Das letzte Aufgebot – Teil VI – Die Schlacht der drei Tage (08.02.2005 - Kenji)

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Imperium, Hügelkette
25 km westlich von Mural Dyrinn
22. Januar 976 I.Z.
5:50 Uhr

Langsam tastete sich Anyan in ihrem Perior durch das hügelige und leicht bewaldete Gelände. Der Schnee machte die gesamte Übung ein wenig schwierig. Sie war nur wenig vertraut mit dem Steuern von Droiden auf Schnee. Um der Wahrheit die Ehre zu geben, hatte sie allgemein kaum Erfahrungen mit echten Droiden. Sie hätte eigentlich noch auf der Gefechtsakademie Haus Achron sein sollen. Aber dann wurden einige fähige Kadetten vorzeitig in den aktiven Dienst versetzt. Und jetzt schlich sie durch die finstere Winternacht, auf der Suche nach den Skasim. „Scout Eins an Scout Drei. Was zu sehen?“
Kurz wanderte ihr Blick über die Sensoranzeigen: „Negativ, Scout Eins. Duster wie ein Bärenarsch. Nichts zu sehen.“
„Verstanden. An alle, wir gehen über die Hügelkette und werfen einen kurzen Blick über die Kuppe.“
Anyan leckte sich angespannt die Lippen und machte sich auf den Weg, im Schnee durch das Unterholz und das im Morgengrauen. „Scout Drei, nicht so weit zurückfallen.“ „Du hast gut reden. Für dich ist es auch nicht das erstemal,“ brummte sie leise genug, um nicht das Micro zu aktivieren. Dexter war ein alter Veteran. Eigentlich war er im Ruhestand gewesen, aber da es an erfahrenen Scoutpiloten mangelte, wurde er wieder aktiviert. Jetzt führte er „einen Bande von Noobs und Frischlingen“, wie er es immer so treffend ausdrückte. Wenigstens half er ihr mit seinem Wissen. Sie konzentrierte sich auf das Gelände. Ihr Perior marschierte den Hang hinauf, auf den Hügelkamm zu, während die Kadettin müheselig um die vereinzelten Bäume zirkelte. Plötzlich hört sie eine Explosion und ein heller Lichtschein flutete durch das Cockpit. Überrascht schaute sie hinaus, die Augen leicht zusammengekniffen. „Was zum Teufel war das?!“ kam es entsetzt über den Gruppenkanal. „Das war Scout Zwei,“ antwortete Dexter nüchtern. „Er hat die Skasim gefunden. An alle umdrehen und Rückzug. Beeilung.“
Hektisch arbeitete Anyan an den Steuerkontrollen, brachte den Perior erst zum stehen, dann drehte sie langsam um. Plötzlich verlangten die Sensoren mit einem Pling mehr Aufmerksamkeit. Die junge Piloten schluckte schwer, als auf dem Bildschirm das Zeichen für drei Asporen auftauchte, die gerade über die Hügelkuppe marschierten. „Lauf Mädel, LAUF!“
Sie zuckte zusammen und erwachte erst jetzt aus ihrer Starre. Dann rannte der Scoutdroide los, den schneebedeckte Abhang runter, an den vereinzelten Bäumen vorbei in die finstere Nacht. Die schwerer Asporen hinter ihr feuerten in die Nacht. Laserstrahlen rasten durch die Nacht, auf der Suche nach ihr. Dampfwolken zischten auf und Baumstämme wurden auseinander gesprengt. Anyan wusste, das sie einen Treffer niemals überleben würde. Sie konnte nur auf ihre Schnelligkeit und auf die Stealtheigenschaften des Droiden vertrauen. Sie lief und lief, solange bis sie einer Gruppe Imperialen Droiden in die Arme lief. Erst dann konnte sie die verkrampfen Hände von den Steuerkontrollen nehmen, um die Tränen weg zuwischen.

