Das letzte Aufgebot – Teil VII – Finale (17.02.2005 - Kenji)
Aus D-WARS.COM - Wiki
Imperium, Mural Dyrinn
Osttor
22. Januar 976 I.Z.
23:00 Uhr
„...Raketen im Anflug !“
„...Ich tu, was ich kann, Sir.“
„...Beweg deinen scheiß Arsch aus der Feuerlinie, du Noob!“
„...Ich brauche hier Verstärkung!“
Ununterbrochen prasselte das Geschnatter der Schlacht auf Sky ein. Sie achtete nicht darauf, versuchte nur die Beherrschung zu waren. Sie hatte sich geschworen, dass sie nie wieder die Nerven verlieren würde. Das war aber in einem sicheren Krankenhauszimmer gewesen. Jetzt steckte sie in der vermutlich brutalsten Schlacht, die seit Jahrhunderten geschlagen wurde. Und dieser vielleicht entscheidende Kampf tobte bereits seit fast fünf Stunden. Beide Seiten schenkten sich nichts. Die Skasim griffen mit einer Wildheit und einem Fanatismus an, den man nur noch mit Raserei beschreiben konnte. Ihnen gegenüber standen die vereinten Regimenter der Clans. Endlich konnte sie in die Schlacht des letzten Aufgebots eingreifen. Laserschüsse, Plasmastöße, glänzende Disruptorsalven und die Flammenzungen der Raketen rauschten durch die Nacht. Schlachtenlärm und Explosionsdonnern waren noch bis in die verbotene Stadt zu hören.
Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen, als ihre Maschine unter den Einschlägen mehrerer ungelenkter Kurzstreckenraketen erzitterte. Ein Zengal stand halb verdreckt hinter einem gefallenen PLP Solaron, feuerte jetzt auch mit seinen Plasmawerfern, traf aber nicht. Sky wollte gerade das Zielkreuz auf ihn ziehen, als drei schnelle Dragoons ASKs von links heranpreschten und ihre Disruptoren den Skasim Zengal durchlöcherten. Der getroffene Droide taumelte kurz und stürzte mit einem lauten Widerhall auf den schon gefallen Droiden vor sich. Erst jetzt bemerkte Sky, das sie die Luft angehalten hatte. Sie wischte sich die feuchten Hände ab und versuchte sich wieder zu konzentrieren.
23. Januar 976 I.Z
02:13
„Wir brauchen hier dringend Verstärkung!“ rief Torias in sein Headset, als der SUCC Aspor zu seiner Linken von einem tödlichen Kreuzfeuer dreier Rhacals zerpflückt wurde. Das Trio krabbelte auf ihren vier spinnengleichen Beinen ein wenig vor, bliebt stehen und eröffnete erneut mit schweren Lasern das Feuer. Mehrere grüne Lichtbolzen jagten durch die finstere Nacht. Frontal schlug eine der Salven in einen Trior und enthauptete den Droiden. Ein zweiter Aspor musste auch mehrere Treffer einstecken. Die Panzerung des linken Unterarms wurde dabei zerschossen und die dort eingebauten Waffen zerstört. Mehrere hellblaue Energieblitze tanzten über den jetzt nutzlosen Arm und die Schulter. Torias wich leicht nach links aus, feuerte mit allen Waffen seines Dragoons auf den rechten Rhacal. Er brannte zwei Löchern in Vorderbein und Rumpf, aber der Aliendroide marschierte unbeeindruckt vorwärts. Sie konzentrierten sich auf den verbleibenden Aspor, der sich gerade zurückziehen wollte. „Wo bleibt die Verstärkung?!“ rief er laut genug für die Komm. Eine Antwort bekam er nicht mehr mit. Irgendwo aus der Nacht kam überraschend ein Schwarm Raketen auf ihn zu. Die Gefechtsköpfe prasselten auf die Beine des Dragoons nieder, schälten Panzerung ab und hinterließen viele kleine Krater. Müheselig bekam er den schwankenden Droiden wieder in den Griff, aber er bemerkte schnell, das etwas nicht stimmte. Ein Blick auf den Schadenskontrollmonitor bestätigte seinen Befürchtungen. Das linke Fußgelenk war von einer LSR getroffen und zerstört worden. Er war ein Sprinter mit gebrochenen Beinen. Schnell wog er seine Chancen ab. Ein Rückzug kam nicht in Frage. Nicht hier. Nicht in dieser entscheidenden Schlacht. Entschlossen beugte er sich vor. „Heute ist ein guter Tag zum Sterben,“ knurrt er zwischen den zusammengebissenen Zähnen hervor. Er zielte wieder auf das Trio, das gerade den inzwischen im Schnee liegenden Aspor endgültig den Gar ausmachte. Wütend über soviel Feigheit feuerte er alle Geschütze ab. Die Laser brannten rot glühende Furchen in die Chrompanzerung des nächsten Rhacals. Gleichzeitig schlugen die beiden Disruptorenschüsse in das linke Hinterbein ein, zerschmetterten erst das Knie und anschließend den gesamten Unterschenkel. Der Spinnendroide sackte