nähe der Imperialen Hauptstadt durch. Dort fand man mich, dem Tod nahe, zerlumpt und ausgemergelt. Man pflegte mich und versorgte mich. Man stellte mir anschließend sogar einen Droiden zur Verfügung, mit dem ich der Kaiserin und anschließend meinem Herrn und Meister Bericht erstattete.

Dies ist mein Leben, dass ich dem Einen, meinem Herren gewidmet habe. So wie er, diene ich auch nur aus dem Glauben herraus. Wir haben nur einen Herrn. Ich habe ihn. Und er hat die Kaiserin.


Teil 2

Kein lebendiges Wesen bleibt lange normal, wenn es sich immer nur im Wirklichen aufhält; selbst Vögel und Grashüpfer, so sagen manche, haben Träume. Ich, für meinen Teil, hatte mit meinen Träumen keine Probleme. Sie besuchten mich des Nachts und beschehrten mir einen entspannten Schlaf; "das Hirn spielt in der Zeit, in der es mit dem Körper nichts anzufangen weiß - wir nennen das Träumen.", hatte mein Meister vor langer Zeit zu mir gesagt, als ich mit ihm eine lange und ausschweifende Diskussion über Träume und deren Bedeutung hatte.

Meister...verzeiht mir die Frage, aber spielt euer Gehirn denn auch?
Warum fragst du?
Nun, ich hoffe ihr nehmt es mir nicht übel, doch hören ich des Nachts seltsame Geräusche durch die Flure. Man sagt, ihr würdet heimgesucht. Und es hört sich nicht gut an.
Weißt du...es mag sich nicht gut anhören, doch weder schlafe, noch träume ich. Es ist nahe an beidem, doch es ist keines davon. Und heimgesucht werde ich auch nicht...eher besucht.

Und so trug es sich zu, dass ich nach meiner Heimkehr von den fernen Ebenen, nahe der Eisküste, zurückkehrte und des Nachts erwachte; dem Gemurmel und Wehklagen meines Meisters wegen.
Als ich mich am nächsten Morgen danach erkundigte, erschrak ich ob seiner Antwort.
Die dunklen Mächte kämen bald auf uns zu...und auch der Krieg bedrohte unsere Ländereien. Er wies mich an, mich wieder auf die Suche zu begeben, da Sie schon wieder untergetaucht war.
Auf meine Frage, ob ich die Kaiserin informieren sollte, antwortete mein Herr mit einem Lächeln. Für mich war dies Lächeln Antwort genug. Sie wusste bereits, was mein Meister mir gerade erst gesagt hatte. Und vermutlich war sie es, die im Traum mit ihm sprach...

Gerade als ich gehen wollte, ereilte uns eine Nachricht. Das Imperium würde sich formieren, ebenso würde die extreme Gruppe des Imperiums - die Inquisition - einen Feldzug gegen die Schattenhand starten. Mein Meister, welcher Kontakt zu Inquisition pflegte, war darüber weniger erfreut.

Sie werden verdacht schöpfen, wenn wir nicht folgen. Sie wissen nicht, dass unser einziges Ziel Faeg Cuivie ist...und sie sollen es auch nicht wissen. Sie würden uns auffordern dem Imperator zu folgen, und auch wenn ich Sympathien für ihn hege, so folge ich seinem Wort nicht. Ich bin nur der Kaiserin hörig. Bring mir jede erdenkliche Information über Faeg. Und leite die Informationen weiter.
Gewiss mein Gebieter.
Aber warte diesmal, dass der Feind außer Reichweite ist und den Kommkanal nicht abhören kann. Ich kann mir nicht erlauben, dich zu verlieren.

Er verschwand darauf hin in Richtung Kommunikationsanlage und ich machte mich auf zum Hangar, um die Schattenhand zu suchen.