Imperium, Hügelkette
20 km westlich von Mural Dyrinn
22. Januar 976 I.Z.
6:00 Uhr

Grimmig schaute Major Curtis aus dem Sichtfenster seines Solarons in die finstere Nacht. Gerade hatte die Vorpostenkette einen einzelnen Scout abgefangen, der aufgelöst berichtete hatte, dass die Skasim hinter ihm her gewesen sein. Leise grummelte er bei dem Gedanken. Die junge Frau hatte tatsächlich die Nerven verloren. Unannehmbar für ihn. Man sollte sie zu den Clanern schicken, wo sie hingehörte. Jetzt wartete er mit seinem schwere Regiment auf den Feind. Ihm war klar, das die Skasim nach der Prügel von gestern heute wieder kommen würden. Die Frage war nur ob sie vor oder nach Morgengrauen kommen würden. „Sensorkontakt!“ kam es über den Gefechtsfunk.
„Feindliche Ziele im Westen!“
Offensichtlich kamen sie vorher.
„Vorposten, zurück. Schild und Blitzbataillon, auf die geplanten Positionen. Zeigen wir diesen grünen Wichten, wie man richtig kämpft.“ Während Curtis seinen Solaron in Bewegung setzte, antwortete ihm ein Chor von Ja Stimmen. Dann erfassten auch die Scanner seines Droiden die vorrückenden Spitzen der Skasim. Der Major schaltete den erstbesten Skasimdroiden auf, ein Zengal, und zog das Zielkreuz über sein Opfer. Grimmig feuerte er die Laser und Langstreckenraketen ab. Die Laserschüsse trafen frontal auf den Torso , brannten zwei tiefe Löcher in die Panzerung, während die Raketen vorbei flogen und hinter dem Zengal den Schnee durchpflügten. Der Zengal feuerte mit seinen beiden Raketenwerfern auf den Schultern zurück. Hart schlugen die feindlichen Raketen auf den linken Arm des Solaron ein und schälten Panzerung ab. Curtis ignorierte die Treffer, marschierte auf den Skasim zu, erneut auf seinen Feind feuernd. Dieses mal trafen alle Schüsse und glühende Panzerung segelte durch die schwarze Nacht.

Immer mehr Skasim marschierten aus der schwarzen Nacht aufs Schlachtfeld. Laserschüsse und Plasmazungen irrlichterten durch den beginnenden Morgen. Durch das Waffenfeuer und Explosionen schmolz immer mehr Schnee und wurde zu einem feinen Nebel, der Geistern gleich über das Schlachtfeld wehte. Curtis brachte seinen Solaron vorwärts, tauschte gleichzeitig Langstreckenfeuer mit einem feindlichen Dragoon aus, der seinen Weg kreuzte. Über den Gefechtsfunk kam eine Welle von Berichten und Meldungen rein, aber er hörte nicht zu. Er hatte es schon auf einen Solaron abgesehen. Mit einem finsteren Blick zielte er auf den leicht glitzernden Solaron, der gerade wie eine Herausforderung aus dem Nebel trat. Spöttisch lächelte Curtis und eröffnete das Feuer. Die Schüsse trafen frontal den Torso, Panzerschrapnelle segelten durch die Luft und glühende Metalltropfen fielen in den weißen Schnee. Zischender Dampf stieg auf. Der Skasimdroide hob den rechten Arm und helles Disruptorfeuer prasselte auf Curtis Solaron ein. Mit einem schnellen Blick auf den Schadensmonitor rückte Curtis vor, abwechseln den linken und rechten schwere Laser abfeuernd. Der feindliche überschwere Droide wich geschickt zu Seite aus, sorgfältig darauf achtend, dass er nicht in die Nahkampfreichweite von Curtis kam. „Bleib hier und kämpfe, du Hund!