leicht nach hinten weg. Die beiden anderen wandten sich dem Claner zu. Türkises Laserfeuer schlug hart in den Dragoon ein. Torias feuerte so schnell seine Waffen nachluden. Dann sah er nur noch das schnelle grüne Aufblitzen der CO2-laser. Die Einschläge verwüsteten die Torsopanzerung des Dragoons und schleuderten ihn auf den Rücken. Funken flogen durch die Kanzel. Der Gestank verschmorter Elektronik brannte in seinem Rachen und lies seinen Augen tränen. Ich muss weiter machen, schoss es ihm durch den Kopf. Er wollte gerade wieder zu den Steuerknüppeln greifen, als er einen weiteren Schwarm Raketen auf sich zufliegen sah. Er riss in einer verzweifelten Geste des Schutzes die Arme hoch. Einen Herzschlag später schlugen die Geschosse auf. Die Explosionen hüllten den gesamten Dragoon ein. Das Cockpitdach zerbarst in tausend Teile und die scharfen Splitter regneten herab.
23. Januar 976 I.Z
04:38
„Statusmeldung?“ knurrte Suse in ihr Headset, während sie ihren Sordron zurücksetze. Über das Cockpitfenster legte sich eine holografische Darstellung der taktischen Lage. Der Angriff der Skasim hatte die Linien der Clanslegion zu einem eingedellten Halbmond verformt. Aber noch hielten die Claner die Stellung gegen die Übermacht der Aliens, seit nunmehr fast 10 Stunden.
Vor ihnen die Hölle und hinter ihnen das Imperium.
An beiden Flanken lieferten sich die Skasim und die Clanslegion eine lustige Jagd mit Dragoons und Negatoren, immer in dem Versuch, die gegnerischen Streitkräfte zu umgehen und von hinten anzugreifen. Im Zentrum tobte der Brennpunkt der Schlacht. Schwere Solaron und Asporen lieferten sich brutale Stellungskämpfe. Zengal und Nomics versuchten immer wieder feindlichen Stellungen zu knacken. Für jeden eroberten Zentimeter mussten die Skasim einen hohen Preis bezahlen. Die Claner allerdings auch. Eilig befehligte Suse mehrere Regimenter aus der Reserve in das Herz der Schlacht. Die Antwort der Zitadelle ging in einer kreischenden Raketensalve unter, die direkt an ihrem Cockpit vorbeiflog und den Torso eines Rhacals eindeckte. Kurz entschlossen pumpte Suse mit den vier Sunlight Lasern Kilojoule von vernichtender Energie hinterher. Die Laserlanzen schnitten ein Bein ab und brannten tiefe Kerben in die Frontpanzerung. Eine zweite kombinierte Salve einer Fünfergruppe Visvos machte dem Alien endgültig den Garaus. Sie wechselte den Komkanal: „Passt auf, wo ihr hinballert. Die Raks hätte beinahe mich geküsst!“ Dann wieder ein Knacken aus den Lautsprecher: „Wiederholen sie, Zitadelle.“ „Es sind keine Reserven mehr verfügbar, Kaiserin.“
„Dann geht’s jetzt ans Eingemachte.“
Mehrere Skasimdragoons kamen aus der Nacht mit wild feuernden Lasern gerannt. Sie hielten direkt auf den Sordron zu. Entschlossen beschleunigte Suse ihren Droiden: „Come and get it !“ Sie stellte sich den Angreifern direkt in den Weg und hob die Arme. Donnernd brüllten die Geschütze los, entfesselten einen Sturm aus Licht und Feuer, der sich durch die kleine Gruppe anstürmender Aliens fraß. Einer der Dragoons bekam die volle Wucht des Schlages ab und wurde förmlich zerpflückt. Dem Dragoon links davon erging es nicht viel besser. Zwei Laserschüsse schlugen in die schon zertrümmerte Torsopanzerung ein, weideten die internen Systemkomponenten aus. Nach drei wackligen Schritten stürzte die Maschine funkensprühend in den Schnee. Die überlebenden Dragoons versuchten Suse einzukreisen und feuerten mit allem was sie hatten auf den imperialen Droiden. Kurz machte sich Sorge in ihr breit, als sich immer mehr Stellen auf dem Schadensmonitor rot färbten und damit anzeigten, das die schützenden Hülle schon bald durchstoßen sein würde. Dann flammte wieder Wut auf und entschlossen hämmerte sie auf einen der Peiniger ein. Ihre Schüsse richteten den Dragoon binnen Sekunden übel zu. Ein sauberer Schuss aus einem Plasmawerfer besiegelte das Ende des Skasims. Das Reaktorgehäuse wurde von dem Plasmastoß zu Schlacke verbrannt und setze die zerstörerische Energie im Herzen der Maschine frei. Eine helle Explosion erleuchtet die Nacht. Kleine Trümmer und Schrapnelle prasselten gegen ihren Sordron. Es klang fast wie ein kräftiger Platzregen, aber Suse hatte sich schon dem nächsten zugewandt.