Teil 3

Der Krieg der Schattenhand und des Imperiums zieht sich schon seit Generationen hin. Krieger und große Führer kamen und vergingen auf beiden Seiten. Viele Commander und noch mehr einfache Piloten gaben ihr Leben der einen, oder der anderen Seite hin. Nie schien es für eine der beiden Parteien eng zu werden, selbst wenn der Kopf abgeschlagen wurde, der Körper lebte indess noch weiter. Im Untergrund gab es immer beide Seiten, obgleich es sie auch nach außen hin gab.

Ich studierte langezeit die Geschichte der Schattenhand, um meines Meisters Willen, nur um sie besser verstehen zu können. Um ihre Schritte zu lernen, um ihren Gedankengang nachvollziehen zu können und im Endeffekt, um wie sie zu werden.

Nachdem mich mein Gebieter nach jener Nacht in die Clanlands aussandte, suchte ich und ich suchte wiederrum lange. Der Grund war jedoch ein anderer, als man zunächst vermuten würde. Das Problem war nicht jenes, dass die Schattenhand so unglaublich gerissen war oder ihre Pläne so perfekt verdunkelte - das eine war sie nämlich nicht und das andere tat sie einfach nicht - sondern vielmehr, dass sich die Schattenhand verändert hatte. Wo früher große Führer standen, die mit Umsicht, der gehörigen Sorgfalt und Vorsicht, sowie einem ausgeprägten Maß an Selbsteinschätzung agierten, traf man nun zwei andere Gestalten in der obersten Etage des Schattenhandetablissements an. Nicht, dass Cyem und Faeg Cuivie dumm oder schlampig waren, das waren sie auf keinen Fall. Sie wussten ihre Geschäfte zu verheimlichen und sie waren durchaus gerissen. Doch sie waren überheblich.
Nach diesem Gedankengang, müsste man meinen, dass es ein Leichtes wäre, sie aufzuspüren. Nein, war es nicht. Es war der Umstand, dass sich Faeg und Cyem mehr oder minder - eigentlich mehr - der Schattenhand aufgedrängt hatten. Sie waren nicht auf Grund ihrer - den großen dunklen Herrschern sonst zuerkannten - charismatischen oder führungstechnischen Eigenschaften zu dem geworden, was sie sind, sondern durch Mord und Verrat. Und wenn die Anhänger der dunklen Seite der Macht noch so böse und durchtrieben waren...sie waren den von ihnen anerkannten Herren treu...so wie ich nur meinem Herren diene.
Insofern gestaltete sich die Suche schwierig...sowie die Führer der Schattenhand ihre rechtmäßigen Herren akzeptiert hatten, so egal waren ihnen die jetzigen. Und genauso wenig interessierten sie sich für sie und wussten über ihren Aufenthaltsort.

Doch ich würde sie finden...es dauert nicht mehr lange...und ich werde meinen Meister nicht enttäuschen.


Teil 4

Tagelang reiste ich durch die Clanlands, stetig auf der Suche. Doch erfolglos. Keiner wusste etwas, keiner hatte etwas gesehen. Oder hatte niemand hingesehen? Wollte sie niemand sehen? Oder hatte sie sich versteckt. Einerlei.

Auf einer weiten Ebene, auf welcher gerade schwere Droiden einander das Schwert reichten, fiel mir jedoch eine Anomalie auf. Ein Corporal, taglos und mit verdächtigem Namen...
Natürlich! Wo würde sich eine taglose Basis am besten verstecken können? Richtig...inmitten eines Krieges. Heere von Solarons und Xenox der Krieger von Odium kämpften gegen eben die selben Typen von Droiden der SBF. Dazwischen, unscheinbar für die Augen der Krieger, die sich nur auf ihren Feind konzentrierten, lag sie. Eine Basis, finster wie die Nacht. Doch es war zu gefährlich, einfach darauf los zu jagen, zu gefährlich zu versuchen einzudringen. Nicht ein mal ein mit Drogen vollgeblasener Klon des Typs 5, der wusste, dass seine Mission nur der Aufklärung galt und der sich anschließend in einer lauten Explosion vom Dasein verabschiedete, durchdrang ihre Verteidigung. Also bedurfte es subtilerer Methoden, die Echtheit ihrer Anwesenheit zu überprüfen.