“ brüllte diese frustriert, als der Skasim erneut zurück wich. Plötzlich traten aus dem Schlachtgetümmel zwei Nomics, rannten auf ihn zu. Curtis zog das Zielkreuz auf den linken, holt tief Luft und feuerte schon fast mit religiöser Ruhe die beiden Schweren Laser ab. Beide Strahlen schlugen hart in den unteren Torso ein. Der erste Schuss brannte nur ein tiefes Loch in die Panzerung, aber der zweite durchschlug sie und weidete die internen Systeme aus. Plötzlich versagten die Beine des Nomics einfach den Dienst. Funken flogen aus dem nachglühenden Loch, während die Maschine mit wild wedelnden Arme nach vorne überkippte und auf den Schnee aufschlug. Schwarzer Rauch wallte auf, noch ein zwei Zuckungen gingen durch den stählernen Leib, dann rührte er sich nicht mehr. Der zweite Nomic sprintete an seinem gefallenen Kameraden vorbei und stürzte sich auf Curtis' Solaron. Er rannte direkt auf den überschweren Sturmdroiden zu. Der Major konnte nicht so schnell ausweichen, noch auf den Angreifer sicher zielen. Eine hastige Raketensalve flogen weit vorbei. Der Nomic rannte um ihn herum, packte mit seiner Klaue die Panzerung im Rücken des Solarons und hing sich mit seinem ganzen Gewicht an den überschwere Droiden. Curtis musste sein ganzes Pilotengeschickt aufbieten, um nicht von der überraschenden Gewichtsverlagerung zu Boden gerissen zu werden. Der angeschlagene Skasim-Solaron witterte jetzt Morgenluft. Er drehte um und feuerte mit Lasern und Disruptoren auf die imperiale Maschine. Hart wurde der Solaron getroffen und stürzte entgültig zu Boden. Mit langsamen Schritten stapfte der Skasim auf sein scheinbar wehrloses Opfer zu, hob die Arme und feuerte erneut die Disruptoren ab. Die Strahlen schlugen hart in den Rumpf ein, flüssiges Metall floss wie Blut zu Boden. Curtis wurde trotz des Gurtes heftig in seinem Cockpit herumgeschleudert. Er schmeckte Blut und fühlt Schmerz auf der Unterlippe, schüttelte den Kopf, um wieder klarer denken zu können. Ein schneller Seitenblick auf den Schadensmonitor lies ihn frustriert aufstöhnen. Rote Zonen wiesen auf schwere Treffer in der Panzerung hin. Lange wird die Maschine das nicht mehr mitmachen. Entschlossen wuchtete er den Solaron wieder auf die Beine und wollte sich seinem Peiniger stellen. Aber dieser war nirgends mehr zu sehen. Auch der Nomic und die anderen Skasimdroiden waren wie vom Erdboden verschluckt. Frustriert schlug Curtis auf die Konsole. „Meldung!“ schnauzte er. „Sie haben den Angriff abgebrochen, Sir, und in den Silberpinienwald zurück gezogen.“ „Die kommen wieder,“ brummte er finster. „Ganz bestimmt.“ Mit einer fahrigen Bewegung wischte er sich ein wenig Blut vom Kinn. „Formieren. Ich brauche eine Verlustliste. Seht zu, das ihr ein paar Techniker herbekommt, vielleicht können die einige Schäden reparieren.“ „Ja Sir.“
Komm nur wieder, mein Freund. Ich zeigt dir noch, wo der Hammer hängt.

