Der Ruf des Imperators (29.06.2004 - Chade)

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Gate Ember
A.D.N. II

Krisochon beeilte sich, die Nachricht des Imperators unverzüglich an den Adressaten zu übermitteln. Die Mitteilung, so wurde ihm eingetrichtert, erforderte unbedingte Eile und durfte ausschließlich dem Adressaten persönlich übermittelt werden. Das imperiale Siegel ist zwar einerseits der Schlüssel zu vielen Türen, andererseits gibt es immer wieder auch Jäger, die keine Gelegenheit auslassen, diese Informationen abzufangen und die Überbringer solcher Nachrichten unschädlich zu machen, um den imperialen Nachrichtenkanälen großen Schaden zuzufügen...

„Eure Lordschaft?“
„Sprich mein Sohn…“
„Wir haben einen Siegelträger ausgemacht, er hat Peilung über Laserpointer abgegeben und verwendet den alten Sirius-Schlüssel. Sollen wir ihm eine Eskorte entgegenschicken, Herr?“
„Den Sirius-Schlüssel? Erinnert sich dieser Imperator noch an diesen alten Code? Sehr denkwürdig, das Ganze. Ja, haben wir eine brauchbare Eskorte in der Nähe, um ihn sicher hierher zu geleiten?“
„Die Staffel `Kinder des Zorns` und die Staffel `Engel der Sünde` sind in der Nähe der Peilung, Sire“
„Dann gib Order, das sie sich zu besagter Peilung begeben sollen und unter allen Umständen dafür sorgen sollen, dass die Peilung das Ziel lebend erreicht… und betone das Wort `alle`…“
„Ich werde dafür sorgen, dass der Befehl unmissverständlich ist, Eure Lordschaft…“

Krisochon rechnete nicht damit, eine Antwort zu erhalten, er war sich über die Frequenz des Lasers nicht im Klaren und die Kodierung war ihm ebenfalls fremd. Er hoffte, dass die Order, mit der man ihn auf diese Reise gesandt hatte, auch realisierbar war, schließlich näherte er sich einem der Erzfeinde des Imperators, einem Ex-Führer der Schattenhand und das allein wäre schon genug gewesen um den Zweifel am Erfolg seiner Mission zu nähren. Aber nein - hinzu kommt, dass der Adressat nicht mal ein Mensch war. Er konnte sich auch nicht genau ausmalen, was die Präsenz dieses Wesens wohl auszeichnen mochte, nur das er kein Mensch war, das war aus den Berichten anderer Überlebender gewiss. Irgendwie tröstete ihn die Aussicht darauf, dass andere ihn bereits erblickt hatten. Das steigerte seine Erfolgsaussichten immerhin ein wenig.
Plötzlich vernahm er eine Irritation am Horizont… Seine Peilsensoren konnten keine Geräuschquelle identifizieren. Also Periors oder Negatoren… Sie liefen Parallelkurs, sonst hätten sie sich ihm von hinten nähren können, es musste sich also um ein Geleit handeln und die plötzliche Schattierung war ein Erkennungszeichen. Also war ihm Chade nicht feindlich gesonnen, zumindest noch nicht. Er spürte sich erleichtert aufatmen… Noch war Gate Ember ein gutes Stück entfernt. Und das Unbehagen wuchs merklich in ihm…

„Sire?“
“Was gibt es?“
„Der Bote wird in den Hafen geleitet…“
„Gut, ich möchte alle verfügbaren Kampfeinheiten in der Nähe haben und machen sie sich auf Raketenbeschuss gefasst. Die Bunker sollen in regelmäßigen Abständen den Routineturnus gelb durchlaufen und alle verfügbaren Kommunikationsplattformen sollen in Bunkermodus wechseln, Ich wünsche nur von Secure-Code 5 Inhabern gestört zu werden und geleiten sie den Boten zu mir. Der Mindestabstand jedweder nicht involvierten Lebensform beträgt 200m. Gibt es weitere Anweisungen, die ich ausführen müsste?“ „Nein Sire, ich habe verstanden“

„Willkommen Bote, was für eine Kunde bringt ihr mir…? Ich hoffe diese Nachricht stimmt mich nicht allzu betrüblich…“ begrüßte Chade den Siegelträger und achtete darauf, sich möglichst tief im Halbdunkel seines Thronsaals zu verdecken.
Krisochon verbeugte sich tief und schritt langsam auf Chade´s Thron zu und öffnete dabei seinen Mantel und sprach: „Ich weiß nicht ob es Eure Lordschaft betrüblich stimmt, aber der Imperator sandte mich mit einer Depesche zu Euch und trug mir auf, die mit meinem Leben zu Euch zu geleiten…“

Krisochon stoppte etwa 5 Meter vor dem Thron und kniete sich nieder und legte die Depesche mit dem imperialen Siegel auf den Boden. Chade gab ihm ein Zeichen und er entfernte sich von der Rolle. Mit langen Schritten näherte sich Chade dem Dokumentenköcher und brach das Siegel und las den Inhalt. Er murmelte grollend und besorgt in sich hinein. Mit einem Ruck wandte er sich dem Boten zu und sprach zu ihm: „Nun denn, übermittle deinem Herren den ehrwürdigsten Gruß und berichte ihm, dass ich ihn unterstützen werde. Aber ich werde ihm keinen Treueschwur leisten und keiner seiner Vasallen werden. Aber zu gegebener Zeit werde ich denjenigen zur Hilfe eilen, denen die Zukunft dieses Planeten bestimmt ist, sei es nun gewiss, gewahr oder nicht voraus zu sehen. Zu sehen bleibt, ob es erwartet wurde und zu erwarten bleibt ob es gesehen wurde…“
Chade atmete hörbar unmenschlich aus. „Und nun geh, mein Freund, wenn es dich auch nur mit einem einzig kleinen Fadem in dieser Welt hält, so berichte nichts außer dem, was du berichten sollst, hält es dich nicht, so sprich frei und schnell“

Und so wurde er entlassen und machte sich wieder auf in die Hallen des Imperiums, nicht wissend, was das ganze bedeuten sollte und ob es seinem Herren nun gefiel, was er ihm bringen sollte. Er schwor sich innerlich Botengänge zu Chade möglichst immer zu umgehen und irgendwie konnte er nicht recht glauben, dass ihm das zukünftig gelingen werde.

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