Opening Communication-Channel
Meister...könntet ihr mir behilflich sein?
Wie?
Ich glaube, ich habe SIE gefunden. Es war nicht einfach und diese Region ist hart umkämpft.
Wo bist du?
Einen Tag, 8 Stunden und 20 Minuten von unserer Heimatbasis entfernt.
Ich überprüfe die Stammdaten des Quadranten. Bleib dran.

Im Hintergrund des Gesprächs hörte ich ein Rascheln und Tippen. Mein Herr und Gebieter nahm Kontakt zu einem seiner Clankameraden auf, besprach etwas mit ihm, bedankte sich lautstark und stellte mich dann wieder auf vollen Empfang.

Sie her: in dem Quadranten, in dem du dich gerade befindest, finden sich im Durchschnitt 1.809 Selenium in den Silos. Der Höchstwert liegt jedoch bei 104.980 Selenium. Und alle anderen Daten sprechen für sich. Das muss sie sein!
Dann übermittle ich euch hiermit das Auffinden der Schattenhandführerin, Faeg Cuivie, mein Meister.
Sehr gut. Ausgezeichnet. Such dir bei Verbündeten einen Unterschlupf und warte auf weitere Instruktionen. Ich werde sie von deinem Kommen in Kenntnis setzen.

Endlich war es soweit...die Schattenhand war wieder aufgetaucht und gefunden...


Teil 5

Eine alte Weisheit besagt, dass es erstens anders kommt, und zweitens als man denk. Die grammatikalische Richtigkeit dieser Regel sei nun mal in den Raum gestellt, da der zweite Teilsatz jegliches Subjekt und Objekt vermissen lässt. Einerlei.
Neuerdings begab es sich, dass jedoch auch die Quintessenz dieser so genannten Weisheit zu brökeln begann. War es normalerweise so, dass man nie, aber auch wirklich gar nie davon ausgehen konnte, dass alles genau so lief, wie man es sich vorstellte, so passierte meinem Herrn momentan genau das was er sich vorstellte.
Die näheren Details außen vor gelassen...die Schattenhand in Person von Faeg Cuivie wurde gefunden und sie wurde angegriffen. Und dies im Endeffekt auch noch erfolgreich. Zwar sind bei der Schlacht weder Türme noch Droiden zerstört worden, ein bitterer Beigeschmack wird für Faeg dennoch bleiben. Warum musste sie zusehen, wie ein über 32 Stunden dauernder Angriff durch ihre Basis rollte und warum stand in dieser Zeit kein einziger Droide oder Turm in ihrem Hangar? War da draußen vielleicht noch ein zweiter, der das selbe Ziel verfolgte, wie mein Meister? Oder war die Schattenhand nicht mehr als eine weit entfernte Ressourcen-Auffüll-Stelle? Die Zeit wird die Antworten geben. Doch während ich über die Berichte blickte, die mir mein Meister zuschickte, grübelte ich doch ein wenig.
War die Aufgabe, die sich die Herrin der Schattenhand selbst auferlegt hatte, nicht vielleicht doch ein wenig zu groß?

Zitat:
Datum: 27-04-2007 10:06
Betreff: Angriff auf xx:xx:xx
Nachricht:
Dein Kontingent hat die Verteidigung von Faeg Cuivie durchbrochen.
Dein Kontingent stieß auf keine nennenswerte Gegenwehr.
Deine Einheiten haben sich ohne Rücksicht auf Verluste in die Schlacht gestürzt.