Etwas schwerfällig drehte sich der Sordron dem nächsten Angreifer zu. Sie wollte gerade den vorletzten Sprinter unter ihr Zielkreuz bringen, als plötzlich ihr Droide von mehreren Volltreffern erschüttert wurde. Mehrere Kurzschlüsse jagten durch das Cockpit, einige Funken flogen und einer der Monitore gab rauchend den Geist auf. „Scheiße, wo kam das den her?!“
Ein eiliger Blick zeigen den letzten Dragoon in Rücken ihres Sordron. In ihrem Zorn hatte sie vergessen, auf den letzen zu achten. Glücklicherweise war die Rückenpanzerung des besten von Menschen gebauten Droiden stark genug, um den überraschenden Schlag zu überstehen. Hastig überdachte sie ihre Möglichkeiten. Ich muss den Bastard in meinem Rücken los werden, sonst brauch ich mir um den vor mir keine Sorgen mehr zu machen. Plötzlich schnitt ein kühlblauer Laserschuss durch die Luft und schlug in den Dragoon ein. Der linke obere Disruptorarm wurde der Länge nach aufgeschlitzt und polterte nutzlos zu Boden. Lange fackelte die Kaiserin nicht. Woher auch immer der Schuss kam, er hatte das richtige Timing. Sie nahm den immer noch überraschten ersten Dragoon aufs Korn und gab ihm erst mal Stoff zum nachdenken. Die Sunlight Laser blitzten kurz auf. Der reine weiße Schnee erleuchtete im roten Widerschein der Energielanzen. Zwei der Schüsse schlugen in Schulter und Knie ein, flüssige Panzerung tropfte gelb glühend zu Boden und erstarrte wieder im dampfenden Schnee. Die beiden anderen Schüssen waren zu hoch angesetzt und verschwanden im klaren Sternenhimmel. Der Skasimpilot schien zum Schluss gekommen zu sein, dass es vielleicht doch nicht so klug war, sich mit einem Sordron anzulegen. Er drehte seine Maschine um und suchte sein Heil in der Flucht. Suse schaute ihm kurz nach, wie er im Schlachtgetümmel verschwand, dann drehte sie ihren Droiden zu ihrem letzten Gegner um. Aber dort stand kein Dragoon mehr. An der Stelle lag ein brennendes Wrack aus verbogenen Metall und Kunststoff, dahinter erhob sich ein Droide, den sie nur unscharf vor dem Lichterspektakel des Kampfes erkennen konnte. Ein Negator.
Sie leckte sich über die trockenen Lippen, öffnete einen Kanal: „Danke,“ brummte sie kurz angebunden. Der Stealthdroide ließ für einen Augenblick die Tarnung fallen. Im Widerschein des ausbrennenden Wracks erkannte sie die schlanken und stromlinienförmigen Linien des Droiden. Er war komplett in schwarz gehalten, lediglich zwei silberne Buchstaben auf der linken Brust erlaubten ein Erkennen. JC. „Gern geschehen, Kaiserin,“ antwortete eine männliche Stimme leise. Dann drehte der Negator ab und verschwamm wieder mit der Umgebung.
