Antwort der Clans - Troja (NackterGolfer)

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Der Himmel war lückenlos grau, die dichte Wolkendecke ließ den gegenwärtigen Stand der Sonne nur erahnen. Man konnte fast sehen, wie der eisige Wind durch die riesigen Stahlgerüste des Raumhafens pfiff.
Dreckige Ölpfützen und verstreute Brandflecken zierten den grauen Betonboden. Es wimmelte geradezu von Menschen in dicken, grauen Overalls, die hektisch mit den letzten Vorbereitungen für die anstehende Raummission beschäftigt waren. Abrupt wechselte das Bild, statisches Rauschen störte das Bild und ein schlaksiger, junger Mann erschien dort, wo eben noch der Raumhafen war. Wie hieß er noch einmal? Lieutenant Perdicos, einer der Kommunkationsoffiziere. "Ähhh, Sire, soeben ist eine Nachricht für Sie.." - "Ja und? Es treffen dauernd Nachrichten für mich ein. Also was soll diese unnötige Störung?"
Augenblicklich war er verärgert, nicht wirklich weil der Kommunikationsoffizier ihn störte, sondern vielmehr über seine eigene Schroffheit. Normalerweise belästigte ihn das Basispersonal nicht wegen irgendeiner Nachricht, also was war los?. Der junge Offizier war nervös, seine Ohren glühten regelrecht.
"Nun was gibt es so Dringendes, Lieutenant Perdicos?" - "Sire, die Nachricht stammt vom Imperium, Höchste Priorität und Sicherheitsstufe. Sie können sie jederzeit abrufen."
Der Morgenlord von Troja nickte und der junge Mann machte wieder dem Blick auf den Raumhafen Platz. Das war in der Tat interessant, solch eine Nachricht bekam man nicht jeden Tag.

Etwa nach einer halbe Stunde erschien Lieutenant Perdicos wieder auf dem Bildschirm. Der Morgenlord bellte ihm seine Befehle entgegen: "Holen sie sofort Hauptmann Leocharis aus dem Manöver zurück, und sagen Sie ihm, wenn er wieder einen seiner Abstecher machen will, werde ich ihn persönlich zurück ins Hangar jagen. Und schicken sie Demetrius auf der Stelle zu mir." - "Aye, Sire!"

Es dauerte eine Viertelstunde dann war Demetrius in seinem Besprechungsraum. Er war alt geworden, sein einst kräftiges Haar war nun grau und Falten durchstreiften sein Gesicht, trotzdem war ihm der leuchtende, kraftvolle Ausdruck in den Augen geblieben. Du siehst auch nicht jünger aus, dachte der Morgenlord bei sich. Seit jener Zeit, als sie die ersten Spruldroiden entwickelt und erprobt hatten, waren viele Jahre vergangen.

"Morgen, Golfer.", grüßte ihn der alte Kampfgefährte im gewohnt laxen Ton, "Was scheuchst Du einen alten Mann so früh aus seinem Sarg?" Der Morgenlord mußte grinsen, es war schon eine Weile her, seit der Demetrius zum letzten Mal gesehen hatte. Demetrius war vor einer Weile Leiter der Forschungsabteilung geworden, und verbrachte den größten Teil seiner Zeit in dem Laborkomplex, den er den "Sarg" getauft hatte.
"Ernste Neuigkeiten, alter Freund.", antwortete der Morgenlord und zeigte ihm die Botschaft. Demetrius studierte sie eine Weile und murmelte: "Riskant. Du weißt, ein Hinterhalt ist nur dann erfolgreich, solange der Feind ihn nicht erkennen kann." - "Riskant war es immer schon.", der Morgenlord kratzte seinen kurzen Bart, "Die Aliens haben sich im Grunde als berechenbar erwiesen, nur zu zahlreich. Ich denke, wir sollten helfen." - " Und das ist der Grund, warum Du mich herbestellt hast? Früher konntest Du solche Entscheidungen durchaus allein treffen, dafür hast Du noch nie die Hilfe eines anderen gebraucht."
Da hatte er recht, das war noch nicht der wahre Grund, aber den würde er gleich erfahren. Demetrius sah ihn mit einem mißtrauischen Blick an.
"Wenn ich morgen aufbreche, brauche ich jemanden.." - "Warte mal! Du willst selber dorthin? Bist Du von allen guten Geistern verlassen?", die Heftigkeit von Demetrius' Ausbruch ließ ihn beinahe zusammenschrecken, und unmerklich ballte der Morgenlord die Fäuste. Außer Demetrius konnte sich niemand hier solch einen Ton leisten. "Die Sache ist zu wichtig, als daß ich sie jemand anderem überlassen könnte." - "Krümelkacke! Leocharis ist ein guter Junge, und was ist mit Arcesilaos? Die verdammten Raummissionen können wir auch verschieben! Laß sie abbrechen und schick ihn." - "Nein, das Risiko ist einfach zu hoch. Sieh mich an, ich werde alt und entbehrlich. Es ist an der Zeit, mich um meine Nachfolge zu kümmern, also können wir es auch gleich tun!" - "Aber.." - "Und jetzt unterbrich mich nicht! Du wirst mich nicht umstimmen können, also nimms wie ein Mann, wenn ich weg bin, übernimmst Du den Vorsitz hier, Demetrius!"
Jetzt war es raus, der Morgenlord entspannte sich und nahm seinen Freund in Augenschein. Er konnte seine Adern pochen sehen, und jetzt waren seine Fäuste geballt.
"Als ob ich nicht genug damit zu tun hätte, die verdammten grünen Jungs bei mir vom Computerspielen abzuhalten und zum Arbeiten zu bewegen.", kam es aus ihm hervorgeschossen, dann drehte er sich um und verlies den Raum.