Angreifer:
80 Solaron
KVP-Bonus 200%
Angriffswert: 190848
Verteidigungswert: 147840
daraus resultierender Angriffswert: 264768

Verluste: keine
gewonnenene Battlepoints: 0

Verteidiger:
Verteidigungszentrum Lvl. 10
KVP-Bonus 200%
Angriffswert: 150
Verteidigungswert: 300
daraus resultierender Angriffswert: 375

Verluste: alles

Plünderung:
max. Kapazität: 28000
16105 Eisen
5264 Titan
200 Öl
5763 Uran
93 Gold
insgesamt geplündert: 27425 Einheiten

Wurde die größte Waffe der Schattenhand, nämlich ihre unbeirrbares Vertrauen in die eigene Stärke, vielleicht doch ihr Verhängnis?
Und wieder gibt die Antwort nur die Zeit...


Teil 6

Kauernd und in Wartehaltung verharrte ich nun schon Tage hinter diesem Felsen. Die Ausrüstung, welche mir eine befreundete Basis meines Meisters zur Verfügung gestellt hatte, war die Beste, die es momentan gab. Thermalsensoren, Hyperferngläser, das neue Langstreckengewehr SZG 48, und noch viele Goodies mehr.

Doch mit all diesem Hightech-Spielzeug ausgestattet, verlängerte sich mein Bericht nicht. Eher das Gegenteil war der Fall, meine bisherigen Aufzeichnungen umfassten lediglich das jeweilige Datum und die Uhrzeit. Vorfälle gab es keine. Weder kamen Droiden der kriegstreibenden Clans in die Nähe, noch regte sich etwas in der Schattenhandbasis selbst. Sie war wie ausgestorben. War es etwa nur eine Attrappe? Nein, denn das Verteidigungszentrum "wehrte" sich im Falle eines Angriffes, wenn auch nur geringfügig und nicht einmal ausreichend, um Kratzer auf den attackierenden Droiden zu hinterlassen. Aber was führte sie im Schilde? Das war doch nicht das Verhalten einer Befehlshaberin über die Schattenhand...irgendetwas war hier faul...

Starting Memo
Meister, die Schattenhand rührt sich nicht. Es gibt keine Bewegungen. Ich habe mehrere Thermoscans durchgeführt und finde auch hier keine Anhaltspunkte für eine aktive Basis. Bleibe bis auf weiteres aber in der Nähe der Basis und führe meine Beobachtungen fort. ctd Ende

Mein Herr leitete diese Informationen unverzüglich an die Kaiserin weiter...sie würde wissen, was zu tun war.

Teil 7

Stunden vergingen wie im Flug, die Tage rasten dahin und selbst die Wochen kamen und gingen im Eilzugstempo, wobei sie sich dabei natürlicherweise die Türklinke in die Hand gaben.
Ich verharrte für lange Zeit reglos in meinem Versteck, immer beobachtend. Riesige Droiden liefen vorbei, bekämpften sich und fielen. Doch die Schattenhandbasis regte sich nicht. Nicht ein Licht ward eingeschalten, nicht ein Turm in die Höhe gefahren oder gebaut, nicht ein Droide kam oder ging. Mit der Zeit fragte ich mich, ob die Basis überhaupt bewohnt war.
War es ein geschickter Schachzug der Schattenhand, hier einen Dummi (Anspielungen auf meinen Namen sind an dieser Stelle unerwünscht) hinzuschicken, und somit die Gegner irrezuführen?
Der Dunkle Pfad könnte es - die Blutgarde würde es nicht können.
So wartete ich weiter.

Tage später, geschah etwas. Es war nichts äußerliches, keine Bewegung, kein Laut oder ähnliches. Aber es hatte sich etwas verändert. Leise...lautlos verließ ich meine Stellung. Nach einem Fußmarsch von einigen Stunden war ich bei der befreundeten Basis meines Meisters, wo mir alle gewünschten Informationen gegeben wurden. Als ich sie sah, war ich verwundert.
Die von mir beobachtete Basis war nun unter dem Clantag der [SchaTTenhanD] unterwegs. Das konnte nicht Faeg sein. Das Haus des Dunklen Pfades war ähnlich durchtrieben und böse wie die Blutgarde, allerdings wählten sie meist einen subtileren Weg und wichen von der schlichten Grausamkeit ihrer Gleichgesinnten ein wenig ab.