Imperium, Mural Dyrinn
Die Zitadelle
22. Januar 976 I.Z.
13:30 Uhr

Mit einem wachsenden Gefühl der Unruhe betrachtete Selaris den großen Wandbildschirm. Das Meer aus roten und blauen Symbolen und Abkürzungen wäre für einen unwissenden Betrachter nur schwer zu durchschauen gewesen, für ihn war es verständlich wie Druckbuchstaben. Er wandte sich an die Gruppe von hohen Offizieren, die um den Kartentisch standen. „Die 7. Division wurde erneut zurückgetrieben,“ stellte er fest. „Die Skasim greifen an allen Fronten verbissen an. Major Curtis konnte die dritte Angriffswelle ebenfalls zum Stehen bringen. Er und seine Leute liefern sich zur Zeit ein Gefecht mit den Skasim.“ „Schon etwas neues von Perigain?“
„Nein, seit im Morgengrauen die 4. von der Sturmlegion abgeschnitten wurde, haben wir nichts mehr von ihm gehört.“ Selaris schluckte leicht. Perigain war sein Freund, einer der engsten und wichtigsten. Nach dem Tod von Silverion sogar sein engster. „Wir müssen eventuell davon ausgehen, das er gefallen ist und seine Legion zerschlagen wurde.“ „Ich würde ihn noch nicht abschreiben,“ hörte er die vertraute Stimme des Imperators hinter sich: „Er ist zäher als wir beide glauben. Er hat ein dickes Fell.“ „Mag sein, er wird es brauchen.“ Er blickte zum Imperator, deutete dann auf den Kartentisch: „Die Skasim greifen an. Im Westen halten wir sie in den Hügeln auf, im Norden an den Soron Furten. Im Süden haben sie den Silberpinienwald erobert. Dort haben sich die Kämpfe in die Südebene verlagert. Nemir Ca und der Raumhafen sind immer noch umkämpft.“ Langsam holte er Luft. „Ihre Absichten sind klar. Sie rüsten zur Entscheidung. Unsere Späher berichten von einer massiven Truppenkonzentration im Osten der Hauptstadt.“ Er deutet auf einen Stelle der Karte: „Etwa hier.“ Und zog langsam einen Linie direkt auf Mural Dyrinn. „Die Skasim scheinen auch der Ansicht zu sein, das es jetzt ans Eingemachte geht. Sie haben ihre Reserven zusammengezogen und wollen die Schlacht und damit den Krieg für sich entscheiden.“ Langsam nickte der Imperator. Ein General beugte sich leicht vor: „Wir können ihnen nicht genügend entgegenstellen, ohne eine anderen Front zu entblößen. Das letzte Aufgebot ist überall in schwere Kämpfe verwickelt.“ Hinter ihm begannen mehrere Offiziere leise zu diskutieren, sie suchten nach einen Lösungsmöglichkeit.
Der Imperator trat an den Kartentisch. Langsam prüfend schaute er über die Karte, in sich gekehrt. Dann sah er auf. „Gentleman,“ unterbrach er die inzwischen hitzige Diskussion: „Ziehen sie unsere Truppen aus dem Osten ab und verstärken sie die restlichen Gefechte mit ihnen.“ „Das würde den grünen Mistkerlen den Weg freimachen. Die Skasim würden in die Hauptstadt einfallen und dann unseren Truppen in den Rücken fallen. Wir würden einen totale Niederlage erleiden.“ Langsam schaute der Imperator auf, fixierte den Stab: „Die Clanslegion wird sich ihnen entgegenstellen.“
Überraschung zeigte sich in den Gesichtern der Männer und Frauen, auch vereinzelt Unglauben und Abscheu. Mit einer Handbewegung schnitt der Imperator sofort jeden Widerspruch ab. „Die Clanslegion ist hier, um zu kämpfen. Und wir brauchen sie. Ich bin mir sicher, das sie die Skasim aufhalten können. Wir sollten ihr Kampfgeist und Fähigkeiten nicht unterschätzen. Viele von ihnen können sich mit unseren Veteraneneinheiten messen. Ich vertraue auf ihre Stärke.“ Er strafte die Schultern. „Geben sie die entsprechenden Befehle.“

Selaris wanderte die Treppe hoch, zu einem etwas abgelegenen Bereich des Kommandozentrums. Hier war es ruhiger als im Rest des Kommandozentrums, besonders jetzt auf dem Höhepunkt der Schlacht. Warmer Kaffeeduft kam ihm entgegen und angenehmes gelbes Zwielicht umfing ihn. „Unsere Truppen wurden umgruppiert. Die Clanslegion wird gerade verlegt, um den Angriff abzufangen. Ob sie es schaffen werden, können die Simulationen nicht sagen.“ „Es ist wahrlich unser letztes Aufgebot, mein Freund. Suse ist bei ihren Truppen?“ „Ja, sie führt die Schlacht im Feld.“ Selaris seufzte leicht: „Ich hoffe, die Claner halten das, was ihr von ihnen erwartet.
Ein leises Brummen antwortete ihm: „Um es mit den Worten des guten Major Curtis zu sagen: Ihre Arroganz wird nur von ihrer Feuerkraft übertroffen.“

Imperium, Mural Dyrinn
Das Osttor
22. Januar 976 I.Z.
18:00 Uhr

„Ihr sollt die Formation halten!“ knurrte Suse ungnädig in ihr Headset. Ohne Training und Übung war das Führen der vereinigten Clansheere eine Sisyphusarbeit. Rivalitäten und Feindschaften erschwerten das Kommando der Legion. Trotz alldem standen sie jetzt ihrer ersten richtigen Feuertaufe gegen über. Sie hatte ihre Einheiten in einer geschwungenen Halbmondformation vor der riesigen Stadtmauer der Hauptstadt aufgestellt. Sie hoffte, das diese Aufstellung elastisch genug war, um den Angriffsschwung der Skasim aufzufangen. Das Zentrum stellten die schweren Solaron- und Asporeinheiten, durchsetzt mit Nomic- und Triorgruppen. An den Flanken standen Heerscharen von Dragoons bereit, während hinter den Linien Visvos mit ihren Raketen für Feuerschutz sorgten und Zengals als Eingreiftruppe bereitstanden. Eine unwirkliche, klare Spannung lag in der Luft. Die Wintersonne senkte sich langsam dem Horizont im Westen entgegen. Ein kühler Wind wehte über die weite Ebene, trieb verspielt einige Schneeflocken vor sich her. Die Schatten wurden immer länger und die Sonne sank langsam hinter die Mauer der Hauptstadt. Der Wind frischte auf, zerrte an den Droiden und wisperte leise wie ein unheilvoller Geist zwischen den Clanern hin und her.. „Sie kommen.“