Demetrius war wütend, aber er würde tun was nötig wäre, das wußte der Morgenlord. "Aus dem Weg, Kindchen! Und bete, daß ich dich nicht zu Staub zermahle!", klang es gedämpft von draußen. Demetrius war wirklich wütend, so wie damals als Thoë das Forschernetz lahmgelegt und Daten mehrerer Monate vernichtet hatte.
Der Morgenlord lachte, so befreit war er lange nicht gewesen. Er öffnete eine Audioverbindung zu seinem Attaché und Copiloten Agis. "Agis, ich brauche meinen Löwen um punkt zwölfhundert morgen voll bestückt und einsatzbereit. Und mach dich auf einen langen Einsatz gefaßt, daß heißt Feldrationen für drei Wochen." - "Aye Aye, Sir", kam es zurück in dem emotionslosen Tonfall eines Vollprofis, der keine Fragen stellte.
Nun mußte er nurnoch auf die Rückkehr von Leocharis warten. Auch er war eigentlich ein außergewöhnlicher Anführer, nur manchmal zu sehr auf das Wohl seiner Männer bedacht. Der Morgenlord setzte sich auf seinen Thron, lehnte sich zurück und beobachtete wieder die Männer in den grauen Overalls, die über dem Raumhafen verteilt waren.
Der Bildschirm dämpfte den orangeroten Feuerball, der die Raumfähre in den Himmel katapultierte. Es gab keinerlei Zwischenfälle und der Morgenlord war sich sicher, daß Arcesilaus, der in diesem Moment wohl die Stratosphäre erreichte, seinen Auftrag zufriedenstellend erfüllen würde.
Sein anderer Hauptmann, Leocharis wurde in knapp vier Stunden zurück erwartet, Zeit genug den anderen trojanischen Kommandeuren eine Nachricht zu schicken. Der Morgenlord formulierte eine knappe Nachricht, kodierte sie und ließ sie senden. Er war sich nicht sicher, wer seinem Ruf Folge leisten würde, verschwendete jedoch keinen zweiten Gedanken daran.