Opening Secure Data Channel
Connection established
Meister...es hat sich etwas getan. Die Daten, die ihr soeben auf dem Schirm haben sollten, werden euch interessieren. Wie sind eure Befehle, Meister?
Dein Verdacht war berechtigt. Komm zurück, ich werde die Daten inzwischen der Kaiserin weiter geben. Über deine nächste Aufgabe wirst du instruiert, wenn du zurück bist.
Ich bin um euch zu dienen, Meister

Ich bedankte mich bei jenen, die mich unterbrachten und trat meine Heimreise an. Was mein Meister wohl als nächste Aufgabe für mich bereit hält?


Teil 8

Mein Meister gab mir, abseits von den Lehren über Taktik, Strategie, Spionage und die Lehre über die gängigen Waffengattungen und ihren Gebrauch, auch eine weitere Lehre: die Lehre der Gedanken. Er schulte meine Fähigkeiten auch in Bezug auf Menschlichkeit, Verständnis und vor allem Wissen.
Nichts, und das betonte er öfter als alles Andere, war so mächtig, wie die Waffe des Geistes. Ein noch so erfahrener Kämpfer würde einem nur halb so erfahrenen, aber weitaus intelligenterem Kämpfer immer unterliegen.
Weiter lehrte er mich auch über das Gleichgewicht der Kräfte in unserer Welt. Das Licht und die Dunkelheit. Die Dunkelheit und das Licht. Zwei Konstanten, welche nie weichen würden. Auf meine Frage, was wäre, wenn eine der Seiten plötzlich obsiegen würde und die andere unterginge, antwortete er mit einem Lächeln.

Weißt du, es gibt, um die Zeile eines mir bekannten Gedichtes zu zitieren, eine interessante Ansicht:
"Aus Asche wird Feuer geschlagen, aus Schatten geht Licht hervor..."
Immer und immer wieder habe ich mir die selbe Frage gestellt, die du mir gerade gestellt hast, und meine Erkenntnis war jedes Mal die selbe. Würde, als Beispiel, die dunkle Seite unterliegen und die Mächte des Lichts diese zerschlagen, würde es nur noch das Licht geben. Stell dir vor, du wächst in einer Welt auf, die dir eine Doktrin aufgibt, in der nur ein Gedanke existiert, ohne die Möglichkeit, etwas anderes auch nur zu erfahren - eben weil du die andere (oder "die anderen" fügten seine Augen hier hinzu) Möglichkeit nicht kennst. Du kannst nicht wählen, ob du gut oder böse bist, du kannst dich nur entscheiden, gut zu sein. Wo würde die Unterscheidung zwischen gut und böse liegen? Du würdest im Bewusstsein handeln, dass Alles, absolut Alles was du tust, etwas Gutes ist. Heilen im Namen des Guten. Regieren im Sinne des Guten. Töten im Names des Guten. Es würde sich an der jetzigen Situation kaum etwas ändern, außer das jeder wüsste, dass er für "das Gute" kämpft. Aber gegen wen?


Und ich verstand. Es brauchte einen Unterschied, damit man wusste, wofür man kämpfte. Sonst würde man schnell dazu kommen, gegen seinesgleichen Droiden in die Schlacht zu führen, im selben Namen wie der vermutliche Feind. Niemand wäre mehr sicher.

Als ich mich auf mein Selbststudium zurückzog und alleine durch die Weiten zog, kam mir ein Gedanke, den ich nicht wieder los wurde. Mein Meister selbst, war ein Krieger zwischen den Mächten. Er lebte für die Seinen, gleich ob Hell oder Dunkel. Und er wusste immer, wo sich die Grenzen zogen oder wo seine Freunde ihr Heim hatten. Er befehligte sowohl Schatten, als auch Imperiale in den Reihen der Seinen und er befehligte sie gut. Sehr gut sogar.