23. Januar 976 I.Z
05:50
Erschöpft raffte sich Corven auf, zählte kurz die Überlebenden in seiner bunt gemischte Einheit. Er hatte den Befehl über ein Regiment der Clanslegion übernommen. Als Verbindungsmann. Ursprünglich waren es 180 Solaron aus allen dreizehn Clans gewesen. Jetzt stand nur noch ein Viertel der Claner zwischen den Wracks der Gefallenen, Claner wie Skasim. Und die Solaron, die noch standen, sahen den gefallenen Droiden nicht unähnlich. Keine Maschine ohne hässliche Brandlöcher, Raketenkratern oder abgesprengter Panzerung. Bei einigen fehlten Arme und teilweise gleich die Schulter mit. Andere Maschinen konnte sich nicht mehr bewegen, weil ihre Knie zerschmolzen oder das Bein komplett abgeschossen war. Egal welchem Clan sie angehörten, für sie alle ging es nur noch ums nackte Überleben.
Überrascht stellen Corven fest, das von hinten ein Zug Visvos aufschloss und sich zwischen die Solaron aufstellte.
„Hey ihr da. Ihr seit Artilleriedroiden. An der vordersten Front habt ihr nichts verloren.“
„Ganz Cool, Mann,“ kam es flapsig zurück: „Wir haben unsere Raks schon bei den da drüben untergebracht. Jetzt müssen wir uns auf die Laser verlassen.“
Corven grummelte leicht, kam aber nicht mehr zur Antwort. „Hier Vadrez, Feind im Anmarsch. Ich zähle mindestens 50 Solaron in Keilformation. Ziehe mich zurück. Viel Glück.“ Schnell formierte er seinen zerrütten Haufen neu, um den nächsten Angriff abzuschlagen. Er wusste, dass die Schlachtlinien überall gefährlich dünn geworden sind. „Na los ihr Claner, zeigen wir diesen Aushilfspiloten, wie man Kämpft! Konzentriertes Kreuzfeuer und denkt an die überlappenden Schussfelder.“
Dann kamen die ersten Solaron aus der Nacht geprescht. Sie hielten gar nicht an, um zu feuern, sondern rannten einfach in die Reihen der Verteidiger. Mehrere Chromgepanzerte Skasimdroiden wurden von konzentriertem Kreuzfeuer ausgeschaltet. Dann eröffneten auch die Skasim das Feuer. Ein Ragnarök Droide wurde sauber in der Mitte geteilt und stürzte zu Boden. Mehrere Raketensalven senkten sich auf einen Visvos aus dem Reihen Gladius` und zerstörten die massigen Raketenlafetten. Bestückt wäre das sicherlich sein Untergang gewesen, aber trotzig feuerte er mit den mittelschweren Lasern zurück. Corven wechselte auf die allgemeine Legionsfrequenz: „Corven hier, die Skasim brechen gleich im Zentrum durch.“
„Die Skasim sind zum letzten Angriff angetreten,“ sagte die kühle körperlose Stimme aus den Lautsprechern. „Sie müssen sie auf der gesamten Front stoppen.“ Leise fluchte Suse. „Sie, sie und Sie. Mitkommen und das Sofort.“ Sie drehte ihren angeschlagenen Sordron um und fiel in einen schnellen Trott, hinter ihr die Reste von dem was noch übrig war. Weit kam sie aber nicht. Laserfeuer und Raketen schlugen ihr als Begrüßung entgegen, vergrößerten die Kerben in der Panzerung. Chromfarbene Skasimdroiden, viele mit schwarzen Trefferspuren und Funken schlagen kamen ihr entgegen, entschlossen es zu Ende zu bringen. Zusammen mit einem Aspor, der mit Engelsflügeln verziert war, nahmen sie einen verbeulten Skasimnomic unter Beschuss. Die durchlöcherte Panzerung konnte den Lasern keinen echten Widerstand entgegensetzen. Der Nomic brach zusammen wie eine Marionette, deren Fäden durchschnitten wurden. Suse nahm sich keine Zeit, um diesen Sieg zu genießen, sie schwenkte sofort auf eine Zengal um, der noch in bemerkenswert guten Zustand war. Aus den Augenwinkeln bekam sie noch mit, wie ein FMF Dragoon von einem unglücklichen Disruptorschuß im Cockpit getroffen wurde. Eine weiße Stichflamme schlug aus der Kanzel. Mit einer Doppelsalve aus ihren Lasern trieb Suse einen feindlichen Solaron zurück, aber das allgemeine Vorrücken konnte sie nicht stoppen. Immer häufiger wurde der Sordron getroffen. Mit allem Können hielt sie das Kampfmonster noch auf den Beinen. Auf der Konsole wetteiferten die blinkenden Schadenslämpchen um Aufmerksamkeit. Dann rauschte ein einzelner Laserschuss auf sie zu, schlug in die linke Schulter des Sordrons ein. Der Schuss grub sich tief in den Droiden, kappte die Energieversorgung des linken und zerschmolz das Schultergelenk. Die Schockwelle jagte durch die Kampfmaschine. Ganz langsam neigte sich der Sordron der Erde zu, knirschend und scheppernd fiel der Stolz des Imperiums zu Boden. Schnee wurde aufgewirbelt und legte sich wie ein Schleier über den gefallenen Titanen.