Ungeduldig erwartete er die Ankunft von Leocharis, unendlich langsam schienen sich die Minuten und Sekunden dahinzuziehen. Doch Leocharis war pünktlich, die verdreckten Kriegsmaschinen trafen fast minutengenau in der Basis ein. Augenblicklich wurden die riesigen Kampfkolosse von einem Heer Techniker in Beschlag genommen und sie begannen, den gröbsten Schmutz zu entfernen und die Droiden neu zu bestücken.
Der Morgenlord erwartete Leocharis noch im Hangar, so ungeduldig war er. Leocharis, ein kräftiger, wenn nicht allzu großer Mann mit kurzem dunklen Haar und verschmitzten Blick salutierte zackig, auch wenn man ihm die Müdigkeit nach dem vergangenen Gewaltmarsch ansah. "Ein Ernstfall, Sire?", fragte er mit neugieriger Miene. "Könnte man so sagen, Hauptmann. Briefing in 45 Minuten, Zeit genug zu duschen und sich was sauberes anzuziehen." "Aye Aye, Sir.", Leocharis schaute an seinem verschwitzten Kampfanzug herunter und lächelte entschuldigend. Eine dreiviertel Stunde später im Kommandozentrum sammelten sich die Männer und Frauen des Zweiten Kampfbatallions, in sauberen Uniformen und mit Kaffeetassen in der Hand. Einigen konnte man die Müdigkeit nach dem Manöver ansehen, den meisten stand jedoch vor allem Neugier und Aufregung im Gesicht geschrieben.
Es war Agis, der das Briefing begann, "Vor ungefähr fünf Stunden erhielten wir eine Nachricht der höchsten Priorität, von einem bekannten Absender, dem Imperium." Er ließ die Worte kurz wirken und drückte auf einen Knopf seiner Fernbedienung. Auf dem fast wandgroßen Bildschirm hinter ihm, erschien ebendiese Nachricht. Der Morgenlord musterte seine Leute, als sie die Nachricht lasen. Viele bewahrten sich ihre Professionalität und ließen keine Gefühle erkennen. Einige andere, unter anderem auch Leocharis lächelten grimmig.
"Die Einsatzziele sind noch unklar, mit ziemlicher Sicherheit können wir jedoch sagen, daß es ein Kampfeinsatz wird. Anzahl und Stärke des Feindes sind ebenso unklar, wie die Zahl unserer Verbündenten. Aus diesem Grund wird dieser Mission ein neuer Commander zugeteilt." Der Morgenlord lachte innerlich, als er Leocharis' Grinsen verschwinden sah.
"Der Morgenlord, Codename NackterGolfer, wird für diese Mission das Kommando übernehmen."
Sein Stichwort, der Morgenlord übernahm das Wort, "Abmarsch ist punkt zwölfhundertdreißig, in knapp sieben Stunden. Das ist genug Zeit sich auszuruhen, und ich will ausgeruhte Krieger um mich herum. Wer müde ist, macht Fehler, und wir können uns keine Fehler leisten. Das wars, Ladies und Gentlemen."
Niemand stellte Fragen, aber es gab auch nicht viele Unklarheiten, die sie hätten beseitigen können und der Saal leerte sich rasch.

Die Sonne stand hoch am Himmel, als das Bataillion in geordneter Formation aufbrach. Schwarzlackierte und mit trojanischen Insignien verzierte Kriegsmaschinen stapften im Gleichschritt einer ungewissen Schlacht entgegen.

"Hier Alpha Zwei an Alpha Eins, hier Alpha Zwei an Alpha Eins.", tönte Leocharis über die Takkom-frequenz. "Hier Alpha Eins, ich höre.", antwortete der Morgenlord, der gerade besorgt die Scanner beobachtete. "Sir, ich habe Kontakt, unbekannte Signale bei 10 Uhr. Die Masseortung schlägt über die Skala.", auch wenn die Stimme durch die Codierung verzerrt war, konnte der Morgenlord die Besorgnis Leocharis' hören und sie entsprach auch seiner eigenen. "Ich sehe es, Alpha Zwei. Schicken Sie zwei Scouts vor und bestätigen sie Kontakt." - "Aye Aye Sir."
Der Morgenlord war zutiefst beunruhigt, das konnte mächtigen Ärger bedeuten.
"Hier Scout Drei", erklang eine weibliche Stimme im Gefechtskanal, "Sir, da stehen mindestens 5 Bataillone schwerer Schlachtdroiden." Der Morgenlord fragte sich, wie sie gegen solch eine Streitmacht bestehen würden, sie waren mindestens fünf zu eins unterlegen und sollte es zur Schlacht kommen, hatten sie schon verloren.
"Scout Drei, identifizieren.", befahl Leocharis.
"Verdammt... wurde entdeckt! Habe Kontakt! ", Scout Drei schien der Panik nahe.
"Identifizieren, Scout Drei!", donnerte Leocharis.
"Ähh, Trojaner? Trojaner, Sir. Sie tragen die Insignien Trojas. Das sind unsere!", Scout Drei jubelte über die Takkomfrequenz.
Der Morgenlord atmete erleichtert aus, sie waren seinem Ruf gefolgt, aber die Einlage von Scout Drei hätte ihm beinahe eine Herzattacke beschert. Ich werde zu alt für sowas, dachte er sich, merkte sich aber Scout Drei für eine Standpauke vor.
"Hier Alpha Eins, aufschließen.", befahl der Morgenlord und stellte den Funk ab.
"Waren wir früher auch so?", fragte er sich laut. Agis, sein Co-Pilot grinste nur hämisch.

Auf der Ebene hatte sich eine gewaltige Streitmacht versammelt, allesamt mit trojanischen Insignien. Jede Basis des Trojabundes hatte die besten geschickt und beim Anblick dieser Truppe schlug das Herz des Morgenlords höher.

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