Manchmal sah ich - so wie viele andere - einen Helden in ihm. Er würde immer seinen Prinzipien treu bleiben, er würde immer wissen, wo sein Weg lag. Doch auf die Frage, was einen Helden ausmachte, antwortete mein Meister in einer Weise, die mich wieder grübeln ließ:

Ach...ein Held...du schmeichelst mir. Aber ich glaube, du hast Recht und Unrecht, in gewisser Weise. Meiner Ansicht nach, hebt sich ein Held nicht immer ab, er ist nicht immer der Weiseste oder der Stärkste. Manche sagen, dass Helden äußerst mutig sind, andere wieder, dass Helden äußerst dumm und wagemutig sind. Ich sage, dass Helden nicht wissen, wann sie Angst haben müssen. Das macht sie in der Situation zu Helden. Wahre Helden, die immer für ihre Ideale einstehen und deren Blick sich nie trübt, die gibt es nicht.

So sprach mein Meister. Und trotzdem nannte man ihn Held. Trotzdem waren Krieger hinter ihm, die zu ihm aufsahen und ihn verehrten, als wäre er ein Held und mehr als nur ihr Führer.

Lang wird es nicht mehr dauern...dann wird er sich der seinen Wegen einer Seite anschließen...und gemeinsam werden sie die Clanlands erbeben lassen und diesem Konflikt der Mächte ein Ende setzen. Dann würde er auch die Schuld bei der Kaiserin einlösen und beweisen, dass es eine dritte Macht gab, gibt und immer geben wird. Vielleicht ohne, dass sie es selbst weiß...

Abschluss

Das Leben als oberster Spion meines Herrn war nicht immer einfach. Zum Teil deswegen, weil ich mich bei meinen Aufträgen fast immer in Lebensgefahr begab beziehungsweise begeben musste. Andererseits, weil auch neben der Aufgabe, feindliche Basen zu infiltrierin, Informationen zu beschaffen und dem Aushorchen anderen Basen, Commander und Clans, Nebenpflichten auf mich zukamen. Eine davon war natürlich die Pflicht, meinen Meister zu beschützen.
Ich war kein Sicherheitsdienst oder Bodyguard im herkömmlichen Sinn. Jedoch wusste ich, auf Grund eines Neuralchips, der mir bedingte kognitive Fähigkeiten verlieh, immer etwas früher von Gefahren. Meinem Meister war es durch Meditation und Askese möglich, noch weiter in eine Art Gefüge einzudringen, welche Unheil schon sehr viel früher wahrnahm als ich oder andere, normale Menschen. Doch war meine Hilfe in Bezug darauf ab und an von Nöten.

Ich hatte den ganzen Tag schon ein mulmiges Gefühl und ich wusste, dass etwas in der Luft lag. Auch mein Meister fühlte es, wenn auch - was mich etwas überraschte - nach mir. Darauf angesprochen, reagierte er mit einem Schulterzucken. Was sollte schon groß passieren? Eine Farm würde mit Raketen um sich schießen oder Klone würden kommen. Feindliche Droiden waren nicht am Schirm, also blieb nur das als Möglichkeit.
Was jedoch wirklich im Anmarsch war, daran dachten wir nicht im Entferntesten.
Es geschah kurz vor dem Abendmahl. Die Wachablöse fand gerade statt und es herrschte, trotz der oftmaligen Anordnung meines Herrn, wiedereinmal ein kleines Chaos. Die abzulösenden Wachen, welche schon sehr hungrig waren und ungeduldig hin und hersprangen und die ablösenden Wachen, welche sich gemächlich in Richtung der Wachposten begeben hatten, stritten um Minuten ihrerer Wachzeit. Ich sah mich gezwungen einzugreifen, jedoch bemerkte ich, gerade als ich die Stimme erheben und den Streithähnen eine Standpauke halten wollte, einen Schatten auf meinem Herzen.