Am Horizont erschien eine Wolke aus aufgewirbeltem Schnee, glitzerte wie ein Schleier in der Abendsonne. Gleichzeitig begann der Boden leicht zu vibrieren. Die schwere Schritte von tausenden Droiden hallten wie archaische Kriegstrommeln aus der Ferne wieder. Immer weiter rückte die Phalanx entgegen. Wie ein unheilvoller Sturm aus Stahl und Rache, gekommen um sich Genugtuung zu holen. Der Wind drehte, zerrte den aufgewirbelten Schnee hinfort und gab den Blick frei auf das Heer der Skasim. Grün und chromfarbenen Droiden so weit das Auge reichte. Die Aliens brandeten heran wie einen Welle gegen die Felsklippen einer Küste. Suse holte tief Luft, leckte sich über die Lippen und legt die Hände auf die Steuerkontrollen. Sie schaltete auf einen allgemeinen Funkkanal: „Vor uns steht die Hölle, gekommen um Rache an uns und der Menschheit zu nehmen. Hinter uns ist das Symbol unserer Zivilisation. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen zu zeigen, aus welchem Holz wir geschnitzt sind. ... an alle Visvos, Ziele aufschalten. Halbmond in Gefechtsbereitschaft.“ Sie wartete einige Sekunden, lies die angehalten Luft entweichen. Die zahlreichen Visvos hinter der eigentlichen Schlachtlinie richteten ihre Raketenwerfer gegen den tief blauen Abendhimmel aus.

„Feuer!“

Gleichzeitig, in einem Augenblick, donnerte es laut auf. Jeder Visvo startete seine erste Shuriken II Anti Droid Rakete aus seiner linken kastenförmigen Raketenlafette. Die kleinen gelenkten Sprengköpfe rasten auf ihren Flammenzungen über die eigenen wartenden Droiden hinweg, zogen einen Spur aus weißem Rauch hinter sich her. Jede einzelne von ihnen beschrieb eine leichten Bogen in der Luft. Dann sanken sie langsam tiefer und stürzen sich mit tödlicher Präzision auf ihre Ziele herab. Explosionen blühten in den anstürmenden Reihen der Skasim auf. Die Shuriken durchpflügten die ersten Formationen förmlich, säten Tod und Verderben aus. Überschwere Solaron wurden in Stücke gerissen und silberne Rhacals bis zur Unkenntlichkeit zerfetzt. Abgesprengte Panzerung flog meterweit durch die Luft. Zerschlagene Droiden stürzten zu Boden, brennend, rauchend und funkensprühend. Erneute Detonationen blitzten auf, als bei mehreren Getroffenen die Abschirmung des Fusionsreaktors versagte und sie ein Opfer der eigenen Flammen im Herzen ihrer Droiden wurden. Trotzdem konnte dieser Hagel aus Raketen die Skasim weder stoppen noch verlangsamen. Es schien fast, als wären sie noch entschlossener geworden. Die angeschlagenen Maschinen stapften einfach weiter. Gleichzeitig wurden sie von unversehrten Kriegsmaschinen überholt, die die Plätze der Gefallenen einnahmen. „Zweite Salve.... Feuer!“
Erneut rauschten die Shuriken durch die Abendluft, schlugen hart auf die vordersten Spitzen der Angreifer ein. Wieder wurden Droiden zerstört, andere beschädigt, aber es rückten einfach neue nach. „An alle Einheiten... angreifen!“

Ein lauter Kampfruf aus tausenden von Stimmen antwortete ihr, als die vereinigte Armee der Clans von der Leine gelassen wurde und sich endlich auf ihre Feinde stützte. Die Legion, gebildet aus einer unmöglichen Allianz aus zehn Clans, trat ihrem Schicksal entgegen.

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