„Die Kaiserin ist am Boden!“
„Die Linie bricht!“
„Moment, was zum Teufel ist das?!“
„Zeichne zahlreiche neue Kontakte.“
„Hier Scout Sieben, Zahlreiche Dragoons im Sturmangriff aus Westen.“
„Sie sind im Rücken der Skasim.“
„Taiyô Bushi, Anubis, weitere Clans.“
Sky feuerte die Disruptoren ab: „Los Leute, wir sind der Amboss, die Neuen der Hammer. Zerschlagen wir die Skasim!“
23. Januar 976 I.Z
06:12
Schmerz war das erste was Suse fühlte: „Ich bin nicht tot,“ flüsterte sie leise, selbst überrascht über den Klang der eigenen Stimme. Rauch kratze in ihrem Hals. Zögerlich öffnete sie die Augen. Kabel hingen von der Decke, einige Trümmer und Splitter bedeckten sie. Ab und zu zischte noch ein Kurzschluss. Die Konsole flackerte zögerlich. Ihr Kopf dröhnte und der linke Arm brannte wie Feuer. Leise stöhnte sie auf. Der linke Arm war mit Blut bedeckt, tiefe Schnittwunden. Ebenso floss klebriges Blut über die Stirn. Zögerlich schüttelte sie den Kopf, um die Schleier der Benommenheit abzuwerfen. „Status?“ flüsterte sie. Vorsichtig schob sie das Headset gerade.
„Status?“
Corven steuerte seinen Solaron über das Wrack eines Skasimtriors: „Kaiserin, seit ihr das?“
„Nein, ihr Geist... hier ist dein Schild,“ kam es matt, aber lebendig zurück. „Bericht.“
„Wir wurden von einem Kontingent Dragoons aus dem Clansländern unterstützt. Das hat die Grünen mit heruntergelassenen Hosen erwischt. Wir versuchen die Skasim einzukesseln, aber sie wehren sich zäh.“ Er feuerte den schweren Laser ab.
Plötzlich hellte sich der Nachthimmel auf. Erst Orange, dann blitze ein heller weißer Lichtschein auf und ging in eine gelbes Nachleuchten über. Die Silhouette von Mural Dyrinn zeichnete sich vor den Nachthimmel ab. Dahinter war der Schein einer abklingenden Explosion zu sehen, die trotz der Nacht blenden konnte. Erst dann rauschte der Donnerhall wie eine Welle über das verwüstete Schlachtfeld.
Sky schnappte verblüfft nach Luft: „Was zum Teufel war das?“ Der FoR Solaron zu ihrer Linken rappelte sich Langsam auf. Für einen Moment war der Kampf vergessen und jeder betrachte den malerischen pastellroten Winterhimmel. Dann hörte sie ein leises Rauschen im Funk. Eine klare und kräftige Männerstimme drang zu ihr durch. „Das war ein Warhead der Skasim. Mit freundlichen Grüssen von General Perigain.“ Die vertraute Stimme Suses löste die unbekannte Männerstimme ab: „Sie schwanken. Los jetzt.. Jagt sie endlich vom Schlachtfeld!“
Mit neuem Mut erfühlt beschleunigte Sky ihren zusammengeschossenen Dragoon und zog das Zielkreuz über den nächsten chromfarbenen Droiden.
Imperium, Mural Dyrinn
Die Zitadelle
23. Januar 976 I.Z.
07:05 Uhr
Langsam schaute Selaris auf: „Die Clanslegion hat die Reste des Finalen Skasimangriffs vom Schlachtfeld gejagt.“ Er straffte die Schultern: „Es ist vorbei.“ „Für heute... ja. Ob es aber endgültig vorbei ist...?“