Auf mein Kommando! Erhöhte Sicherheitsstufe! Acht Mann bleiben hier und rufen Verstärkung. Riegelt die Basis ab. Die anderen acht mit mir!, rief ich, worauf der Lärm verstummte und die Soldaten folge leisteten. Als Diener meines Herrn hatte ich mich in den Rang eines Lieutennant vorgearbeitet. Zwischen mir und meinem Meister gab es nur zwei Männer in der Basis, der einen höheren Dienstgrad hatten; Captain Xell und Brigardier Krieger. Die beiden waren jedoch momentan auf Außenmission, was mich zum Stellvertreter meines Herrn machte.

Schneller Männer! Zum Quartier unseres Herrn!

Kurz darauf erreichten wir die große Holztür, welche elegant graviert und auf Hochglanz poliert war. Ein Flügel war geöffnet und wir stürmten hindurch.

Was soll das?
Meister, ihr seid in Gefahr. Spürt ihr es denn nicht? Schatten sind hier!

Mein Meister hielt augenblicklich inne und ging in sich, während die acht Soldaten sich aufteilten; vier bewachten die Tür und die anderen vier bezogen an strategischen Punkten in diesem doch großen Raum Stellung.

Du hast recht...aber wieso hab ich nichts gespürt? Ich hätte doch...
ZU DEN WAFFEN!!!

Ich spürte in diesem Moment, als ich meinen Meister unterbrach, dass sich im Flur etwas regte. Noch bevor ich meinen Befehl ausgestoßen hatte, fiel der erste Soldat, der die Tür bewachte, von einem Impulslaser durchbohrt, zu Boden.
Eine der Wachen rief sofort um Unterstützung, die zweite Wache starb vor der Tür meines Meisters im Lasergefecht. Ich zog mein Schwert und postierte mich, den Angriff in das Zimmer erwartend. Die drei Schatten, die vor der Tür kämpften, wurden soeben um einen dezimiert. Ein präziser Kopfschuss eines der beiden noch lebenden Soldaten beendete das schwarze Dasein, doch die anderen Beiden löschten die verbliebenen Wachen wenige Augenblicke später aus.
Sie stürmten auf die Tür zu, brachen sie auf und drängten herrein. Die vier übrigen Wachen eröffneten sofort das Feuer, wie abgemacht, auf einen der Schatten. Dieser wand sich, doch er konnte nicht allen Schüssen gleichzeitig ausweichen. Er wurde getroffen, wand sich und wurde wieder getroffen. Dann lies er sich lautlos zu Boden sinken. Der zweite Schatten, welcher direkt auf meinen Herrn zuhielt, war nur 50 Centimeter weit gekommen. Dann hatten ihn mein Schwert geköpft. Langsam rutschte ihm sein Haupt von den Schultern und wir sahen, die auf seinem Kopf eingebrannte Insignie...es war jene von Faeg Cuivie.

Meister, seid ihr in...

Weiter kam ich nicht. Meine Gedanken sagten mir, dass noch etwas wäre, ich fuhr herrum und sah, wie der von den Wachen angeschossene Schatten nach unten griff, seine Waffe zückte und schießen wollte. Alles ging sehr schnell. Ich hechtete nach vorne und ein Blitz durchfuhr meinen Leib. Während die Wachen auf den Schatten einschossen, bis seine Körperteile sich von einander trennten, sank ich zu den Füßen meines Meisters zusammen.

CTD!!! Warum hast du das getan?
Mein Herr...es tut...mir Leid. Ich...*hust*...habe...versagt...
Du weißt, dass das nicht stimmt. Halte durch. Du hast mein Leben gerettet. Dafür danke ich dir.
Das war mein Schicksal...

Mit diesen Worten hauchte ich mein Leben aus. Ich starb in den Armen meines Herrn, getroffen durch den schwarzen Impulslaser einer Schattenhand.
Doch ich wusste, dass andere kommen würden. Vielleicht würde mein Meister mich sogar vervielfältigen, da mein Gehirn ja noch intakt war. Doch dies war mir in dem Augenblick meines Todes alles nicht bewusst, mehr noch, egal.
Ich war tot und es interessierte mich nicht. Nur eines zählte:
Phylax war am Leben.

Persönliche Werkzeuge